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inno.teach - Kategorie Innovative Lehrprojekte

#digitalistbesser?! – Phänomene der Digitalität als Projekte in der Oberstufe

Veröffentlicht am 15. Februar 2024

Ein BiLinked-Erlebnisbericht

Ein Beitrag von Anne Wernicke aus der CoP Inklusionssensible Lehrer*innenbildung

Teile der CoP Inklusionssensible Lehrer*innenbildung im Projekt BiLinked (gefördert von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre) versuchten sich im Sommersemester 2023 im Rahmen der bestehenden Kooperation mit der Versuchsschule Oberstufen-Kolleg an einem ungewöhnlichen Lehr-/Lernformat. Anne Wernicke berichtet für die CoP von der Planung und Durchführung des Projekts #digitalistbesser?!.

Die Projektphase am Oberstufen-Kolleg Bielefeld
In den letzten beiden Wochen jedes Schulhalbjahres findet am Oberstufen-Kolleg (kurz: OS) die Projektphase statt, in der Lehrende (also die Lehrkräfte) und Kollegiat*innen (so werden die Schüler*innen am OS genannt) jahrgangsübergreifende Projekte durchführen. Das Angebot ist dabei sehr breit gefächert und kann von einer Kletterexkursion in den Ith bis hin zur Gestaltung von Koffern zur Dokumentation migrantischer Biografien reichen. Die Kollegiat*innen wählen interessengeleitet ein Projekt, in dessen Rahmen sie – begleitet von ein oder zwei Lehrenden, größtenteils aber selbstständig – ein Produkt erstellen. Am Produkttag werden die Ergebnisse dieser Arbeit der ganzen Schule vorgestellt.

Planungsphase Fachdidaktiker*innen & Lehrende
Inspiriert von dieser offenen Lernform, entschlossen sich einige von uns aus der BiLinked-CoP Inklusionssensible Lehrer*innenbildung, im Juni 2023 ein Projekt anzubieten. In dessen Rahmen sollten verschiedene fachliche und überfachliche Aspekte von Digitalität bzw. Digitalisierung thematisiert und von den Kollegiat*innen ihren Interessen entsprechend vertiefend bearbeitet werden. Organisatorisch wurden sie dabei von Mira Thomsen, Referentin für Bildung in der digitalen Welt am OS, begleitet. Eine fachliche Betreuung erfolgte durch Fachdidaktiker*innen aus der CoP und Studierenden.

Bereits im Februar begannen wir mit der Planung mittels einer Brainstorming-Phase. Daraus resultierte, dass Anne Trapp und Marcel Beyer zu Künstlicher Intelligenz (KI) in Alltag, Kunst und Bildung arbeiten würden, während ich mich mit Aspekten sprachlicher und nicht-sprachlicher Kommunikation in Social Media beschäftigen wollte. In den nächsten Wochen konkretisierten wir unser Vorgehen immer weiter, wobei uns die technischen Möglichkeiten des gemeinsamen Miro-Boards zugutekamen. Beispielsweise konnten organisatorische Fragen zur Projektphase über die Kommentarfunktion gestellt werden, die Mira Thomsen ebenfalls über Kommentare oder das Hochladen von Dokumenten auf das Board beantwortete. Zusätzlich trafen wird uns in regelmäßigen Abständen, um Ideen auszutauschen und Organisatorisches zu klären.

Screenshot des Projekt-Miro-Boards

Nun galt es, die Verbindung zum bildungswissenschaftlichen Seminar Diklusiv statt exklusiv – inklusionssensibler Unterricht in einer digitalen Welt zu schaffen, in dessen Rahmen bereits seit dem WiSe 2021/22 Lehramtsstudierende gemeinsam mit Fachdidaktiker*innen und Lehrkräften in sogenannten Tridems Unterricht mit Digitalitätsbezug planen und durchführen. Für das Projekt am OS beschlossen wir, dass die beiden Themenbereiche KI und Kommunikation in Social Media zu Beginn der Projektphase in jeweils 90 Minuten von den Kollegiat*innen anhand von offenen ´Schnupperaufgaben` erkundet werden sollten. So sollten die Kollegiat*innen Inspiration für ihre eigenen Projekte erhalten, die sie während der Projektphase verfolgen würden. Konzeption und Anleitung der ´Schnupperaufgaben` sollten Aufgabe der Lehramtsstudierenden sein; wir Fachdidaktiker*innen und Mira Thomsen boten dabei stets unsere Unterstützung an. Die Projektphase des OS stellte uns in ihrer Offenheit vor didaktische Herausforderungen, die einerseits spannend, mitunter aber auch verunsichernd waren.

Planungsphase Studierende
Die Planung der ´Schnupperaufgaben` begann in der sechsten Woche des Seminars Diklusiv statt exklusiv. In den Wochen davor waren überfachliche Grundlagen digitalisierungsbezogener Bildung thematisiert worden, um die Studierenden auf die Unterrichtsplanung vorzubereiten. Inhalte der Seminareinheiten waren u.a. Lernen und Lehren in einer Kultur der Digitalität, verantwortungsvolle Mediennutzung, rechtliche Grundlagen sowie Funktionen digitaler Tools und deren didaktische Einbettung in einen inklusionssensiblen Unterricht. Den didaktischen Rahmen hierfür lieferte das DPACK-Modell, das Digitalitätskompetenz, pädagogische und inhaltliche Kompetenz von Lehrkräften und deren Schnittmengen beschreibt (Huwer et al. 2019; Döbeli Honegger 2021; Trapp/Wernicke 2023).

Sieben Studierende ordneten sich einem der Themengebiete – KI oder Kommunikation in Social Media – zu. Innerhalb dieser entwickelten sie während der sechswöchigen Planungsphase in vier Tridems ihre Schnupperaufgaben zu bildgenerierender KI, zur Funktionsweise der textgenerierenden KI ChatGPT, zu Memes im historisch-politischen Kontext sowie zur medialen Veränderung zwischenmenschlicher Alltagskommunikation.

Die Projektphase am OS
Am ersten Tag der Projektphase fand der inhaltliche Einstieg durch die Schnupperaufgaben zum Thema Digitalität statt. Am zweiten Tag bekamen die Kollegiat*innen einen Input zu technischen Möglichkeiten für die Erstellung ihrer Produkte, indem ihnen das Team Medienpraxis der Abteilung eLearning.Medien der Uni das Podcast-Studio, die Sprachkabine, das Vlogging-Studio und das Do-it-Yourself-Studio als Optionen vorstellte. Zudem wurden die Kollegiat*innen von Arash Haghani, der als Informatiker in der Fakultät für Erziehungswissenschaften tätig ist, über das Thema KI informiert.

Die restlichen Tage der Projektphase waren der Arbeit an den individuellen Projekten vorbehalten, die allein oder in Teams von zwei bis vier Personen stattfand. Durch Check-In bzw. Check-Outs zu Beginn und Abschluss jedes Tages war es Mira Thomsen möglich, über den aktuellen Stand der Projekte und Produkte auf dem Laufenden zu bleiben und die Kollegiat*innen ggf. zu unterstützen. Für fachliche Fragen standen zudem Studierende und Fachdidaktiker*innen auf Abruf zur Verfügung. Am Produkttag wurden schließlich folgende Produkte vorgestellt:

  • ein Audio-Podcast zum Thema Propaganda über Social Media, den zwei Kollegiatinnen im Podcast-Studio aufgenommen hatten
  • ein Video zum Thema Fake News, das eine Kollegiat*innengruppe im Do-it-Yourself-Studio erstellt hatte
  • ein Video, in dem sich ein Künstler mit einer KI unterhält
  • ein Storyboard nebst Teaser des ersten Levels für ein Videospiel zum Thema KI
  • ein interaktives Poster, das sich mit den Grundlagen zu Künstlicher Intelligenz beschäftigt

Persönliches Fazit
Als Fachdidaktikerin gefiel mir die Herausforderung der Konzeption eines überfachlichen sowohl zeitlich als auch inhaltlich flexiblen Lernformates. Die Zusammenarbeit mit Mira Thomsen vom OS in der Planungsphase habe ich als inspirierend und unkompliziert erlebt. Während der Projektphase war ich sehr froh, dass sie und der zweite Lehrende, Gereon Inger, sich um den organisatorischen Ablauf des Projektes kümmerten. Die Entwicklung der freien Schnupperaufgaben war auch für die Lehramtsstudierenden aufgrund des unbekannten Formates anfangs herausfordernd, später konnte ich beobachten, wie die Studierenden in ´meinen` Tridems ihre Aufgaben mit großem Enthusiasmus erstellten. Die Durchführung der Schnupperaufgaben verlief dann z.T. ganz anders als geplant, u.a., weil das Vorwissen der Kollegiat*innen zum Thema Memes viel größer war als wir bei der Planung antizipiert hatten. Die Rückmeldungen, die wir zum Projekt #digitalistbesser?! von Kollegiat*innen erhalten haben, waren erfreulicherweise durchweg positiv. Die neu erarbeitete Expertise der Kollegat*innen wurde direkt für die weitere Schulentwicklung des Oberstufen-Kollegs genutzt. So diskutierte eine der Kollegiatinnen im Rahmen eines internen Fortbildungstages mit Lehrenden über den Einsatz von KI am OS. Weitere Kollegiat*innen stellten ihre Produkte außerdem bei einem BiLinked-Austauschtreffen vor.

BiLinked ist ein hochschulweites Projekt, in dem Studierende und Lehrende gemeinsam digitale Lehr-/Lernformate entwickeln und erproben. Bei der Umsetzung stehen die studentische Partizipation und Kollaboration im Fokus.

Quellen:
Döbeli Honegger, Beat (2021): Covid-19 und die digitale Transformation in der Schweizer Lehrerinnen- und Lehrerbildung. In: Beiträge zur Lehrerinnen- und Lehrerbildung 39 (3), S. 412-422
Huwer, Johannes; Irion, Thomas; Kuntze, Sebastian; Schaal, Steffen; Thyssen, Christoph (2019): Von TPaCK zu DPaCK - Digitalisierung im Unterricht erfordert mehr als technisches Wissen. In: MNU Journal (5), S. 358-364.
Trapp Anne, Wernicke Anne (2023): Unterricht in einer digitalen Welt. Phasenverbindende Unterrichtsplanung im Projekt BiLinked. In: Herausforderung Lehrer*innenbildung – Zeitschrift zur Konzeption, Gestaltung und Diskussion (HLZ). 6 (6), S. 102-118.[Weiterlesen]

Atommodelle durch Augmented Reality darstellen – Ein BiLinked-Erlebnisbericht

Veröffentlicht am 10. November 2023
Ein Beitrag von Marvin Niederlüke, Alexander Schamrin und Cornelius Christof Bitter aus der CoP MINTconnect

Das Seminar „Digitalisierung Chemiedidaktik“ wurde im Sommersemester 2023 erstmalig durchgeführt und entstand im Rahmen des BiLinked Projekts, in dem Studierende und Lehrende gemeinsam digitale Lehr-/Lernformate entwickeln und erproben. Bei der Umsetzung stehen die studentische Partizipation und Kollaboration im Fokus. Hier sollte die Förderung professionsrelevanter, digitaler Kompetenzen von Lehramtsstudierenden entwickelt werden. Als Teilnehmende des Seminars war es unsere Aufgabe, im Rahmen des projektbasierten Lernens (Krajcik & Blumenfeld), einer didaktischen Problemstellung kollaborativ durch einen digitalen Unterrichtsauschnitt zu begegnen.

Was haben wir gemacht?

Oben dargestellt ist das dynamische Bohr´sche Wasserstoffatom, wobei der Atomkern pink und das Elektron grün dargestellt wird. Unten dargestellt ist das orange s-Orbital von Wasserstoff., Foto: Marvin Niederlüke

Oben dargestellt ist das dynamische Bohr´sche Wasserstoffatom, wobei der Atomkern pink und das Elektron grün darge-stellt wird. Unten dargestellt ist das orange s-Orbital von Wasserstoff. Foto: Marvin Niederlüke

Hybridvorstellungen beschreiben eine Mischform aus bereits vorhandenen Vorstellungen und neu erworbenen „wissenschaftlichen“ Vorstellungen (Vosniadou & Brewer, 1992). Am Ende der Schulzeit lassen sich Hybridvorstellungen, bei denen nicht kompatible Eigenschaften zwi-schen dem Bohr´schen Atommodell und dem Orbitalmodell verbunden werden, bei Schü-ler*innen nachweisen (Petri & Niederrer, 1998). Jenes kann zu fachlich unangemessenen Vor-stellungen führen, welche am Ende der Schulzeit bestehen bleiben. Unser Ziel war es, Hybrid-vorstellungen zwischen diesen Atommodellen zu vermindern, indem wir mit Augmented Reali-ty, kurz AR, eine Marker-abhängige Umgebung entwickeln, in der Nutzer*innen ein Wasser-stoffatom als Orbitalmodell und als dynamisches Bohr´sches Atommodell betrachten können. Dabei kann jeweils eines der beiden Modelle ausgewählt werden. AR stellt dabei eine geeignete Methode dar, um kognitive Hürden des Modellwechsels zu minimieren, da durch den wieder-holbaren Modellwechsel Modelle eigenaktiv und mehrfach reflektiert bearbeitet werden können (Seibert et al., 2021).

Im Folgenden wollen wir euch unseren Prozess und unser Ergebnis genauer vorstellen.


Wie funktioniert das?

In Blender (Grafiksoftware) lassen sich 3D-Modelle mit Animationen erstellen. So konnten wir zum Beispiel für das Bohr´sche Atommodell eines Wasserstoffatoms eine kleine grüne Kugel (Elektron) erstellen, welche sich auf einer Kurve um eine größere pinke Kugel (Atomkern) dreht. Indem wir in einer anderen Achse eine weitere Kurve als Bewegung für das Elektron festgelegt haben, konnten wir eine dreidimensionale Rotation mit gleichbleibendem Abstand zum Atomkern simulieren. Für das s-Orbital des Orbitalmodells haben wir in einer neuen Datei eine größere orange Kugel in Blender erstellt.

