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BGHS.AKTUELL

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Linie 4: Solidarität unter Nachbar*innen

Veröffentlicht am 17. Mai 2022

Linie 4: Solidarität unter Nachbar*innen

Nachbar*innen organisieren, gesellschaftliche Vereinsamung überwinden, Solidarität aufbauen und gemeinsam gegen Unrecht kämpfen. Diesen und ähnlichen Themen widmen sich Stadtteilbasisgruppen in Deutschland, die in jüngster Vergangenheit versuchen, eine lebendige Politik von unten in ihrem Stadtteil zu initiieren. Mit der Arbeit von Stadtteilbasisgruppen beschäftigt sich Marie-Sophie Borchelt in der öffentlichen Vortragsreihe Linie 4, die die BGHS gemeinsam mit der vhs Bielefeld veranstaltet. In ihrem Vortrag „Solidarität unter Nachbar*innen – politisches Handeln von unten erläutert sie, was Stadtteilbasisarbeit eigentlich ist und wie das geht. Informationen aus erster Hand liefert dabei ein Aktivist aus einer Stadtteilbasisgruppe, der darüber berichtet, wie es gelingen kann, Nachbar*innen zum politischen Handeln zu motivieren.

Marie-Sophie Borchelt arbeitet seit 2019 als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich Politik und Gesellschaft der Universität Bielefeld und promoviert seit 2020 an der BGHS zum Thema „Raus aus der Subkultur – Rein in die Gesellschaft: Perspektiven zur Überwindung gesellschaftlicher Marginalität am Beispiel von Stadtteil(basis)arbeit in außerparlamentarischen linken Kontexten in der Bundesrepublik“. Sie hat in Bielefeld Gender Studies, Deutsch als Fremdsprache und Germanistik sowie Spanisch studiert.

Der Vortrag findet am Montag, 30. Mai 2022 um 18.15 Uhr im Murnau-Saal in der vhs Bielefeld, Ravensberger Park 1, statt. Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.

Hier findet Ihr Informationen über die Linie 4 und die Vorträge der Reihe.

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Praktiker*innen im Gespräch Teil #25

Veröffentlicht am 10. Mai 2022

::Außeruniversitäre Karrieren::

Praktiker*innen im Gespräch #Teil 25

Viele Wege führen aus der BGHS. Aber wohin führen Wege nach der Promotion konkret? Wir sprechen im Sommersemester mit Historiker*innen und Sozialwissenschaftler*innen, die ihren Beruf außerhalb der Universität ergriffen haben. Nicole Zielke hat mit uns über ihre Tätigkeit bei der Theaterwerkstatt Bethel gesprochen.


Abbildung 1: Nicole Zielke

Nicole, Du hast 2019 an der Fakultät für Soziologie promoviert. Wenn Du Dich an den Einstieg in Deinen Beruf erinnerst: Wie hast Du den Einstieg gefunden?

Nicole Zielke: Ich habe während meines Studiums hier in der Theaterwerkstatt Bethel ein Praktikum gemacht. Das war 2008. Und ich bin geblieben – in unterschiedlichsten Anstellungsverhältnissen: von freiberuflicher Arbeit über drittmittelfinanzierte Projektstellen bis zu meiner aktuellen Stelle, die immerhin zu 17 Prozent entfristet ist. Also, ich habe hier schon während des Studiums und während der Promotion gearbeitet. Die Tätigkeiten waren sehr verschieden: Ich hatte zum Beispiel eine Stelle, um die Theaterwerkstatt konzeptionell weiterzuentwickeln. Dann hatte ich eine Stelle, um mit der Theaterwerkstatt Quartiersarbeit für Menschen unter anderem mit Unterstützungsbedarfen zu machen – in Bethel, in anderen Stadtteilen aber auch im ländlichen Raum. Und ich hatte freiberuflich Aufträge, bei Theaterproduktionen als Dramaturgin zu arbeiten oder Ensembles anzuleiten.

Wie bist Du zu Deiner aktuellen Position gekommen?

Nicole Zielke: Indem ich über die Theaterwerkstatt Bethel einen Projektantrag an die Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur geschrieben habe. Der Antrag wurde genehmigt, und das Projekt hat zum Ziel, unser künstlerisches Arbeiten zu evaluieren und weiterzuentwickeln. Die Methode, die wir hier seit 2005 für die künstlerische Praxis in heterogenen Gruppen entwickelt haben, nennt sich „Volxtheater“. Bei der Entstehung unserer Theaterstücke kooperieren erfahrene und weniger erfahrene Theaterspieler*innen miteinander. Dieses Zusammenspiel von Menschen mit unterschiedlichen Lebenserfahrungen, mit und ohne Beeinträchtigung nehmen wir in diesem Projekt unter die Lupe und erweitern unsere Konzepte insbesondere um die Theaterarbeit mit digitalen Mitteln.

Du arbeitest für die Theaterwerkstatt Bethel. Wo arbeitest Du genau?