Dargestellt ist der Marker unseres Produktes mit den beiden roten Textfeldern., Foto: Marvin Niederlüke

Dargestellt ist der Marker unseres Produktes mit den beiden roten Textfeldern. Foto: Marvin Niederlüke

In einem zweiten Schritt haben wir mit Vuforia (AR-Plattform) in Unity (Entwicklungsumge-bung) unsere Modelle inklusive der Animationen ins Programm geladen. Zusätzlich mussten wir einen Marker erstellen, also ein Bild, welches ähnlich wie ein QR-Code funktioniert. Auf diesem Marker haben wir Bereiche ausgewählt. Die Kamera erkennt nun die einzelnen Berei-che. Wir haben dabei die Umgebung so programmiert, dass kein Modell sichtbar ist, wenn alle Bereiche von der Kamera erkannt werden. Wird eines der Marker durch eine Hand verdeckt, wird eines der beiden Modelle angezeigt. Damit die Bereiche von unseren Nutzer*innen er-kannt werden, haben wir in einem letzten Schritt noch rote Textfelder über den Markern einge-fügt, in dem jeweils das Modell benannt wird, welches beim Verdecken mit der Hand angezeigt wird.


Welchen Hindernissen sind wir begegnet?

Für uns war das Erstellen von 3D-Modellen und Animationen in Blender vollkommen neuartig. Durch das Making-Media Space hatten wir aber gute technische Möglichkeiten und eine gute Beratungsstelle. Im Internet finden sich viele Erklärvideos zur Nutzung von Blender, welche uns Möglichkeiten für unsere Umsetzung aufgezeigt haben. Viel schwieriger war hingegen das Erstellen der AR-Umgebung in Unity/Vuforia. Während wir in Blender direkt sehen konnten, welche Auswirkung jeder Entwicklungsschritt hatte, konnten wir in Unity/Vuforia immer nur das Endprodukt sehen, nachdem wir bereits mehrere Schritte durchlaufen hatten. Die meiste Zeit haben wir am Ende damit verbracht, einen geeigneten Marker zu finden, der zuverlässig die Bereiche erkennt. Zusätzlich mussten wir uns Gedanken über die Veröffentlichung machen. Die AR-Umgebung ließ sich nicht einfach auf einer Plattform hochladen. Stattdessen mussten wir für die Präsentation unserer Ergebnisse im Seminar unsere eigenen Smartphones zur Verfü-gung stellen. Während der Präsentation hatte die AR-Umgebung leider Schwierigkeiten die Marker zu erkennen.


Welche Vor- und Nachteile haben AR-Umgebungen für den Unterricht?

Tabelle 1: Gibt eine Übersicht über Vor- und Nachteile von AR-Umgebungen.

 

 Vorteile Nachteile
 Transfer von Modellen in die Realität
 Marker funktionieren nicht hinreichend
 Dynamik durch Animation Frage der Veröffentlichung
 Vervielfältigbarkeit des Produkts Zeitaufwendige Erstellung
 Neue Darstellungsmöglichkeiten Analoge Methoden sind empirisch besser untersucht
 Veränderbarkeit der Modelle Höhere kognitive Belastung
 Interaktivität 

 

Wir sehen ein großes Potential für AR-Umgebungen im Unterricht, da sie ermöglichen, theoreti-sche Modelle in die Realität zu bringen. Im Vergleich zu analogen Modellen haben sie zudem die Möglichkeit dynamisch zu sein. Sie können beliebig vervielfältigt und damit für alle Ler-nenden gleichzeitig verfügbar gemacht werden, ermöglichen neue Darstellungsmöglichkeiten, sind interaktiv und haben eine höhere Anpassungsfähigkeit. Dieses Potential kann zum aktuel-len Zeitpunkt jedoch nicht ausgeschöpft werden, da die Marker noch nicht so funktionieren, wie wir uns das gewünscht haben. Die Erstellung ist zudem zeitaufwendig, sodass wir uns fragen, inwiefern die Erstellung von AR-Umgebungen für Lehrkräfte in deren Alltag realistisch ist. Zu-dem steht die Frage der Veröffentlichung im Raum. Im Gegensatz zu Erklärvideos lassen sich diese nicht einfach als MP4 Datei oder auf einer Website hochladen. Dass von AR-Umgebungen eine höhere Kognitive Belastung ausgehen kann, sollte zudem auch beachtet werden. Zum aktuellen Zeitpunkt sind analoge Methoden zudem besser erforscht. (Schweiger, et al., 2022).

Literatur
[1] Krajcik, J. S. & Blumenfeld, P. C. (2005). Project-Based Learning. In The Cambridge Handbook of the Learning Sciences (S. 317–334). Cambridge University Press.
[2] Schweiger, M., Wimmer, J., Chaudhry, M., Alves Siegle, B., & Xie, D. (2022). Lernerfolg in der Schule durch Augmented und Virtual Reality? Eine quantitative Synopse von Wirkungs-studien zum Einsatz virtueller Realitäten in Grund-und weiterführenden Schulen. MedienPäda-gogik, 47, 1-25.
[3] Seibert, J., Lang, V., Lauer, L., Eichinger, A., Bach, S., Kelkel, M., Perels, F., Peschel, M., Huwer, J. & Kay, C. W (2020). Augmented Reality als digitales Lernwerkzeug zur Visualisie-rung nicht-beobachtbarer Prozesse. GDCP Tagung in Aachen 2020, 557-560.
[4] Petri, J., & Niedderer, H. (1998). A learning pathway in high‐school level quantum atomic physics. International Journal of Science Education, 20(9), 1075-1088.
[5] Vosniadou, S., & Brewer, W. F. (1992). Mental models of the earth: A study of conceptual change in childhood. Cognitive psychology, 24(4), 535-585.
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Gesendet von BStiebing in Innovative Lehrprojekte

„Humanities und digital“ – Geisteswissenschaftler*innen und ihre (digitalen) Berufe

Veröffentlicht am 10. Oktober 2023
Ein Beitrag von Almut von Wedelstaedt

Was haben ein IT-Projektleiter, eine Mitarbeiterin der Bielefelder Wissenswerkstadt, die Leitung der Abteilung Vermittlung des Historischen Museums und ein Projektmanager des Transcriptverlags gemeinsam? Sie alle haben an der Universität Bielefeld ein geisteswissenschaftliches Studium absolviert und bei der Veranstaltung „Humanities und digital?“, am 23.6.23 davon sowie von ihren jetzigen Tätigkeiten berichtet. Benjamin Birkenhake, Gesa Fischer, Friederike Meißner und Dennis Schmidt haben sich zuerst in einer von Matthias Buschmeier moderierten Podiumsdiskussion darüber ausgetauscht, welche Veränderungen die zunehmende Digitalisierung in ihren unterschiedlichen Berufsfeldern mit sich bringt, um anschließend in zwei Workshoprunden Studierenden einen tieferen Einblick in die eigene Arbeit zu geben.

Die Sorgen, die Studierende der Geisteswissenschaften mit Blick auf ihre berufliche Zukunft beschäftigen, sind oft unabhängig vom studierten Fach, sehr ähnlich: Kann man mit so einem Studium überhaupt etwas werden? Und dann auch noch etwas, wovon man nicht nur irgendwie leben kann? Gibt es Alternativen zum Tätigsein an Schulen? Spielt es eine Rolle, wenn ich die Regelstudienzeit überschritten habe? Und natürlich gibt es auch Gründe für diese Sorgen, denn selten liest man in Stellenanzeigen, dass jemand gesucht wird, der*die Literaturwissenschaft oder Philosophie studiert hat. Dass es trotzdem ziemlich viele ziemlich gute Berufsaussichten für Absolvent*innen eines geisteswissenschaftlichen Studiums gibt, ist so nicht immer leicht zu sehen.

Die Veranstaltung unserer Community of Practice „Public Humanities“ aus dem Projekt BiLinked war deshalb ein Versuch, diesen Sorgen etwas entgegenzusetzen. Es gibt kein Patentrezept, um mit einem geisteswissenschaftlichen Abschluss einen Job zu finden, aber es gibt ziemlich viele Menschen, wie unsere vier Referent*innen, die genau das geschafft haben. 30 Studierende aus einem weiten Spektrum geisteswissenschaftlicher Studiengänge lauschten denn auch den Beiträgen aufmerksam und engagierten sich in den Diskussionen . Auch etliche einige Lehramtsstudierende waren unter ihnen, denn manchmal stellen sich im Laufe des Studiums Zweifel ein oder es wollen einfach Alternativen erkundet werden.

Eine Frau hät einen Vortrag vor Studierenden, Perspektive aus Sicht von Studierenden, Foto: Universität Bielefeld

Foto: Universität Bielefeld

Und wie ist es nun mit der Arbeitswelt da draußen? Ob es darum geht, ein Begleitprogramm für Kinder im Historischen Museum zu entwickeln, Wissenschaft in der WissensWerkstadt in die Stadt zu holen, neue digitale Bücher auf den Markt zu bringen oder Onlineredaktionen zu beraten – die Referent*innen waren sich einig, dass Geisteswissenschaftler*innen in all diesen unterschiedlichen Berufsfeldern mit ihren Kompetenzen gebraucht werden: Weil sie ein grundlegendes Verständnis von Kommunikation ebenso mitbringen wie ihre analytischen Kompetenzen, die sie befähigen, Problemlagen zu durchschauen und Lösungen für sie zu finden. Die Referent*innen waren sich darin einig, dass die Entwicklung von Large Language Models wie ChatGPT ein Meilenstein in der Entwicklung der Digitalisierung ist, der das Arbeiten mit Texten sehr nachhaltig verändern wird. Trotzdem werden Absolvent*innen eines geisteswissenschaftlichen Studiums damit nicht überflüssig werden, weil es nach wie vor Menschen braucht, die z.B. eine Autorität für Wahrheit sein können – das kann eine Maschine (noch) nicht.

Und was sind die ultimativen Tipps, für alle, die sich Gedanken darüber machen, wie ihre berufliche Zukunft nach einem geisteswissenschaftlichen Studium aussehen könnte? Der bekannte, aber kaum zu überschätzende Tipp heißt die Nähe zur Praxis zu suchen: Praktika zu machen, Praktikumsphasen im Studium zu nutzen oder Angebote, die Praxis und Theorie verknüpfen, zu belegen sowie auch neben dem Studium eigenen Projekten nachzugehen. Außerdem haben alle dazu geraten, in einem Praktikum oder einer ersten Berufstätigkeit auf jeden Fall immer Fragen zu stellen, nicht zu glauben, dass man irgendetwas wissen müsse, sondern einfach nachzufragen. Wer nicht fragt, der nicht gewinnt, so der Tenor.

Die Studierenden waren sich am Ende einig, dass sich der Besuch der Veranstaltung gelohnt hatte, allerdings mit vier Stunden fast ein wenig kurz war. Wir überlegen schon, wie sich das Ganze für den Sommer 2024 erneut umsetzen lassen könnte.

Diese Veranstaltung ist im Rahmen vom Projekt BiLinked entstanden, in dem Studierende und Lehrende gemeinsam digitale Lehr-/Lernformate entwickeln und erproben. Bei der Umsetzung stehen die studentische Partizipation und Kollaboration im Fokus.
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Im Austausch bleiben: Wie beteiligen sich Studierende bei der Weiterentwicklung von Lehre? - Zusammenarbeit im Lehrprojekt BiLinked

Veröffentlicht am 15. August 2023
Ein Beitrag von Lea Bachus und Johanna Springhorn

„Alle müssen wissen, wer was weiß. Das System Uni kann für Studierende sehr diffus sein und man macht sich kaum Gedanken, wie viel hinter dem Vorhang abläuft. Gleichzeitig macht es natürlich Sinn Studierende zu fragen, wie man das Lehrangebot für Studierende verbessern kann.“ (Alex Hallbauer aus der CoP Public Humanities)

An der Universität Bielefeld arbeiten Studierende und Lehrende im Projekt BiLinked seit 2021 gemeinsam daran, digitale Lehr-Lernformate zu entwickeln. Die Zusammenarbeit findet in vier interdisziplinären Communities of Practice (CoPs) statt, die fächerübergreifend verschiedene Studienschwerpunkte abbilden. Dadurch entstehen vielfältige und innovative Ideen, wie Digitales in der Lehre an unserer Uni gut umgesetzt werden kann. Seit Beginn des Projekts beteiligen sich die studentischen Mitarbeiter*innen in den unterschiedlichen CoPs aktiv daran, diese Formate mitzugestalten. Zum Beispiel entwickeln Studierende Selbstlerneinheiten zu Data Literacy mit oder erstellen selbstständig Erklärvideos in der Chemiedidaktik. Einen tieferen Einblick in ihre Mitwirkung und die kollaborative Zusammenarbeit können aber natürlich am besten die Studierenden selbst geben. Deshalb haben wir mal nachgefragt: Wir wollten wissen, wie genau die Studierenden in die Arbeit der CoPs eingebunden sind, und was ihnen wichtig ist bei der kollaborativen Zusammenarbeit von Studierenden und Lehrenden.

Daniel Schumann studiert Erziehungswissenschaften im Master und ist seit 2021 studentischer Mitarbeiter in der CoP Data Literacy. Studentische Beteiligung wird ihm zufolge in seiner CoP auf zwei Ebenen umgesetzt: Zum einen durch die studentischen Mitarbeiter*innen, die von der Konzeption bis zur Umsetzung an der Gestaltung der Lehrveranstaltungen beteiligt sind. Zum anderen über die studentische Beteiligung in den Seminaren selbst, in denen möglichst individuell auf die Interessen der Studierenden eingegangen werden soll. Für Daniel sind eine gute Kommunikation und gegenseitiges Vertrauen die Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Lehrenden und Studierenden:

Yasmin Echterhoff ist Lehramtsstudentin und war von Anfang an als studentische Mitarbeiterin in der CoP Inklusionssensible Lehrer*innenbildung dabei, in der vor allem Seminare im Blended Learning-Format für Lehramtsstudierende gestaltet werden. Die studentischen Mitarbeiter*innen sind dabei sehr vielfältig eingebunden, weil sie sowohl inhaltlich als auch organisatorisch beteiligt sind:

Diese Vielfalt in ihren Aufgaben weiß auch Margit Offermann, die seit letztem Jahr in der CoP MINTconnect mitarbeitet, zu schätzen:

Aus ihrer Sicht ist für die Zusammenarbeit hilfreich, dass die studentischen Mitarbeiter*innen bei den Projekten der CoP in alle Arbeitsschritte und Entscheidungen gleichberechtigt mit den Lehrenden eingebunden sind. Alex Hallbauer aus der CoP Public Humanities sieht das ähnlich und hebt noch einmal die Besonderheiten hervor, die mit der Rolle als studentische Mitarbeiter*innen einhergehen:

In seiner CoP unterstützt er zum Beispiel Studierende in Lehrveranstaltungen dabei, digitale Produkte wie Podcasts zu erstellen, aber ist auch gemeinsam mit den anderen Studierenden und Lehrenden der CoP von Beginn an bei der Organisation von Veranstaltungen mit dabei.

Neben der kollaborativen Arbeit innerhalb der einzelnen CoPs gibt es auch Treffen mit allen beteiligten Studierenden im BiLinked Gesamtprojekt.  Zusammen mit den Studierenden organisiert und gestaltet Lea Bachus, selbst studentische Mitarbeiter*in in der Projektkoordination, diesen Austausch. Dabei geht es vor allem darum, gemeinsam darüber zu sprechen, wie Studierende sich inhaltlich und organisatorisch gut in ihrer CoP einbringen können, um ihre Perspektive auf die Weiterentwicklung von Lehre sichtbar zu machen. So haben sich die Studierenden beispielsweise in einem World Café Format damit beschäftigt, welche Möglichkeiten der (digitalen) kollaborativen Zusammenarbeit in den CoPs gut gelingen oder in einem Stationenlauf gesammelt, welche Beispiele für Good Practices der studentischen Beteiligung in Lehrveranstaltungen und Projekten es an der Uni Bielefeld bereits gibt und was außerdem wünschenswert wäre. 

Der studentische Austausch dient dabei oftmals auch als Blick über den Tellerrand: Wie sieht die Lehre in anderen Fächern aus? Welche Möglichkeiten habe ich dort, selbst etwas mitzugestalten? Was finden andere Studierende wichtig in der Lehre an unserer Uni? Die Ergebnisse nehmen die Studierenden mit in ihre Arbeit in den CoPs. Neben der konkreten Erstellung verschiedener digital unterstützter Lehrformate, bietet BiLinked als Gesamtprojekt daher auch einen guten Rahmen für studentische Beteiligung und die Zusammenarbeit zwischen Studierenden und Lehrenden in der Lehrentwicklung. Und einen Anlass, im Austausch zu bleiben.[Weiterlesen]

Wissen teilen und Stellung beziehen: Studierende der Philosophie schreiben für die Öffentlichkeit

Veröffentlicht am 23. Mai 2023

Ein Beitrag von Anna Welpinghus

An Philosoph*innen wird – vielleicht mehr als an die Vertreter*innen anderer wissenschaftlicher Disziplinen – der Anspruch heran getragen, sie mögen zu gesellschaftlichen Debatten beitragen. Umso enttäuschender kann es sein, wenn die Philosophie in Universitäten vor allem darin besteht, dass Forschende hochspezialisierte fachliche Diskurse führen. Philosophie für die Öffentlichkeit scheint Figuren überlassen zu bleiben, die sich wenig oder gar nicht in der wissenschaftlichen Disziplin bewegen.

Doch dieser Eindruck täuscht. Wissenschaftlich tätige Philosoph*innen bereichern durchaus öffentliche Debatten. Zwar kommen sie dabei selten zu abschließenden Antworten. Aber sie können hilfreiche Begriffe bekannt machen, Missverständnisse ausräumen oder auf besonders relevante Argumente aufmerksam machen. Für dieses Unterfangen hat sich in den letzten Jahren der Begriff „Öffentliche Philosophie“ eingebürgert.

Im Wintersemester 2022/23 habe ich ein Seminar mit dem Titel „Öffentliche Philosophie und Schreiben für die Öffentlichkeit“, für Master-Studierende der Philosophie angeboten. Unterstützt wurde es von dem Projekt „BiLinked“ und der in diesem Projekt angesiedelten Community of Practice (CoP) „Public Humanities“. Ziel der CoP ist es, Studierende sowohl in die Analyse digitaler Medien als auch in die Praxis ihrer Erstellung einzuführen. Genau das passierte in diesem Seminar für schriftliche Beiträge der öffentlichen Philosophie.

In den ersten Wochen stand das Kennenlernen und Reflektieren über öffentliche Philosophie im Vordergrund. Philosophie findet heutzutage in einer Vielzahl an Medien statt, von klassischen Kanälen wie Zeitungen, Radio oder Fernsehen über Blogs oder Podcasts bis hin zu Plattformen der sozialen Medien. Während von Forschenden zunehmend erwartet wird, dass sie ihre Ergebnisse kommunizieren, gibt es auch in der Fachcommunity Bestrebungen, öffentliche Philosophie zu stärken, allen voran das Portal PhilPublica. Diese Entwicklung wirft die Frage auf, was genau die Philosophie eigentlich zu gesellschaftlichen Debatten beizutragen hat. Philosoph*innen beginnen gerade erst, sich damit auseinanderzusetzen. Die Studierenden bekamen somit einen Einblick in ein hochaktuelles Thema.

Als Highlight hielt Eva Weber-Guskar, Professorin für Ethik und Philosophie der Emotionen an der Ruhr-Universität Bochum einen Gastvortrag. Sie unterstützt unter anderem PhilPublica und ist selbst seit vielen Jahren journalistisch tätig.

Zweitens haben die Teilnehmenden als Studienleistung selbst einen Beitrag in öffentlicher Philosophie verfasst. Dieser konnte dann auf der Webpräsenz der CoP Public Humanities veröffentlicht werden. Fast alle, die den Beitrag fertig gestellt haben, nutzten diese Gelegenheit. Die Studierenden haben jeweils zu einem Thema geschrieben, zu dem sie sich bereits auskannten – etwa, weil sie bereits eine Hausarbeit dazu geschrieben hatten. Der Fokus lag also weniger auf der Erarbeitung der Inhalte als auf deren Präsentation.

Dazu reichten die Studierenden eine fünfteilige Studienleistung ein: innerhalb der ersten Wochen recherchierten sie Beispiele für öffentliche Philosophie zu ihrem Thema und analysierten anhand eines Arbeitsblatts, wie das Thema dort vermittelt wird. Im Dezember reichten alle ein Arbeitsblatt zur Vorbereitung des eigenen Beitrags ein und erhielten eine Rückmeldung von mir zu ihrem Vorhaben. Zu diesem Zeitpunkt entschieden sich die Verfasser*innen, zu welcher journalistischen Darstellungsform der Beitrag gehören sollte, etwa ob es ein Kommentar, ein Forschungsbericht oder eine Buchrezension werden sollte.

Im Januar wurde dann ein vollständiger Entwurf des Beitrags eingereicht. Dazu erhielten die Studierenden Feedback von mir und voneinander. Peer Feedback anhand eines Leitfadens zu geben war ein weiterer Teil der Studienleistung. Schließlich stellten die Studierenden zum Ende des Semesters der vollständige Beitrag inklusive Vorschlag für ein Beitragsbild fertig. Dieser sollte den Reaktionsrichtlinien entsprechen, die wir in den vorherigen Sitzungen abgestimmt hatten.

Nach einem redaktionellen Prozess mit letzten Abstimmungen konnten wir die Beiträge bereits im Februar veröffentlichen. Hilfreich war dabei nicht nur, dass die CoP dem Projekt Platz auf ihrer Webpräsenz eingeräumt hat, sondern auch die Unterstützung der dort angestellten Hilfskräfte Clemens Litfin und Alexander Hallbauer.

Im Studium werden zwar häufig schriftliche Arbeiten verlangt, aber diese durchgehen so gut wie nie einen redaktionellen Prozess bis zur Veröffentlichung. Hier konnten die Studierenden einmal erleben, was dazu gehört. Zudem habe ich zu Beginn der Praxisphase in die Grundlagen journalistischen Schreibens eingeführt. Wir haben etwa für die Philosophie bedeutsame journalistische Darstellungsformen besprochen und typische Elemente schriftlicher Online-Publikationen kreiert. Außerdem ging es noch einmal ganz grundlegend um klares, verständliches Schreiben – Ein Thema, das nach der Studieneingangsphase selten explizit gelehrt wird.

Mit diesem Fokus sollte das Seminare Kompetenzen für eine Reihe an Berufen vermitteln, die für Philosophie-Studierende interessant sind: Dazu gehören Tätigkeiten in Wissenschaft und Journalismus, aber auch Berufe, zu denen schriftliche Kommunikation und redaktionelle Arbeiten gehören – etwa in der Öffentlichkeitsarbeit.

Einige Studierende berichteten, dass die Möglichkeit zur Veröffentlichung sie motiviert habe, einen wirklich guten Beitrag zu erschaffen – ein Eindruck, den ich teile. So konnten wir einige informative und (sehr) gut geschriebene Texte veröffentlichen.

Insgesamt stellte das Seminar eine willkommene Abwechslung zu konventionellen Seminaren dar. Der hier vorgestellte Zuschnitt ist besonders für fortgeschrittene Studierende geeignet, da sie auf eigene fachliche Vorkenntnisse zurückgreifen mussten. Aber auch für Studierende im Bachelor kann eine Verknüpfung von theoretischen und anwendungsbezogenen Inhalten sowie die Arbeit an einem gemeinsamen Produkt wertvoll sein. Ich danke der CoP „Public Humanities“ für das Ermöglichen dieses Seminars.

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Gesendet von LKäppele in Innovative Lehrprojekte

Interdisziplinäres Arbeiten in einer digitalen Welt: Ein Bericht aus der BiLinked-CoP Inklusionssensible Lehrer*innenbildung

Veröffentlicht am 20. April 2023

Die Community of Practice „Inklusionssensible Lehrer*innenbildung” stellt ihre Arbeit dar, die besonders auf Interdisziplinarität ausgerichtet ist. Im Projekt BiLinked entwickeln und erproben Studierende und Lehrende gemeinsam digitale Lehr-/Lernformate. Bei der Umsetzung stehen die studentische Partizipation und Kollaboration im Fokus.

Ein Beitrag von Duygu Scanzano & Juliane Wefers

Der Begriff Interdisziplinarität tauchte im deutschsprachigen Raum erstmalig in den 1960er Jahren auf und ist seitdem in aller Munde. Da viele Fragestellungen und Probleme nicht allein aus der Perspektive einer Fachwissenschaft bearbeitet werden können, folgen auch Fachwissenschaftler*innen dem Trend, interdisziplinär zu arbeiten. Gleichzeitig sind dem Terminus vielfältige Interpretationsmöglichkeiten inhärent. So umfasst der Begriff für uns mehr als nur die Zusammenarbeit unterschiedlicher Disziplinen. „Interdisziplinarität ist nichts über den Disziplinen stehendes. Sie belebt ‘disziplinäre Engführungen‘ und ist ‘in Wahrheit Transdisziplinarität‘. Interdisziplinarität bedeutet, konkrete Zusammenarbeit auf Zeit, wohingegen transdisziplinäre ‘Kooperation […] zu einer andauernden, die fachlichen und disziplinären Orientierungen selbst verändernden wissenschaftssystematischen Ordnung führe“ (Mittelstraß 2005, S.19: In: Jungert, Romfeld, Sukopp & Voigt. 2013).

Das Gesamtprojekt BiLinked strebt an, digitale Lehr-Lernformate in Kooperation von Studierenden und Lehrenden zu entwickeln. Dazu arbeiten vier Communities of Practice (CoP) gemeinsam mit dem Digital Learning Lab. Eine Ebene der interdisziplinären Zusammenarbeit ist dementsprechend der Austausch zwischen den CoPs. Im Zentrum unserer CoP steht u.a. die Förderung medienpädagogischer und mediendidaktischer Kompetenzen bei Lehramtsstudierenden. Der Fokus richtet sich dabei auf die kollaborative Planung und Gestaltung digitaler Unterrichtsmaterialien im Tridem, bestehend aus Studierenden, einer Lehrkraft und einer Person der Fachdidaktik. Innerhalb dieser Tridems werden digitalitätsbezogene Unterrichtseinheiten entwickelt und in der Praxis erprobt. Durch die Beteiligung von den Fachdidaktiken für Biologie, Deutsch als Fremd- und Zweitsprache/Mehrsprachigkeit, Mathematik, Musik, Sachunterricht Sozialwissenschaften und Sport ist also auch auf der Ebene der CoP selbst interdisziplinäres Arbeiten wichtig. Durch Arbeit an den Unterrichtseinheiten in den einzelnen Tridems ergibt sich unweigerlich eine Trennung der Zusammenarbeit innerhalb der CoP. Um interdisziplinär arbeiten zu können, ist es unser Bestreben, die Trennung der sieben Tridems aufzubrechen. Grund dafür ist zum einen, dass interdisziplinär zu arbeiten die Möglichkeit eröffnet, fächerübergreifende und digitalitätsbezogene Unterrichtseinheiten in unserer CoP zu entwickeln. Der Austausch über die Unterrichtseinheiten bietet uns zum anderen die Möglichkeit, Unterrichtsgegenstände aus den Blickwinkeln der einzelnen Fachdidaktiken betrachten zu können und so eine Mehrperspektivität zu erhalten. Diese Blickwinkel können sich ergänzen, widersprechen oder relativieren, wodurch vielfältige Reflexionsprozesse ausgelöst werden. Im gleichen Atemzug können aber auch Herausforderungen entstehen, die sich aus den unterschiedlichen Zielen, Anforderungen und Ansprüchen an Digitalität und digitale Lehre sowie aus den Arbeits- und Kommunikationsformen der Disziplinen ergeben. Eine wesentliche Herausforderung für unsere CoP besteht in der Einnahme fachfremder Perspektiven. Daher besteht der Ansatz darin, dass jede Fachdidaktik einen Überblick über die Vorstellung von Digitalität der jeweiligen anderen Fachdidaktiken gewinnt, sowie Inhaltsbereiche ihrer Arbeit vorstellt. Gleichzeitig können dadurch Anknüpfungspunkte identifiziert werden sowie ähnliche Ziele in Bezug auf digitale Lehr-/Lernformate bzw. digitalitätsbezogene Unterrichtseinheiten entwickelt werden.