Nicole Zielke: Die Theaterwerkstatt Bethel ist ein kleines soziokulturelles Zentrum und freies Theater, das durch die von Bodelschwinghschen Stiftungen grundfinanziert ist. Wir sind drei Mitarbeiter*innen, die hier angestellt sind. Zudem haben wir freie Mitarbeitende. Und es gibt Mitspieler*innen, die hier in ihrer Freizeit Theater machen. Das können Theaterproduktionen mit Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen sein. Die Mitspieler*innen in unseren Ensembles sind Schüler*innen, Senior*innen, Berufstätige, Studierende, Theaterinteressierte oder Menschen, die ambulant oder stationär in Bethel oder anderen Stadtteilen betreut werden. Neben den Theaterproduktionen haben wir noch eine Reihe weiterer Arbeitsbereiche, wie zum Beispiel den „Fachdienst Darstellende Künste“. Hier arbeiten wir eng mit stationären und ambulanten Institutionen in Bethel zusammen und unterstützen Klient*innen mit hohem Unterstützungsbedarf dabei, sich mit künstlerischen Mitteln auszudrücken, um selbstbestimmter leben zu können. Zweitens organisieren wir Workshops und Konferenzen zu den Themen Inklusion und Diversität. Und drittens moderieren wir Kommunikations- und Netzwerkprozesse wie jetzt zum Beispiel zu den Rochedale-Kasernen im Bielefelder Osten. Die Kasernen wurden bis 2020 von der britischen Armee genutzt, und wir werden zusammen mit der NRW-weiten Plattform TRANSURBAN einen Prozess moderieren, um Bürger*innen an diesem Stadtplanungsprojekt zu beteiligen: Welche Vorstellungen haben Anwohner*innen von der zukünftigen Nutzung der Kaserne? Und wie sollte das Gelände gestaltet werden?

Abbildung 2a und 2b: Nicole Zielke bei der Arbeit

Du bist Projektkoordinatorin und künstlerische Leitung. Was sind Deine – vielleicht: drei – wichtigsten Aufgaben?

Nicole Zielke: Das ist erstens das Ensemblemanagement. Also, ich moderiere die Theaterproduktionen und halte das Ensemble zusammen. Zweitens akquiriere ich die Auftritte, bin in Kommunikation mit den Veranstalter*innen und verantwortlich für die Logistik. Drittens habe ich viel mit der inhaltlichen Entwicklung der Theaterstücke zu tun. Viertens spiele ich bei den Theaterstücken auch mit. Das sind meine Aufgaben als künstlerische Leitung. Gleichzeitig bin ich aber auch mit der Akquise von Projektmitteln, der Öffentlichkeitsarbeit oder der Koordination des Netzwerks von freien Mitarbeitenden beschäftigt. Aber Du hast ja nach den wichtigsten drei Aufgaben gefragt. (lacht)

Welche Tipps hast Du für Promovierende aus Soziologie und Geschichtswissenschaft, die sich für Dein Tätigkeitsfeld interessieren?

Nicole Zielke: Für mich war es damals wichtig, Praxiserfahrung hier im Kunst- und Kulturbetrieb zu sammeln. Um nur einen Aspekt zu nennen: Künstlerische Praxis in sehr vielen, wechselnden Gruppenkonstellationen kann sehr anregend, aber auch sehr herausfordernd sein. Das musste ich für mich klären, ob ich mich darauf einlassen will. Und dann habe ich gute Erfahrungen mit Karriereplangesprächen beim Career Service gemacht. Dort habe ich nämlich über mich gelernt: Ich werde nicht mein Geld mit Wissenschaft verdienen, aber ich will damit in Kontakt bleiben. Ich nehme bis heute Lehraufträge an verschiedenen Hochschulen an, um Seminare zu qualitativen Methoden oder im Bereich der Alternsforschung zu geben.

Nicole, vielen Dank für das Gespräch.

Das Gespräch führte Ulf Ortmann.

Das gesamte Interview findet Ihr hier:

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Weiterführende Informationen zu dem Projekt "Außeruniversitäre Karriere" findet Ihr hier, die vorherigen Interviews der Reihe sind hier verfügbar.

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Linie 4: Die Gedenkstätte Buchenwald im Wandel politischer Interessen

Veröffentlicht am 3. Mai 2022

Linie 4: Die Gedenkstätte Buchenwald im Wandel politischer Interessen

Wie wird Geschichte für politische Zwecke benutzt und instrumentalisiert? Dieser Frage widmet sich Christoph Herkströter in der öffentlichen Vortragsreihe Linie 4, die die BGHS gemeinsam mit der vhs Bielefeld veranstaltet. In seinem Vortrag „Erinnerung als politisches Mittel. Die Gedenkstätte Buchenwald zwischen Antifaschismus der DDR und Opfergedenken der BRD“ betrachtet er am Beispiel der Gedenkstätte Buchenwald, wie unterschiedlich die Vergangenheit gedeutet werden kann und wie die Geschichte und das Gedenken dabei in Anspruch genommen werden. Nachdem Buchenwald während des Nationalsozialismus als Konzentrationslager und in der Nachkriegszeit als sowjetisches Speziallager genutzt worden war, wurde es später von der SED-Führung zu einer „Nationalen Mahn- und Gedenkstätte“ ausgebaut, um an die antifaschistischen Widerstandskämpfer*innen zu erinnern. Nach der Wende 1989/90 löste man sich von der Vermittlung des sozialistischen Antifaschismus und wandte sich dem Gedenken der Opfer zu. Im Vortrag geht es aber nicht nur um die politische Instrumentalisierung der Geschichte Buchenwalds, Christoph Herkströter wird einen Einblick geben, wie er als Geschichtswissenschaftler ein solch komplexes Thema erforscht.