Im Gesamten zeichnen sich für uns Formen der interdisziplinären Zusammenarbeit dadurch aus, dass durch diverse (fachliche) Erfahrungen und Expertisen neue Blickwinkel, Denkweisen-, Arbeits- und Handlungsweisen eröffnet werden, die für alle Akteur*innen nutzbar gemacht werden können. Um künftig interdisziplinär auftreten zu können, bedarf es die Beschäftigung mit der Frage, auf welche Weise wir in diesem Kontext das (Inter)agieren weiterentwickeln können.

Literatur:

Jungert, M., Romfeld, E., Sukopp, T. & Voigt, U. (2013, S.23 ff.), Interdisziplinarität - Theorie, Praxis, Probleme 2. Auflage. Darmstadt: WBG

Mittelstraß, J. (2005, S. 18 ff.): Methodische Transdisziplinarität. In: Technikfolgenabschätzung. Theorie und Praxis 14. (2).

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Aus dem Projekt DiViFag: Lehr-/Lernszenario „Blutentnahme“

Veröffentlicht am 9. Februar 2023

Ein Beitrag von Miriam Falk-Dulisch, Dr. Anne-Kathrin Eickelmann und Laura Liebau

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projektes „Digital und virtuell unterstützte Fallarbeit in den Gesundheitsberufen“ (DiViFaG) wurden an der Universität Bielefeld für die Medizinstudierenden verschiedene Lernszenarien entwickelt. Ziel des Projektes DiViFaG ist die Entwicklung, Erprobung und Evaluation digital und virtuell unterstützter Lehr-/Lernszenarien zu Basisfertigkeiten in den Gesundheitsberufen. Die erstellten Materialien werden im Anschluss als Open Educational Ressource zur Verfügung gestellt.

Ein interdisziplinäres Team aus Wissenschaftler*innen der Medizinischen Fakultät OWL konzipierte das hier vorgestellte fallbasierte Lernszenario zum Thema „Venöse Blutentnahme“ und erprobte es mit den Studierenden im zweiten Semester des Modellstudiengangs Medizin. Ein hybrider Ansatz aus „flipped classroom“ und „blended learning“ trug dem bereits verdichteten Medizinstudium Rechnung. So erfolgte z.B. die Vor- und Nachbereitung der theoretischen Inhalte für die Präsenzveranstaltungen in einem interaktiv gestalteten LernraumPlus. Zur Aktivierung und Wissensvermittlung wurden dabei verschiedene digitale Medien wie Videos, Audiodateien sowie diverse H5P-Elemente eingesetzt. Die Studierenden konnten sich entsprechend asynchron, zeit- und ortunabhängig sowie selbstständig in das Thema einarbeiten.

Beim Aufbau des LernraumPlus wurde das Grid-Format verwendet, durch welches die Einteilung der Lernabschnitte anhand der hinterlegten, eingängigen Graphiken direkt visuell erfassbar ist. Dadurch entsteht eine strukturierte Übersicht der angebotenen Themenblöcke wie in der folgenden Abbildung dargestellt.

 Kacheln mit passenden Grafiken für Aufgaben im Lernraum Plus

 

Im Einführungsteil werden die Studierenden begrüßt und bekommen direkt zu Beginn die Lernziele und Kompetenzen erläutert, die mit dem Lernraum und dem Modul vermittelt bzw. angebahnt werden. Darüber hinaus wird ihnen kurz der Modulablauf anhand der bereits bekannten Abschnittsbilder bildlich dargestellt und die Navigation durch den Lernraum anhand eines Screenshots erläutert.

Das Lernszenario ist in fünf Abschnitte unterteilt. 1-3 und 5 finden online statt, 4 in Präsenz.

 

Hinweis zur Navigation durch das Lernszenario Blutentnahme

 

So sollen insbesondere für die Studierenden, die noch nicht geübt im Umgang mit Moodle sind, Verunsicherungen abgebaut werden und die Fokussierung auf die Inhalte des Moduls und des Lernraums erleichtert werden.

Um zusätzlich zur Vermittlung von kognitivem Wissen und Handlungswissen die Komplexität des Berufsalltags darzustellen, wird die venöse Blutentnahme durch einen realitätsnahen Patientenfall gerahmt. Die Falldarstellung erfolgt zunächst möglichst realitätsgetreu aus Sicht des Patienten und aus Sicht seines Hausarztes. Hierzu wurde der jeweilige Monolog mithilfe eines gängigen Smartphones mit Aufnahmefunktion eingesprochen und sowohl als Tonspur als auch in ausklappbarer Textform zum Nachlesen im Lernraum platziert. Innerhalb des Lernraums fungiert der Fall wiederholt als roter Faden und Bindeglied entlang der einzelnen Abschnitte und strukturiert für die Studierenden den Lernpfad durch den immer wieder auftauchenden Protagonisten (Patient) und dessen Krankheitsverlauf.

Daran schließt sich, wie auch in der Realität, ein Einblick in die Krankenakte mit Befunden des Patienten an. Diese konnte mit dem H5P-Element „Interactive Book“ inhaltlich entsprechend einer physischen Aktenkladde mit Laborbefunden, Röntgenbildern usw. abgebildet werden:

Interactive Book mit Laborwerten

 

Das „Interactive Book“ kann mit Hilfe der Pfeiltasten der Tastatur durchgeblättert oder die gesuchte Seite mit der Navigationsleiste linksseitig aufgerufen werden. Die einzelnen Inhaltseiten dieses vielseitigen H5P-Elements lassen sich individuell mithilfe anderer H5P-Elemente gestalten, z.B. ein Quiz oder Bilderreihen. Weiterhin können sogenannte „Hotspots“ (im Bild das rote runde Symbol mit dem „?“) genutzt werden, um z.B. Fachbegriffe zu erläutern. Darüber hinaus ist es ebenso denkbar, komplette Lerneinheiten als „Interactive Book“ zu bündeln und zu implementieren.

Die Studierenden werden im Verlauf des hier beschriebenen Lernszenarios zudem mithilfe regelmäßiger Aktivierungen, beispielsweise durch Wissensfragen oder ein Quiz, zur Reflektion des bereits Gelernten angeregt. Ebenso ist es möglich, dass die Studierenden mithilfe einer digitalen Pinnwand (Einbettung über Padlet, bald TaskCards) kollaborativ und trotzdem asynchron zu bestimmten Themenabschnitten im Vorfeld zum Präsenzteil gemeinsam Ideen sammeln.

Wissensinhalte z.B. zu benötigten Materialien bei einer Blutentnahme wurden spielerisch mittels eines Suchbildes (H5P: „Find the Hotspots“) aufgearbeitet und der Ablauf einer Blutentnahme am lebenden Modell mithilfe eines zweiminütigen Videos dargestellt (hier selbst produziert im Rahmen der OER-Vorgabe des Projekts, problemlos möglich ist aber auch die Einbettung von YouTube-Videos). So können eher eintönige Inhalte, die mitunter seitenlanges Textlesen mit sich bringen, kurzweilig und auf verschiedenen Ebenen (visuell, auditiv und aktiv) vermittelt werden.

Unter dem fünften Abschnitt wird zusätzliches Material für die Studierenden bereitgestellt, das Themen behandelt, die z.T. erst im weiteren Verlauf des Studiums ausführlicher besprochen werden und die hier noch nicht prüfungsrelevant sind (wie z.B. rechtliche Aspekte). Auch der Abschluss des Falls nach der Präsenzveranstaltung mit den praktischen Übungen findet hier statt.

Die Evaluation erfolgt durch Feedbackfragen zum Abschluss jedes Abschnitts im Lernraum. Dabei bewerteten die Studierenden realitätsnah und spielerisch dargestellte Inhalte wie z.B. die Falldarstellung und die Patientenakte als für den Lernprozess hilfreich und nutzen diese besonders häufig. Durch die asynchrone und modulare Bearbeitungsmöglichkeit der Inhalte war der Lernraum auch für diejenigen geeignet, die sich aufgrund von Vorausbildungen in einschlägigen Gesundheitsberufen bereits (teilweise) in der Thematik auskannten, da sie die für sie relevanten Inhalte selbstständig auswählen.

Alle Projektmitarbeiter*innen standen im Vorfeld vor der Aufgabe, sich mit den Möglichkeiten und Grenzen von Moodle und der damit verbundenen Plugin-Anwendung H5P zum Erstellen und Einbetten der Tools auseinanderzusetzen. Besonders für die Übersetzung rein theoretischer Wissensinhalte in interaktive und innovative Anwendungen bot die H5P-eigene Homepage eine häufig genutzte Hilfestellung (Übersicht siehe hier: https://h5p.org/content-types-and-applications). Die dort bereitgestellte eingängige Übersicht der verschiedenen Tools mit einer kurzen Erklärung zu möglichen Einsatzbereichen des einzelnen Plugins erleichtert die didaktisch sinnvolle Einbettung theoretischer in den verschiedenen Abschnitten des Lernraums.

Eine weitere Herausforderung, die spezifisch für Moodle zu sein scheint, ist die fehlende Möglichkeit zur Einbettung von PDF-Dokumenten als Textseite. PDF können hier entweder als Download mit Verlinkung zum Dokument (öffnet dann in einem neuen Tab) hinterlegt oder müssen vorher in eine Bilddatei konvertiert werden.

Eigene Graphiken, wie z.B. die bereits gezeigten Grid-Bilder, wurden im Rahmen des Forschungsprojekts individuell und somit OER-fähig erstellt. Dafür ist im alltäglichen Lehrbetrieb allerdings selten ausreichend Zeit. Alternativ können lizenzfreie Bilder aus dem Internet verwendet werden, die dann ggf. nur mit der entsprechenden Quellenangabe gekennzeichnet sein müssen. Um Textabschnitte auch graphisch zu gliedern oder bestimmte Textarten und Lernabschnitte zu kennzeichnen, können Piktogramme aus dem MS Office-Portfolio eingefügt und frei verwendet werden.

Das Fazit aus Lehrendensicht ist, dass ein gewisser Aufwand im Vorfeld unausweichlich, aber im Sinne jeder guten Vorbereitung im Lehrbetrieb sehr lohnenswert ist. Die Inhalte können auch in Zukunft weiterverwendet werden. Sollten inhaltliche Anpassungen gewünscht oder notwendig sein, können diese jederzeit kurzfristig und mit geringem Aufwand vorgenommen werden. Hybride Unterrichtsformate lassen sich somit aus Lehrenden- und Lernendensicht attraktiv und innovativ umsetzen, wenn man einmal Zeit investiert und sich mit den Herausforderungen und Möglichkeiten des Learning-Management-Systems auseinandersetzt.

Weitere Informationen zum Projekt: https://www.uni-bielefeld.de/fakultaeten/medizin/fakultaet/arbeitsgruppen/environment/forschung/divifag/

Kontakt: divifag.medizin@uni-bielefeld.de

 

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Gesendet von LKäppele in Innovative Lehrprojekte

BiLinked – Die CoP MINTconnect berichtet: Digitalkompetenzen anschlussfähig vermitteln – Konzeption eines advance organizer Videos

Veröffentlicht am 12. Januar 2023

Wie kann man sich als Studierender in einem hochschulweiten Projekt einbringen? Nachdem uns Sophie Spliethoff und Yasmin Kaspersetz aus der CoP Data Literacy ihre studentische Perspektive aufgezeigt haben, folgt Josia Hoppmann, der in der CoP MINTconnect daran arbeitet Digitalkompetenzen anschlussfähig zu vermitteln. Im Projekt BiLinked entwickeln und erproben Studierende und Lehrende gemeinsam digitale Lehr-/Lernformate. Bei der Umsetzung steht die studentische Partizipation und Kollaboration im Fokus.

Portrait Josia Hoppmann
Josia Hoppmann, Lehramtsstudent. Foto: Josia Hoppmann

Ich heiße Josia Hoppmann und studiere Chemie & Sport auf Lehramt. Über ein Jahr lang habe ich das Projekt „ChemieDidaktikDigital“ (CD2) als Teil von BiLinked und der Didaktik der Chemie mitgestaltet. Ziel des Projektes ist es, die Digitalkompetenzen von Lehramtsstudierenden zu fördern. Dies soll durch digitale Lerneinheiten zu den Themen „Präsentation“ und „Simulation & Modellierung“ umgesetzt werden. Ich habe an der Entwicklung dieser Lerneinheiten von theoretischer Konzeption bis zu konkreter technischer Umsetzung umfassend mitgewirkt und mitgestaltet. Dabei konnte ich viel Verantwortung übernehmen und habe deshalb die Gestaltung der Lerneinheiten zum Thema Präsentation als zu fördernde Digitalkompetenz in die Hand genommen.

Ein sehr populäres digitales Präsentationsmedium ist das Erklärvideo, auf das sich die Lerneinheiten zur Präsentation beziehen sollten. Neben einer noch nicht finalisierten Einheit zur technischen Umsetzung von Erklärvideos, lag mein Fokus auf einer Lerneinheit zu didaktisch-psychologischen Qualitätskriterien von Erklärvideos. In einer ersten Pilotierung zur usability ist diese Lerneinheit dabei gut angekommen. Insbesondere die erleichterte Orientierung durch die eingebaute Navigationsleiste und das selbstgeleitete Durchführen der Lerneinheit wurden sehr positiv aufgenommen. Hinsichtlich des Aufbaus bestand die Überlegung, der Lerneinheit eine inhaltliche Einführung voranzustellen. Diese Einführung sollte durch einen „advance organizer“, der durch den Psychologen Diethelm Wahl als „früh im Lernprozess vermittelte Expertenstruktur“ bezeichnet wird, erfolgen. Der advance organizer hat das Ziel, Lernprozesse effektiver zu gestalten, indem er den Lernenden die Inhalte der Lerneinheit vorab strukturiert und erklärend vermittelt. Um an das Vorwissen anknüpfen zu können, werden die Inhalte im advance organizer auf einem allgemeineren Niveau als in der eigentlichen Lerneinheit vermittelt. Da Lehramtsstudierende nachweislich eine geringere Affinität für das digitale Arbeiten aufweisen als andere Studierende, halten wir die advance organizer-Struktur im Hinblick auf unsere Ziele für besonders geeignet. Passend zu der Digitalität der Lerneinheiten lag es nahe, diesen advance organizer in einem Video umzusetzen. Hieraus ergab sich die Frage, der ich mich in meiner Bachelorarbeit widmete:

„Inwiefern lassen sich advance organizer und Erklärvideo vereinen und welche Qualitätskriterien könnten für ein solches advance organizer-Video gelten?“

Ich habe ein advance organizer-Video als ein kurzes Video, das vor dem Lernmaterial eingeführt wird, definiert. Es soll in Bezug auf das Lernmaterial inklusivere und abstraktere Inhalte, Konzepte und Zusammenhänge erklären, um die Lücke zwischen dem Vorwissen der Lernenden und dem zu erlernenden Wissen zu schließen und ein Verständnis bzw. effektiven Lernprozess von neuem Inhalt vorzubereiten.

Bereits während der Bearbeitung der Bachelorarbeit erstellte ich das Video für die Lerneinheit zu den Qualitätskriterien des Erklärvideos. Dafür nutzte ich das Programm Prezi, welches sich bei der Umsetzung der Bildgrundlage für das Video gut eignete.

Beispiel eines advance organizer-Videos
Zusammenfassungsteil des advance organizer-Videos. Foto: Josia Hoppmann

 

Vor allem für die schrittweise Entwicklung des advance organizers ist Prezi vorteilhaft. Kennzeichnend für das advance organizer-Video ist ein übersichtliches und ansprechendes Design. Die Nutzung von Icons soll dazu beitragen, möglichst wenig Text in dem Videobild zu verwenden. Persönlich hatte ich besonders viel Spaß bei der technischen Erstellung der Videos, denn ich konnte dabei selbst etwas dazu lernen und meine eigene Kompetenz in diesem Bereich ausbauen. Zusätzlich hat mich motiviert, mein bereits vorhandenes Wissen im Bereich der Tonaufnahme einbringen zu können.

Technische Ausstattung der Tonaufnahme. zu sehen ist ein Laptop und Mikro, sowie ein weiterer Bildschirm mit dem Aufnahmeprogramm
Tonaufnahme und Produktion eines Videos. Foto: Josia Hoppmann

 

Ständig Neues zu lernen, Kompetenzen aufzubauen und einzubringen sowie das aktive Mitgestalten und Verantwortung zu übernehmen sind Punkte, die ich aus meiner Zeit als Hilfskraft als sehr bereichernd mitnehme. Aufgrund meines Praxissemesters werde ich aus zeitlichen Gründen im kommenden Jahr leider nicht mehr in dem Projekt involviert sein. Zukünftig werden die Lerneinheiten in einem Seminar zur Digitalisierung im Chemieunterricht im Rahmen von blended learning eingesetzt. Zusätzlich werden die bereits bestehenden Lerneinheiten zu Erklärvideos und Simulationen laufend ergänzt und um zusammenfassende Vertiefungsbausteine erweitert.

Ein Beitrag von Josia Hoppmann[Weiterlesen]
Gesendet von BStiebing in Innovative Lehrprojekte

Datenkompetenz als interdisziplinäre Fähigkeit – Die CoP Data Literacy von BiLinked berichtet

Veröffentlicht am 23. November 2022

Datenkompetenz ist in der heutigen Zeit eine unumgängliche Fähigkeit. Auch in Studiengängen, in denen traditionell nicht so viel mit Daten umgegangen wird, ist sie relevant, wird aber nicht immer ausreichend vermittelt. Dies will die Community of Practice (CoP) Data Literacy aus dem Projekt BiLinked ändern.

Sophie Spliethoff studiert Geschichtswissenschaft und Anglistik im Master und Yasmin Kaspersetz Grundschullehramt mit inkludierter Sonderpädagogik. Beide arbeiten als wissenschaftliche Hilfskräfte in der CoP. Von ihnen wollen wir mehr über die CoP und ihre Projekte erfahren, aber auch darüber, wie sie als Studentinnen die Arbeit dort wahrnehmen und mitgestalten.

Birte Stiebing: Was genau kann man sich unter Data Literacy vorstellen und wofür steht der Begriff?

Sophie Spliethoff: Das ist sozusagen die Kompetenz, mit Daten umzugehen. Dazu gehört zum einen, das Recherchieren, Sammeln und Organisieren von Daten, aber zum anderen auch das Teilen, Bearbeiten und Analysieren. Das beginnt schon dabei, eine Struktur für Dateien und Ordner auf dem eigenen PC zu haben.

Die Vermittlung solcher Datenkompetenzen soll in alle Studiengänge Einzug halten. Davon profitieren können vor allem die Studiengänge, die klassischerweise als nicht besonders datenaffin angesehen werden, also zum Beispiel die Geschichtswissenschaft, die Germanistik oder auch der Sachunterricht. Besonders im Lehramt kann man davon sehr stark profitieren, weil es immer notwendiger wird, mit Daten umgehen zu können.

Yasmin Kaspersetz: Es steckt einfach sehr vieles dahinter. Allein hinter dem Begriff „Daten“ steckt schon so viel, dass wir im Projekt erstmal die Theorie klären mussten – beispielsweise wird in verschiedenen Disziplinen unterschiedlich definiert, was unter den Begriff „Daten“ fällt. In Data Literacy sind deshalb sehr viele Kompetenzbereiche und Inhalte vertreten und man kann vieles gar nicht so einfach verallgemeinern.

„Die Vermittlung solcher Datenkompetenzen soll in alle Studiengänge Einzug halten. Davon profitieren können vor allem die Studiengänge, die klassischerweise als nicht besonders datenaffin angesehen werden“

BS: Also geht es gar nicht nur darum, Datensätze richtig lesen zu können, sondern tatsächlich auch darum, mit Dateien umgehen zu können?

YK: Genau, natürlich geht es auch darum, mit Datensätzen umgehen zu können, aber da gehört noch viel mehr dazu: Zum Beispiel, ein eigenes Dateiensystem anlegen zu können oder auch technische Tools im Umgang mit Daten anwenden zu können.

SSp: Und sowohl das Wissen über Daten und Datenbegriffe als auch anwendungsorientierte Kompetenzen wie das Nutzen von Tools sollen in den Selbstlerneinheiten, die wir erstellen, vermittelt werden.

BS: Welche Fachbereiche seid ihr in der Data Literacy?

SSp: Wir bestehen aus den Fachbereichen Erziehungswissenschaft, Germanistik, Geschichtswissenschaft und Sachunterricht.

BS: Welche Aufgaben habt ihr jetzt als wissenschaftliche Hilfskräfte und welchen Einfluss habt ihr auf aktuelle Projekte?

YK: Wir haben ganz verschiedene Aufgaben, aber das ist glaube ich immer so bei Hilfskräften. Bei uns geht das von organisatorischen Dingen wie Kontaktaufnahmen mit bestimmten Stellen, oder Personen, bis hin zu inhaltlichen Entwicklungen von unseren Lerneinheiten. Wir machen auch einige technische Sachen. Zum Beispiel hatten wir Schulungen zum Umgang mit Moodle (Anm. d.R.: Lernraum Plus) und haben uns da auch in viele technische Sachen selbst eingearbeitet.

SSp: Ich finde es sehr gut, dass wir hier selbst so viel lernen und auch an Workshops teilnehmen können. Wir arbeiten generell viel selbstverantwortlich und frei.

Ich glaube für das Projekt ist es auch schön, dass wir die studentische Perspektive mit einbringen können, weil die Lerneinheiten für Studierende gemacht werden, so können wir also direkt auch Feedback geben.

Wir sind am kompletten Prozess beteiligt. Das heißt, wir bekommen Besprechungen mit und sind aktiv an der Erstellung der Einheiten beteiligt. Somit können wir direkt unsere Ideen und wie gesagt unsere studentische Perspektive mit einbringen.

YK: Der Umgang der CoP uns gegenüber ist auch sehr wertschätzend und unsere Meinung zu den Projekten wird da immer wieder eingefordert.

„Wir sind gerade dabei, grundlegende Einheiten zu erstellen, etwa zum Datenbegriff und eine historische Einführung zu Daten.“

BS: Ihr habt jetzt von Lerneinheiten gesprochen. Was genau ist damit gemeint?

SSp: Das sind Selbstlerneinheiten, die in Moodle erstellt werden und dann von den Studierenden selbst ausgeführt werden können. Wir sind gerade dabei, grundlegende Einheiten zu erstellen, etwa zum Datenbegriff und eine historische Einführung zu Daten. Dann gibt es eine Einheit zum Forschungsdatenmanagement und darauf aufbauend sollen dann weitere Einheiten folgen, zum Beispiel zur Datenvisualisierung. Die Selbstlerneinheiten sollen dann in Seminare eingebunden werden können. Es soll also einen Pool an kurzen Einheiten geben, aus denen Lehrende sich die raussuchen, die sie gerade brauchen und sie dann für ihre Seminare nutzen können.

BS: Gibt es denn schon erste Ergebnisse, die man sich anschauen kann?

SSp: Die Selbstlerneinheiten sind noch nicht öffentlich. Wir sind jetzt gerade dabei, die ersten fertigen Lerneinheiten in einzelnen Seminaren zu testen. Gerade holen wir also auch Feedback von den Studierenden ein, um die Einheiten vor der Veröffentlichung noch einmal zu überarbeiten.

BS: Auf eurer Webseite steht, dass die Lerneinheiten auch über die Universität Bielefeld hinaus genutzt werden sollen. Habt ihr da schon einen Plan wie ihr das erreichen wollt? Bzw. wie ihr euch eine Anwendung an anderen Unis oder sogar außerhalb von Unis vorstellen könnt?

YK: Es ist angedacht die Lerneinheiten über ORCA.nrw zu veröffentlichen und dann können sie eben eigenständig genutzt werden.

SSp: Dann sind sie auch zugänglich für Lehrende und Studierende an anderen Unis.

BS: Welche Einblicke, Erfahrungen und Kompetenzen konntet ihr durch die Arbeit am Projekt denn schon für euch selbst gewinnen?

YK: Wir haben einen Einblick in interdisziplinäre Forschung bekommen und dass diese viele Kompetenzen im Bereich der Kommunikation erfordert. Gerade zu Beginn mussten wir uns erst zu mehreren Themen einigen. Es wurde zum Beispiel viel darüber gesprochen, wie unsere verschiedenen Begrifflichkeiten sind, etwa über Daten.

SSp: Wir mussten uns auch darin abstimmen, welche Erwartungen und Anforderungen die verschiedenen Fachbereiche hatten.

YK: Auch dass wir diese naturwissenschaftliche Komponente mit drin haben, hat viel Einigung zwischen den verschiedenen Fachbereichen erfordert. Wir mussten viel klären. Das hat auch dazu geführt, dass wir die eigene Kommunikationsfähigkeit schulen konnten.

SSp: Und auch inhaltlich haben wir sehr viel gelernt. Also ich habe viel für mich über Daten und Datenkompetenzen mitgenommen, was ich ja auch in meinem eigenen Studium anwenden kann. YK: Diese technischen Kompetenzen, von denen wir eben schon gesprochen hatten, bringen einem ja auch etwas. Selbst zu wissen, wie Forschungsdatenmanagement funktioniert, kann schon sehr hilfreich sein. Und auch über Moodle mehr zu erfahren und über die Lerneinheiten bringt ja gerade auch für uns im Lehramt sehr viel.

SSp: Genau, ich bin auch Tutorin und mein Wissen über Moodle kann ich in meinen Tutorien direkt anwenden. Das ist super praktisch.

„Selbst zu wissen, wie Forschungsdatenmanagement funktioniert, kann schon sehr hilfreich sein.“

BS: Gibt es eine Zusammenarbeit von Data Literacy mit anderen CoPs? Und wenn ja, wie sieht diese aus?

SSp: Es gibt regelmäßige Austauschtreffen, in denen jede CoP mal den aktuellen Stand bzw. ihre Ziele vorstellt und wir uns dann gegenseitig Feedback geben. Es ist sehr hilfreich, dass man dadurch aus den anderen CoPs verschiedene Erfahrungen und Perspektiven mitnehmen und sich auch durch die anderen Vorträge inspirieren lassen kann.

BS: Und wie funktioniert die interdisziplinäre Arbeit innerhalb eurer CoP? Also habt ihr Arbeitsgruppen immer nur innerhalb der Fachbereiche oder gibt es übergreifende Arbeitsgruppen?

SSp: Es gibt beides. Wir arbeiten teilweise innerhalb der Fachbereiche, aber es gibt auch Arbeitsgruppen, die übergreifend sind und wir treffen uns auch in der ganzen CoP regelmäßig und tauschen uns da aus. Das funktioniert auch total gut und ist sehr hilfreich. Es ist inhaltlich interessant zu sehen, wo Überschneidungen und Unterschiede der verschiedenen Fächer liegen. Wir geben uns gegenseitiges Feedback und können neue Ideen durch verschiedene Erfahrungshintergründe mitnehmen.

BS: Wo kann man sich denn weiter über die Projekte von Data Literacy informieren?

YK: Am besten geht das auf unserer Homepage. Da informieren wir regelmäßig über den Stand unserer Arbeit. Man kann uns aber auch per Mail anschreiben. Alle aus der CoP sind sehr hilfsbereit und freuen sich, wenn sie weiteres Interesse anregen können.

SSp: Genau, alle Mitarbeiter*innen sind auf der Homepage zu finden. Außerdem sollen die Ergebnisse aus allen CoPs ja auch auf dem Blog erscheinen, das heißt es lohnt sich da nochmal reinzuschauen.

(Verschriftlichung des Interviews: Laura Käppele)

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"Wir machen das digital" genügt uns nicht: Ein Bericht aus der BiLinked-CoP Inklusionssensible Lehrer*innenbildung

Veröffentlicht am 18. Oktober 2022

Im Projekt BiLinked entwickeln und erproben Studierende und Lehrende gemeinsam digitale Lehr-/Lernformate. Bei der Umsetzung steht die studentische Partizipation und Kollaboration im Fokus. Marcel Beyer berichtet aus der CoP inklusionssensible Lehrer*innenbildung.

Von Marcel Beyer (BiLinked – CoP inklusionssensible Lehrer*innenbildung)

Auf der technischen Seite erfordert die angestrebte umfassende Digitalisierung der Bildung sowohl in Hochschulen als auch in Schulen große Anstrengungen. Mit erheblichem finanziellen Aufwand wird der Aufbau einer notwendigen technischen Infrastruktur etwa im Rahmen des "Digitalpakts Schule" durch Bund und Länder forciert. So werden eifrig Tafeln durch Smart-Boards getauscht, digitale Endgeräte angeschafft, ISDN-Leitungen weichen einer Breitband-W-LAN-Abdeckung und der gute alte Overhead-Projektor wird zu einem Stück Zeitgeschichte. Zugegeben, dieses Bild trifft nur bedingt zu; es gibt erhebliche Unterschiede von Schule zu Schule und eine Vielzahl an Problemen bei der konkreten Anschaffung und dem nachhaltigen Einsatz von Technik und Software.

Auf der inhaltlichen Seite stellt sich die Frage nach Risiken und Potentialen jener Digitalisierung von Bildung. Damit geht es um den reflektierten Umgang mit den immer solider ausgebauten technischen Voraussetzungen. Wo sind also die Räume in denen (fachdidaktisch) reflektiert, solide durchdacht, hinterfragt und (weiter-)entwickelt wird, wie Lehren und Lernen in einer Kultur der Digitalität gestaltet werden kann und sollte? Wo werden Konzepte erprobt, die phasenübergreifend erarbeitet werden? Die CoP Inklusionssensible Lehrer*innenbildung des BiLinked-Projekts (weitere Infos in diesem Blogbeitrag), in der Lehramtsstudierende, Fachdidaktiker*innen und Lehrkräfte zusammenkommen, ist ein solcher Ort. Nach dem erfolgreichen Bestehen der Pilotphase und einer tiefen Einarbeitung der sieben Fachdidaktiken in die Materie wurde schnell klar: Die inhaltliche Seite der Digitalisierung von Schul- und Hochschulbildung – oder besser einer Bildung im Kontext von Digitalität – hinkt der technischen Seite deutlich hinterher.

Über den Einsatz von Tools hinausgehen

Welchen Mehrwert bietet Technik für Bildung? Wie können Medien als Werkzeuge sinnvoll eingesetzt werden? Dies sind Fragen, die nicht im Zentrum unserer Auseinandersetzung stehen. Auch wenn wir diese verhandeln, sind es schlicht nicht die richtigen Fragen für die anstehenden Herausforderungen, wie ein Einblick in das letzte CoP-Treffen zeigt. Dabei haben wir auf Basis der vorhandenen interdisziplinären Expertise (allgemeindidaktisch und auf Basis der beteiligten Fachdidaktiken: Biologie, Deutsch als Fremd- und Zweitsprache/Mehrsprachigkeit, Mathematik, Musik, Sachunterricht, Sozialwissenschaften und Sport) erörtert, welche Fragen überhaupt zu stellen sind und welche Konsequenzen das für unsere Arbeit hat. Kritisch diskutiert und weitergedacht haben wir hierbei die Argumentationslinie Axel Krommers (Link zum Weiterlesen). Mit Bezug auf Felix Stalders Konzept einer Kultur der Digitalität skizziert Krommer die Leitmedientransformation vom Paradigma der Typografie hin zu einem Paradigma der Digitalität. Knapp und unvollständig umrissen fußt jene Digitalität auf:

  • Referentialität (Gemeint ist die Beteiligung von immer mehr Menschen an kulturellen Prozessen beispielsweise im Internet. Hierbei kommt es zu einer Erosion etablierter Ordnungsstrukturen. Eine Vielzahl an Informationen muss vom Individuum gefiltert werden: etwa das Wesentliche vom Unwesentlichen, das Relevante vom Irrelevanten und Wahres von Falschem.)
  • Gemeinschaftlichkeit (Individuell und in Gemeinschaft geht es darum der Flut an Informationen zu begegnen und Orientierung zu stiften. Beispiele hierfür sind soziale Netzwerke.)
  • Algorithmizität (Referentialität und Gemeinschaftlichkeit sind auf die Ordnungswirkung von Algorithmen angewiesen. Gleichsam gilt es die Grundlagen und die Wirkungsweisen von Algorithmen einzuordnen. Ein Beispiel hierfür ist die Verkehrsmittelentscheidung anhand von Google-Maps.) 

Von Axel Krommers Argumentation ausgehend, sind in einem solchen Sinne Medien weniger als neutrale Werkzeuge mit einem Mehrwert für Bildung zu betrachten. Vielmehr soll es darum gehen, wie Medien Kultur und Gesellschaft prägen. Eine solche Pädagogik mit Technik stellt sich zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen und bindet diese in Lehr-Lernkontexte ein. Dabei können natürlich Tools wie Kahoot, Padlet und Co. eingesetzt und erprobt werden. Deren dienende Wirkung für Bildung soll auch gar nicht bestritten werden. Das Fazit unserer Runde: Wenn Bildung im Rahmen einer Kultur der Digitalität bestehen will, muss ein größeres Bild für die Schul- und Hochschulbildung gezeichnet werden. Wir als CoP machen uns auf, daran tatkräftig zu arbeiten. Dabei können wir aus einer Vielfalt an Perspektiven für bezugswissenschaftliche und fachdidaktische Fragen schöpfen.

Sie sind daran interessiert wie mit dieser Herausforderung in unterschiedlichen fachlichen Zugriffen umgegangenen werden kann, welche Besonderheiten bestehen und was daraus zu folgern ist? Dann können Sie sich auf den nächsten Blog-Beitrag mit den unterschiedlichen Zugängen der CoP-Beteiligten freuen.

Hier geht es zum BiLinked-Projekt.

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Gesendet von BStiebing in Innovative Lehrprojekte

How to ... Podcast-Seminar – Von der Idee zur Umsetzung

Veröffentlicht am 11. Oktober 2022

Wie kann eigentlich ein Podcast-Seminar funktionieren? Patricia Bollschweiler hat im Rahmen der CoP Public Humanities des Projekts BiLinked ein Podcast-Seminar umgesetzt. Im Projekt BiLinked entwickeln und erproben Studierende und Lehrende gemeinsam digitale Lehr-/Lernformate. Bei der Umsetzung steht die studentische Partizipation und Kollaboration im Fokus.

von Patricia Bollschweiler

Patricia Bollschweiler
Patricia Bollschweiler, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft. Foto: privat

Als ich meine Lehre für das Wintersemester 2021/2022 plante, habe ich mich gefragt, was Germanistik-Studierende hinter ihren schwarzen Zoom-Kästchen hervorlocken könnte. Es war immer noch Pandemie, das Semester sollte weiterhin digital bestritten werden, was auch für uns als Lehrende eine Motivationsherausforderung ist. Ohne direkten Kontakt und Austausch mit der Seminargruppe, fehlt auch uns ein wichtiger Teil der Lehrerfahrung. Die Luft war raus, die Sorge davor, ein weiteres Online-Semester bewältigen zu müssen, auf allen Seiten groß.

Aus diesem Grund sollte das Thema des Seminars etwas sein, was mich selbst sehr interessiert, etwas Neues, was vielleicht auch an der Peripherie der Wissenschaft anzusiedeln ist und nicht unbedingt die klassischen Themen der Germanistik bedient. Denn in diesen fremderen Gefilden, besonders, wenn man sie selbst noch nicht vollständig oder gut kennt, kann man Unbekanntes erkunden, neue Wege beschreiten und auch methodisch-didaktisch Neues und Anderes ausprobieren. Als ich dann nach langem Überlegen einen groben Vorschlag zum Thema True-Crime-Podcasts ausgearbeitet hatte und anbot, war ich sogar überrascht, dass mein Vorschlag auf so positive Resonanz stieß. Es fühlte sich doch zu exotisch und vielleicht sogar unwissenschaftlich an. Doch die Idee wurde angenommen und ich stieg in die Planung ein.

Ein Mikrofon mit Popschutz in Nahaufnahme
Das Podcast-Equipment. Foto: Christina Knappe

Als dann Matthias Buschmeier von BiLinked auf mich zukam, weil die Veranstaltung für die Community of Practice „Public Humanities“ spannend klang, fügte sich alles. Plötzlich hatte ich die Möglichkeit, mit einem ganzen Team zusammenzuarbeiten, das die medialen Kompetenzen mitbrachte, um das Thema True Crime und Podcasts nicht nur theoretisch zu bearbeiten – was für sich schon eine tolle Erfahrung gewesen wäre – sondern die Studierenden sogar ganz nah an die Praxis der Podcast-Produktion heranzuführen und sie selbst zu Podcaster*innen werden zu lassen.

Unsere Ansprüche waren hoch: Nicht nur sollte die Kulturgeschichte der Faszination für ‚das Böse‘ aus interdisziplinären Perspektiven theoretisch beleuchtet werden, um die ‚Wurzel‘ des True-Crime-Genres und seiner rasant gestiegenen Popularität zu untersuchen – unter anderem durch den Besuch der bekannten Kriminalpsychologin Lydia Benecke. Es sollten zudem auch verschiedene Formate vor diesem theoretischen Hintergrund betrachtet und eingeordnet werden, ein wissenschaftlicher Zugang zu diesem Hype-Phänomen True Crime geschaffen werden und die Frage diskutiert werden, wieso Podcasts sich für dieses Genre besonders gut eignen. Der (kultur-)theoretische Blick wurde also durch einen medientheoretischen Zugang ergänzt und verfeinert. Und all das mit dem Ziel, die Studierenden möglichst gut auf das große Semesterprojekt vorzubereiten: einen eigenen Podcast aufzunehmen. In Kleingruppen von 4-5 Studierenden sollten die Podcasts von A bis Z entwickelt werden: Fall-Auswahl und -Recherche, Konzeptualisierung, Skript, Cover, Aufnahme und Post-Production, Musik, Einspieler, Reflexion. Die geplante Folge sollte sich zudem in eine (hypothetische) True-Crime-Podcastserie einfügen, die ebenfalls von den Studierenden konzeptualisiert wurde. Aufgenommen wurde in den Räumen der Medienpraxis – mit viel technischer Unterstützung vom Team vor Ort und den studentischen Hilfskräften des Projekts, die die Gruppen bei der Aufnahme begleiteten. Zur technischen Vorbereitung der Podcast-Aufnahmen hatten die Hilfskräfte detaillierte Videos und Anleitungen erstellt, um die Hemmschwelle zur Umsetzung möglichst leicht zu überwinden. Hinzu kam der organisatorische Aufwand, Studierende mitten in der Pandemie in Präsenz und ohne Masken die Aufnahme unter professionellen Bedingungen zu ermöglichen. Viele kleine Rädchen griffen ineinander, viele Köpfe rauchten, viel Geduld und am Ende auch viel Mut wurden gebraucht, um etwas auszuprobieren, was in diesem Rahmen so vorher noch nicht stattgefunden hatte.

Es hat sich gelohnt: Nach einem Semester harter Arbeit für die Studierenden mit viel persönlichem Engagement und Einsatz, nach Monaten der Vorbereitung und kleinschrittiger Planung war die Umsetzung gelungen und wir hatten eine Sammlung toller studentischer True-Crime-Podcasts! Ganz unterschiedlich in Stil und Konzept, von lokalen bis zu sehr bekannten internationalen Fällen, mit sehr persönlichen Noten. Der tollste Effekt war, wie stolz die Studierenden auf ihre Produkte waren, in die sie so viel investiert hatten. Dafür brauchte es ein großes genuines Interesse an dem speziellen Thema des Seminars und die Bereitschaft, sich auf dieses unbekannte Lehrformat mit all seinen Unabwägbarkeiten einzulassen. Zum Glück konnten das die meisten aus der Seminargruppe, und man hört es den Podcasts an. Ein paar von ihnen können auf der Homepage der CoP „Public Humanities“ von BiLinked angehört werden – und es lohnt sich!

Damit die intensive Arbeit und Vorbereitung, die wir alle in das Seminar gesteckt haben, nicht einfach versiegt und das Konzept in der Schublade landet, haben wir direkt weiter gemacht. Aus den Fehlern des letzten Semesters lernen und das Seminarkonzept anpassen, das war die Devise. Dazu gehörte, den sehr dichten und anspruchsvollen Seminarplan zu entschlacken, um den Arbeitsaufwand für die Podcasts, die am Ende den Hauptteil der Studienleistung ausmachen sollten, etwas aufzufangen. Das bedeutete: lockerere Seminareinheiten, weniger Input, mehr Gruppenarbeitsphase in die Seminarzeit integrieren, einen stärkeren Fokus auf die medienspezifischen und -strukturellen Aspekte des Mediums Podcasts legen und diese systematisieren, damit die Studierenden über das Semester intensiv verinnerlichen können, was einen (guten) Podcast ausmacht und worauf es besonders ankommt. Dazu wurde auch die Zahl der Podcasts, dieses Mal mit dem Fokus Wissenschaftspodcasts und Wissenschaftskommunikation, die wir im Seminar analysieren wollten, reduziert zugunsten eines eher exemplarischen Blicks.

Im Nachhinein hätte man den Studierenden im zweiten Durchgang doch ruhig mehr zutrauen können, besonders an Inputmenge. Aus unseren Erfahrungen heraus scheint also der Mittelweg der beste, doch das findet man nur durch (selbst) Ausprobieren heraus. Vielleicht in einem dritten Anlauf…

Foto: Christina Knappe

Doch auch die Podcast-Produkte aus dem Sommersemester 2022 sind absolut hörenswert! Sie sind mutig, divers, teilweise sehr persönlich, zeigen einen ganz offenen Geist und ganz unterschiedliche Herangehensweisen an Fragen von Wissenschaft, Wissenschaftskommunikation und Uni-Alltag. Die Freiheit und das Vertrauen, das den Studierenden für ihre Podcasts gegeben wurde, hat sich ausgezahlt und zu dieser Varianz der Endprodukte geführt – auch wenn es am Anfang manche verunsichert haben mag, dass es vor allem inhaltlich kaum Vorgaben gab. Das scheint für viele Studierende eine eher unbekannte Seminarerfahrungen gewesen zu sein. Ich kann darum alle Kolleg*innen nur ermutigen, auch einmal andere Formen der und Wege zur Studienleistungen auszuprobieren; es müssen ja nicht gleich Podcasts sein. Aber den Studierenden Raum für eigene Ideen geben, sie zu zwingen, auch mal außerhalb bekannter und starrer Formate zu denken, kann aus meiner Erfahrung nur einen Zugewinn bringen. Wichtig ist, sich selbst zu trauen und genauso den Studierenden zu vertrauen; Schwierigkeiten nicht als Hindernisse, sondern als Anlass für kreative Problemlösungen zu sehen; dafür auch immer im Austausch bleiben und offen sein für Kritik. Wir sind überzeugt, dass sich alle Beteiligten noch lange daran erinnern werden, es hat also einen nachhaltigen Effekt. Ich hoffe, dass unser Beispiel auch andere Kolleg*innen ermutigt, die tollen Möglichkeiten der Kooperation mit der CoP „Public Humanities“ zu nutzen und davon zu profitieren. Wenn nämlich die Ergebnisse auch eine sichtbare Plattform bekommen, so wie auf der Homepage von BiLinked, spornt das zusätzlich an. Auch hier lohnt sich Reinhören in die Podcasts des Sommersemesters!

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Gesendet von BStiebing in Innovative Lehrprojekte

BiLinked – Podcasts, Abschlussarbeiten und Instagram: Public Humanities im Gespräch

Veröffentlicht am 4. Oktober 2022

Dass Geisteswissenschaften nur im Elfenbeinturm innerhalb von Universitäten betrieben werden, ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Tatsächlich haben sie in vielerlei Hinsicht Bezug zur Alltagswelt. Im Projekt BiLinked gibt es die Community of Practice (CoP) Public Humanities, welche sich genau damit auseinandersetzt und bereits mit diversen Projekten den Studierenden einen Blick auf die Möglichkeiten außerhalb der Universität bietet. Geleitet wird die CoP von Almut von Wedelstaedt und Matthias Buschmeier. Almut ist Lehrende an der Abteilung Philosophie im Bereich der praktischen Philosophie und zudem zuständig für Geschäftsführung und Qualitätsmanagement der Abteilung. Ein besonderer Kernpunkt der Public Humanities ist es, die Themen Digitalisierung und Berufsorientierung in der geisteswissenschaftlichen Lehre stärker zu verankern und sichtbar zu machen.

In unserem Interview sprechen wir mit Almut darüber, wie dies geschieht und welche Projekte es bisher gab und gibt. 

Dr. Meike Vogel

Dr. Almut von Wedelstaedt. Foto: Katrin Biller

Laura Käppele: Was kann man sich unter Public Humanities vorstellen? Wofür steht der Begriff?

Almut von Wedelstaedt: Bei den Public Humanities geht es um Geisteswissenschaften in der Öffentlichkeit, also darum, dass geisteswissenschaftliches Arbeiten, Nachdenken und Schreiben nichts ist, was nur im Elfenbeinturm der akademischen Welt passiert, sondern auch Bezug zur Alltagswelt hat.

Das kann man in verschiedenen Weisen betreiben. Zum einen kann man darauf scharfstellen, welche Relevanz eigentlich Geisteswissenschaften für bestimmte alltägliche Themen haben. Ein Beispiel wäre die Entwicklung von künstlicher Intelligenz. Da ist relativ klar, dass Geisteswissenschaften etwas dazu zu sagen haben, sei es, was überhaupt Intelligenz ist, oder sei es, wie man sich solche Szenarien vorstellen kann.

Zum anderen gibt es das, was man unter das große Label Wissenschaftskommunikation fassen kann. Wie kann man das, was man an der Uni macht, so kommunizieren, dass es auch für Leute, die nicht an der Uni sind oder keinen universitären oder fachlichen Hintergrund haben, trotzdem verständlich ist. Dabei geht es dann in der Regel nicht darum, das in der Form von großen Vorlesungen zu machen oder überhaupt in einem Lehrenden-Studierenden-Verhältnis, sondern eher darum, Räume zu öffnen, in denen gemeinsames Nachdenken ermöglicht wird.

Das Ganze ist wesentlich interdisziplinär. Die Frage ist nicht, was die Philosophie, die Literaturwissenschaften oder die Geschichte im Einzelnen machen können, sondern es ist Bestandteil, die Geisteswissenschaften insgesamt in den Blick zu nehmen und eine Verbindung zur Öffentlichkeit herzustellen.

"Viele Geisteswissenschaften haben ähnliche Studienproblematiken." 

LK: Gibt es die Public Humanities als Projekt auch außerhalb von BiLinked?

AvW: Bisher gab es das nicht, aber jetzt schon. Wir werden sehen, wie sich das nach BiLinked weiterentwickelt. Das Projekt hat gezeigt, dass es total fruchtbar sein kann, so zusammenzuarbeiten, weil viele Geisteswissenschaften ähnliche Studienproblematiken haben. Das Thema Berufsorientierung ist zum Beispiel für alle geisteswissenschaftlichen Studiengänge ein schwieriges. Auch wenn man sich anschaut, welche Kompetenzen man erwirbt, gibt es Ähnlichkeiten. Natürlich kann und sollte man das auch fachspezifisch aufschlüsseln, aber es bestehen eben Ähnlichkeiten, wie etwa die Erstellung von bestimmten Textarten. Hier zeigt sich, dass eine Zusammenarbeit sinnvoll ist und man wird sehen, wie sich das über BiLinked hinaus fortsetzen lässt.

LK: Welche Projekte gibt es denn im Rahmen von BiLinked in den Public Humanities?

AvW: Da gibt es ganz unterschiedliche, aber alle haben irgendwas mit Lehren und Lernen zu tun. Wir handhaben das im Moment so, dass wir feste Kooperationspartner*innen haben, die in jedem Semester Lehrveranstaltungen anbieten, und dann zusätzlich immer eine Ausschreibung machen, bei der Lehrende sich mit eigenen Projekten bewerben können. Fest dazu gehört etwa die Philosophie. Im nächsten Semester gibt es hier zum Beispiel eine Veranstaltung zum Schreiben für die Öffentlichkeit. Da geht es darum, wie Philosoph*innen etwa für Magazine, Zeitungen und Blogs schreiben können. Auch die Literaturwissenschaft ist ein fester Kooperationspartner. Dort gab es jetzt zwei Veranstaltungen zu Podcasts, zuerst zu True Crime und dann zu Wissenschaftskommunikation. Die Kulturvermittlung hat Veranstaltungen zu Musik im virtuellen Raum gemacht. An einzelnen Projekten gab es zum Beispiel eins aus der Geschichtswissenschaft, wo geschaut wurde, wie man Blogs für die Lokalgeschichte einsetzen könnte. Außerdem gibt es eine Kooperation mit den Interdisziplinären Medienwissenschaften, in der in einer Lehrveranstaltung unter anderem die Klimabahn entwickelt wurde. Also eine Straßenbahn, die die Möglichkeit eröffnen soll, sich während der Fahrt über Klimawandel zu informieren. Das ist eine ganz eigene Herausforderung, weil die Zeitabstände zwischen den Haltestellen so kurz sind.

"Für uns stellt sich die Frage, ob es gute Möglichkeiten gibt, digitale Produkte in fachwissenschaftliche Seminare zu integrieren."

LK: Gibt es schon erste Ergebnisse, die man sich anschauen oder, im Fall der Podcasts, anhören kann?

AvW: Ja, es gibt zum einen unsere Webseite, auf der die Podcasts aus dem letzten Semester gehört werden können. Zum anderen haben wir einen Instagram-Kanal, auf dem wir immer wieder unterschiedliche Dinge hochladen. Dort gibt es zum Beispiel eine Übersicht darüber, wie die Podcasts entstanden sind und eine Reihe, in der Absolvent*innen die Themen ihrer Abschlussarbeit vorstellen können. Wir haben uns gedacht, das ist etwas, was für Studierende oft eine Blackbox und mit vielen Fragen verbunden ist. Was sind mögliche Themen? Wie geht das? Gleichzeitig sind das oft Arbeiten, in die wahnsinnig viel investiert wird und dann werden sie einmal von Prüfer*innen gelesen und verschwinden in einer Schublade, obwohl es oft sehr spannende Themen sind. Durch unsere Interviewreihe haben andere Studierende die Möglichkeit, zu sehen, was da alles möglich ist.

Der Instagram-Account ist insgesamt ein Versuch, neben den Lehrveranstaltungen noch einen anderen Kanal aufzumachen, der ebenfalls das Thema Digitalisierung in den Geisteswissenschaften ins Auge fasst. Dort kann man fortlaufend verfolgen, was wir machen. Wir wollen aber auf unserer Webseite zusätzlich eine Art Mediathek aufbauen, in der man hoffentlich alle Produkte, die im Rahmen der Public Humanities entstehen, ansehen kann.

LK: Wie sollen die Projekte und die Ergebnisse von den Projekten weiterführend in Lehrveranstaltungen genutzt werden?

AvW: Das ist für uns tatsächlich eine große Frage, weil wir im Moment oft projektförmige Lehrveranstaltungen haben, die dann sehr stark darauf fokussiert sind, digitale Produkte zu erstellen, also zum Beispiel so etwas wie die Podcasts oder die Klimabahn. Für uns stellt sich die Frage, ob es gute Möglichkeiten gibt, solche digitalen Produkte und die Erstellung von diesen in ganz normale fachwissenschaftliche Seminare zu integrieren. Würde das etwas dazu beitragen, dass die Lehrveranstaltungen in irgendeiner Weise besser werden? Lernen Studierende dadurch mehr oder anders oder erwerben sie dadurch weitere Kompetenzen, die sie später für die Suche nach Berufen und die Orientierung am Berufsmarkt nutzen können? Und wie kann so etwas in normalen Veranstaltungen gelingen? Diese Fragen sind noch offen und werden uns über das Projekt hinweg begleiten.

"Die größte Herausforderung ist es, herauszukriegen, welche Berührungspunkte es gibt und wo eine Zusammenarbeit sinnvoll ist." 

LK: Gibt es denn eine Zusammenarbeit der Public Humanities mit den anderen CoPs und wenn ja, wie sieht die aus?

AvW: Es gibt bisher eher eine lose Zusammenarbeit. Wir machen jetzt aber einen gemeinsamen Workshop mit der CoP Data Literacy zum Thema Text Mining. Die größte Herausforderung ist im Moment noch rauszukriegen, welche Berührungspunkte es gibt und wo eine Zusammenarbeit sinnvoll ist. Da wir sowieso schon so interdisziplinär und heterogen unterwegs sind, ist der Koordinationsaufwand innerhalb der eigenen CoPs manchmal schon relativ hoch.

Birte Stiebing: Tretet ihr als CoP eigentlich auch schon so an die Öffentlichkeit? Mit der Klimabahn gab es ja etwa eine Kooperation mit Mobiel. Habt ihr Pläne so etwas weiterzuführen?

AvW: Wir nehmen gerade Kontakt mit der Wissenswerkstatt auf. Wir dachten, dass das ein ausgezeichneter Ort in Bielefeld wäre, um vielleicht ein gemeinsames Projekt auf die Beine zu stellen. Das wird jetzt daran hängen, wie der ganze Bau dieses Ortes weitergeht. Meine Hoffnung ist aber auch, dass man vielleicht nach Corona gar nicht mehr unbedingt einen physischen Ort braucht, sondern auch einfach digital arbeiten kann.

Wir planen für unsere Veranstaltung zum Schreiben in der Öffentlichkeit für Philosoph*innen im kommenden Semester auch Kooperationspartner*innen dazu zu holen, die eben in der Öffentlichkeit philosophisch schreibend tätig sind. Das haben wir auch im Bereich der Kulturvermittlung und der Literaturwissenschaft schon gemacht. Ich finde, das ist sehr sinnvoll, um das Thema Digitalisierung mit der Berufsorientierung zu verknüpfen.

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Gesendet von LKäppele in Innovative Lehrprojekte

David Barber – Was macht eigentlich ein Justitiar?

Veröffentlicht am 9. August 2022

David Barber ist an der Universität Bielefeld als Justitiar tätig und berät damit die Uni und ihre Angehörigen in rechtlichen Fragen. Ein besonderer Teil seiner Arbeit ist seine Tätigkeit für das hochschulweite Projekt BiLinked, in dem Studierende und Lehrende gemeinsam digitale Lehr-/Lernformate entwickeln und erproben. Bei der Umsetzung stehen die studentische Partizipation und Kollaboration im Fokus. Das langfristige Ziel des Projekts ist die Verankerung dieser Formate im Curriculum. Studierende und Lehrende aus insgesamt neun Fakultäten vernetzen sich in vier Communities of Practice zur interdisziplinären Zusammenarbeit. David unterstützt dabei Lehrende und Mitarbeitende als rechtlicher Berater bei Rechtsfragen, die mit dem Projekt zusammenhängen.

 David Timothy Barber, Justitiar Foto: Beate Keuck
David Barber, Justitiar, Foto: Beate Keuck

Was genau macht also ein Justitiar besonders für BiLinked? Momentan sind das vor allem die Klärung von Fragen im Bereich Urheberrecht und offene Lizenzen, die Begleitung einer rechtssicheren Veröffentlichung von den im Projekt entstandenen Medien sowie die Beratung hinsichtlich des rechtlichen Schutzes von Forschungsergebnissen.

Schon in der Konzeption und Vorbereitung einer Lehrveranstaltung ist David offen für rechtliche Fragen etwa in Bezug auf die Digitalisierung von Lehre und Prüfungen, den Einsatz bestimmter Lehrmedien oder die spätere Lizensierung von Projektergebnissen, so dass sich die Lehrenden voll und ganz auf die Lehre konzentrieren können und die geplante Lehrveranstaltung auf einer rechtssicheren Grundlage aufbaut.

David wird aber nicht nur unterstützen, sondern auch dazu beitragen, dass die Projektbeteiligten für das rechtssichere Arbeiten sensibilisiert werden. So können rechtliche Hindernisse von vornherein vermieden werden.

In diesem Zusammenhang wird David anhand häufig gestellter Fragen auch grundlegendere Ausarbeitungen oder Vorträge anbieten. Dabei ist er auch gerne bereit, Vorschläge und Fragen zu rechtlichen Problemen aus dem Alltag der Projektbeteiligten aufzugreifen und freut sich über Anrufe oder E-Mails.

Auch bei Fragen rund um die verschiedenen Möglichkeiten zur Veröffentlichung von offenen Lehr-/Lernmaterialien (OER) ist er zusammen mit der ORCA.nrw Koordination der Universität Bielefeld Frank Homp ein richtiger Ansprechpartner.

David kann also in vielen rechtlichen Fragen helfen und mit Rat und Tat zur Seite stehen. Weitere Informationen zu David und der rechtlichen Beratung bei BiLinked findet ihr hier.

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Gesendet von BStiebing in Innovative Lehrprojekte

BiLinked – Kollaboration, Vernetzung und das Erarbeiten von Lehr-Lern-Materialien in interdisziplinären Teams

Veröffentlicht am 28. Juni 2022

Digitale Lehr- /Lernformate werden nicht erst seit Corona stark diskutiert, erforscht und erprobt. Mit BiLinked haben wir an der Universität Bielefeld ein interdisziplinäres Projekt ins Leben gerufen, das die studentische Partizipation und Kollaboration in der Hochschullehre in den Fokus rückt. Studierende und Lehrende aus diversen Disziplinen entwickeln gemeinsam neue Ideen für digitale Lehr- /Lernformate.

Heute sprechen wir mit Meike Vogel, die die Projektleitung innehat.

Dr. Meike Vogel
Dr. Meike Vogel

Birte Stiebing: Kannst du uns erst einmal deine Rolle in BiLinked erklären?

Meike Vogel: Ich habe gemeinsam mit der Prorektorin Birgit Lütje-Klose die inhaltliche Projektleitung inne. Sie verantwortet das Projekt BiLinked von Seiten des Rektorats und ich bin vor allem für die Verzahnung innerhalb der Universität und für den Ablauf des Projektes verantwortlich. Johanna Springhorn ist auch noch mit im Boot als Koordinatorin für die interdisziplinäre Vernetzung aller Projektbeteiligten und für alle operativen Fragen.

„Die studentische Partizipation ist uns besonders wichtig.“

BS: Was bedeutet BiLinked und was ist das Ziel des Projekts?

MV: BiLinked ist das Akronym für Bielefelder Lehrinnovationen für kollaborative Entwicklung digitaler Lehr-/Lern Formate. Wir wollten damit eine schöne Abkürzung entwickeln, die auch tatsächlich schon für die Ziele des Projekts spricht. Wir möchten mit diesem Projekt einen Link herstellen, sowohl zwischen Lehrenden und Studierenden, als auch zwischen Studierenden untereinander. Das Ziel des Projekts ist es, digitale Lehr-Lern-Formate zu entwickeln, die Studierende in ihren Selbstlernphasen begleiten, weil wir in der Corona-Zeit festgestellt haben, dass Studierende einen Unterstützungsbedarf zur Vorstrukturierung in diesen Phasen haben. Die studentische Partizipation im BiLinked-Projekt ist uns besonders wichtig. Wir wollen, dass sich Studierende aktiv beteiligen an der Erstellung von digitalen Lehr-Lern-Formaten.

BS: Also sind auch Studierende direkt am Projekt beteiligt?

MV: Genau. Wir sind in vier verschiedenen Communities of Practice (CoP) organisiert und dort arbeiten mehrere Studierende als studentische bzw. wissenschaftliche Hilfskräfte mit. Uns ist wichtig, dass sie nicht nur zur reinen organisatorischen Unterstützung da sind, sondern aktiv inhaltlich mitarbeiten und Lehr-Lern Formate selbst mit entwickeln. Wir haben außerdem noch eine Stelle hier im ZLL (Zentrum für Lehren und Lernen), die sich um diese studentische Partizipation und Kollaboration in der Hochschullehre kümmert, um diese weiter zu stärken. Dabei geht es uns darum, Studierende zu befähigen und ihnen das Rüstzeug zu geben, sich aktiv bei der Gestaltung von Lehr-/Lernszenarien zu beteiligen.
Außerdem wird aktuell im BITS (Bielefelder IT-Servicezentrum) ein Digital Learning Lab eingerichtet, wo Studierenden medienpraktische Aspekte für die Ausbildung digitaler Kompetenzen vermittelt werden. Im Zuge des BiLinked-Projekts wird dieses Digital Learning Lab um weitere Module zur physischen und virtuellen Zusammenarbeit ergänzt.
Wir werden außerdem eine Digital Change Maker Lokalgruppe gründen nach dem Vorbild des Hochschulforums Digitalisierung. In dieser Lokalgruppe engagieren sich Studierende bei Lehrentwicklungsprozessen und digitalen Lehr-Lern-Prozessen. Für uns ist es ein zentrales Ziel, dass Studierende aktiv partizipieren.

BS: Du hast jetzt schon das ZLL, das BITS und Studierende erwähnt. Wie viele Einrichtungen und Personen sind denn insgesamt am Projekt beteiligt?

„Involviert sind insgesamt neun Fakultäten und drei zentrale Einrichtungen“

MV: Das ist gar nicht so einfach, weil sehr viele Personen involviert sind. Das BiLinked-Projekt ist interdisziplinär angelegt und beinhaltet nicht nur die Entwicklung und Erprobung digitaler Lehr-/Lernformate durch Lehrende und Studierende, sondern es werden zudem unterschiedliche Unterstützungsangebote in der Zentralverwaltung der Universität bereitgestellt. Im Projekt sind 22 Personen angestellt. Hinzu kommen aber die Koordinator*innen aller vier CoPs und einige Lehrende, die in verschiedener Form in das Projekt eingebunden werden – beispielsweise durch die Durchführung von Lehrveranstaltungen – und externe Kooperationspartner*innen. Von daher sind es deutlich mehr Personen als die 22, die jetzt explizit über das Projekt eingestellt sind. Involviert sind insgesamt neun Fakultäten und drei zentrale Einrichtungen: das ZLL zur Förderung studentischer Partizipation und Kollaboration, das BITS mit dem Digital Learning Lab und das Dezernat für Studium und Lehre mit einer rechtlichen Beratung für Lehrende.

BS: BiLinked ist in vier CoPs unterteilt: Data Literacy, Inklusionssensible Lehrer*innen Bildung, MINTconnect und Public Humanities. Woran arbeiten die vier CoPs hauptsächlich?

MV: In der CoP Data Literacy – eigentlich Data Literacy Education – geht es darum, eine Sensibilität für den Umgang mit Daten zu entwickeln. Studierende sollen also erlernen, wie Daten generiert, bewertet und dargestellt werden. Zu diesem ganzen Prozess, der im Zusammenhang mit dem Umgang größerer Datenmengen steht, sollen Studierende einen Zugang finden und das ganz konkret ausprobieren in Projekten. In dieser CoP wird aus ganz verschiedenen fachlichen Perspektiven (Erziehungswissenschaften, Geschichte, Linguistik und Literaturwissenschaft und Biologie) der Umgang mit Daten erprobt und Studierende in Projekten mit einbezogen. Zum Beispiel wird mit Daten der Kommune oder zur Corona-Entwicklung gearbeitet.

Die CoP Inklusionssensible Lehrer*innenbildung erprobt in Kooperation mit ausgewählten Schulen mit Lehrkräften, Fachdidaktiker*innen der Universität und Lehramtsstudierenden gemeinsam in Tridems Lehr-Lern-Szenarien, in denen kollaborativ an der Erstellung von Unterrichtsmaterialien gearbeitet wird. Es sind sechs verschiedene Fachdidaktiken involviert und dadurch entsteht ebenfalls eine sehr interdisziplinäre Herangehensweise.

Dann gibt es die CoP MINTconnect, das sind die technisch-naturwissenschaftlichen Fächer. Beteiligt sind die Technische Fakultät sowie die Fakultäten für Chemie und Biologie. Dort geht es vor allem um ein Theorie-Praxis-Konnex und es werden die Praktika in naturwissenschaftlich-technischen Studiengängen in den Blick genommen. So wird beispielsweise an der Technischen Fakultät eine App entwickelt, mit der man in Laborpraktika besser Daten aufbereiten und diese in Ergebnisse umsetzen kann.

Schließlich gibt es dann noch die CoP Public Humanities. Dort geht es darum, wie man in den Geisteswissenschaften medienpraktische Formate in der Lehre einsetzen kann, weil das später oft in den Berufsfeldern erforderlich ist. Dazu gehört beispielsweise die Erstellung von Podcasts zur Wissenschaftskommunikation, 3D-Animationen oder Webseiten sowie die Entwicklung zugehöriger Lehr-Lern-Einheiten.

BS: Wir haben jetzt schon gemerkt, dass die CoPs sehr diverse Felder abdecken. Wie bringt man das wieder unter einen Hut und wie arbeiten diese CoPs dann zusammen?

MV: Die CoPs sind in sich bereits interdisziplinär angelegt. Das ist erst mal eine Herausforderung und ein großer Mehrwert des Projekts, dass die Lehrenden, die sowieso interdisziplinär unterwegs sind, zusammenarbeiten für die einzelnen thematischen CoPs. In der CoP Data Literacy wird zum Beispiel nach Wegen gesucht, wie man auch kollaborativ Inhalte entwickeln kann. Einen Austausch über die Communities of Practice hinweg haben wir unter anderem durch thematische Runden, in denen wir uns zweimal im Semester treffen. In diesen Treffen gestaltet jeweils eine CoP einen thematischen Impuls zu den Themen, an den aktuell gearbeitet wird. Beim letzten Mal ging es dabei etwa um das Aufsetzen von digitalen Selbstlerneinheiten. Da haben wir das noch digital gemacht, ich hoffe aber, dass wir uns auch mal wieder in echt bei Kaffee und Kuchen treffen können. Außerdem möchten wir den Austausch über das Projekt in die gesamte Universität anregen. Einmal im Semester veranstalten wir daher eine Sonderausgabe des im Zentrum für Lehren und Lernen etablierten Formats der LehrBar, das insbesondere weitere interessierte Lehrende adressiert. In der letzten „LehrBar BiLinked“ wurde beispielsweise das bereits erwähnte digitale Assistenzsystem aus der CoP MINTconnect vorgestellt und sogar praktisch ausprobiert. Durch diesen projektinternen und übergreifenden Austausch entsteht in den kommenden Jahren ein sich kontinuierlich weiterentwickelndes Netzwerk aus Lehrenden, Studierenden und Mitarbeiter*innen der zentralen Einrichtungen.

BS: Das Projekt hat eine beschränkte Laufzeit. Wie werden die Ergebnisse, die in den zwei Jahren zusammenkommen, im Unialltag verstetigt?

MV: Idealerweise sollen jetzt Lehr-Lern-Materialien entstehen, die auch über die Projektlaufzeit hinaus Bestand haben werden. Die Lehrenden arbeiten in ihren unterschiedlichen Fächern an diesen Modellen und Konzepten und die werden ins Curriculum und in die zukünftigen Lehrveranstaltungen einfließen. Es ist schon ein wichtiges Ziel, dass die jetzt entwickelten Materialien und das Netzwerk weiterhin aktiv genutzt werden. Der Aufbau des Digital Learning Labs ist ebenfalls ein sehr zentraler Projektbaustein. Dabei wollen wir ausloten, wie so ein Digital Learning Lab aussehen sollte, welche Unterstützung Lehrende und Studierende dort suchen und was wir für die Zukunft brauchen.

BS: Ist das Digital Learning Lab ein tatsächlicher Ort, an dem sich Lehrende und Studierende begegnen können?

MV: Es wird einen physischen Teil in den Räumlichkeiten bei eLearning.Medien geben. Damit knüpfen wir an die bereits bestehende Medienpraxis an. Und dann wird es aber auch einen virtuellen Teil des Digital Learning Labs geben, in dem verschiedene Tools zur Verfügung stehen, wo Studierende und Lehrende kollaborativ arbeiten können.

„Ich bin sehr gespannt, wenn wir uns nach diesem Sommersemester treffen und ein Gefühl dafür bekommen, wie die praktische Umsetzung bisher verläuft“

BS: Gibt es etwas im Projekt, worauf du dich in der näheren Zukunft am meisten freust? Gibt es schon einen geplanten Meilenstein?

MV: Wir sind letzten Sommer losgelaufen, haben die Stellen besetzt und jetzt sind wir im zweiten Semester, in dem Lehrveranstaltungen und -formate ausprobiert werden. Ich bin sehr gespannt, wenn wir uns nach diesem Sommersemester treffen und ein Gefühl dafür bekommen, wie die praktische Umsetzung bisher verläuft. Das BiLinked-Projekt wird durch eine forschungsorientierte Evaluation begleitet, die von Nele Sonnenschein und Anna-Maria Kamin aus der Erziehungswissenschaft verantwortet wird. Ich bin sehr gespannt auf diese Ergebnisse, die gleichzeitig einen Rückblick und Ausblick im Projektkontext ermöglichen.

BS: Wie können wir uns über das Projekt weiter informieren?

MV: Wir haben eine Webseite: https://www.uni-bielefeld.de/bilinked/. Das ist der beste Weg, sich zu informieren. Außerdem werden im Zuge von BiLinked verschiedene Blog-Beiträge auf inno.teach erstellt zu Formaten, Veranstaltungen und Statusberichten im Projekt. Wir versuchen, die Webseite möglichst aktuell zu halten und jedem das zu geben, was ihn interessiert. Die Ansprechpartner*innen für das Projekt sind Birgit Lütje-Klose und ich als Projektleitung oder Johanna Springhorn als Projektkoordination. An uns kann man sich jederzeit wenden.

Außerdem gibt es ein Profil auf Instagram, das die Public Humanities aufgesetzt haben und einen Twitter-Kanal der Inklusionssensiblen Lehrer*innenbildung. Dort informieren diese beiden CoPs über ihre Projekte und Lehrveranstaltungen innerhalb von BiLinked.

Geschrieben von Laura Käppele & Birte Stiebing

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