Christoph Herkströter arbeitet seit 2020 als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsbereich Zeitgeschichte der Universität Bielefeld und promoviert seitdem an der BGHS zum Thema „Geschichtsräume im Wandel. Die museale Vermittlung der deutschen Zeitgeschichte in Ost- und Westdeutschland seit 1958“. Er hat in Bielefeld Geschichtswissenschaft und Germanistik studiert und war von 2015 bis 2020 als wissenschaftliche Hilfskraft im Arbeitsbereich „Geschichte als Beruf“ tätig. Während seines Studiums wirkte er zudem an einigen Ausstellungen mit und bringt diese praktische Erfahrung in den Vortrag ein.

Der Vortrag findet am Montag, 16. Mai 2022 um 18.15 Uhr im Murnau-Saal in der vhs Bielefeld, Ravensberger Park 1, statt. Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.

Hier findet Ihr Informationen über die Linie 4 und die Vorträge der Reihe.

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Ein Büro in den Tropen in der Linie 4

Veröffentlicht am 26. April 2022

Ein Büro in den Tropen – in der Linie 4

Was haben eigentlich deutsche Konsuln im 19. Jahrhundert in Südamerika gemacht? Und wie kann man das erforschen? Diesen Fragen geht Tim Rieke in der öffentlichen Vortragsreihe Linie 4 nach, die die BGHS gemeinsam mit der vhs Bielefeld veranstaltet. In seinem Vortrag „Deutsche Bürokratie in tropischen Gefilden – Wie können Historiker*innen zu deutschen Konsuln in Südamerika im 19. Jahrhundert forschen?“ begleitet er anhand von unterschiedlichen Quellendokumenten deutsche Staatsvertreter des 19. Jahrhunderts in Übersee. Die Dokumente zeigen die vielfältigen Tätigkeiten der Konsuln, die Informationen an Behörden und Firmen vermittelten, den Handel fördern sollten und Ansprechpartner für ihre Landsleute im Ausland waren. Wie bei einem Puzzle geht es darum, diese Quellen zusammenzusetzen. Der Vortrag gibt aber nicht nur Einblicke in die Tätigkeiten der Konsuln, sondern auch in die Arbeitsweise eines Historikers im Bereich der transnationalen Geschichte.

Tim Rieke hat in Bielefeld und Bologna Geschichtswissenschaft und Germanistik studiert und promoviert seit 2021 in der Geschichtswissenschaft an der BGHS zum Thema „The socio-cultural role of German consuls in 19th century South America“. Er ist Promotionsstipendiat der Gerda-Henkel-Stiftung und ganz unbürokratisch durch den zufälligen Fund eines Quellentextes zu seinem Thema gekommen.

Der Vortrag findet am Montag, 02. Mai 2022 um 18.15 Uhr im Murnau-Saal in der vhs Bielefeld, Ravensberger Park 1, statt. Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt.

Hier findet Ihr Informationen über die Linie 4 und die Vorträge der Reihe.

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BGHS-International Workshop

Veröffentlicht am 19. April 2022

BGHS-International Workshop "Social Movements on the Move: Interdisciplinary perspectives on global and local practices of street action, identity politics and remembrance." (19.-20. Mai 2022)

Die BGHS veranstaltet am 19. und 20. Mai den internationalen Workshop "Social Movements on the Move: Interdisciplinary perspectives on global and local practices of street action, identity politics and remembrance". Es handelt sich um die erste BGHS-Veranstaltung vor Ort nach mehr als zwei Jahren, die durch die Einschränkungen als Folge der Corona-Pandemie geprägt waren. Das Konzept des Workshops folgt den Grundprinzipien der BGHS von Interdisziplinarität, Internationalität und der Förderung der Eigeninitiative von Promovierenden auf dem Weg zur „Forscher*innenpersönlichkeit“. Gemäß dieser Prinzipien soll der Austausch, die Vernetzung und die Zusammenarbeit zwischen Promovierenden und erfahrenen Wissenschaftler*innen gefördert werden. Als erfahrene Wissenschaftler*innen nehmen Professor*innen der BGHS, des internationalen NEOLAiA-Netzwerks und der strategischen Partneruniversitäten der Universität Bielefeld teil.

Der Workshop bringt Expert*innen für soziale Frauenbewegungen, Arbeiter*innenbewegungen, Straßenaktionen innerhalb demokratischer Regime in Europa, neuere soziale und Volksbewegungen in Lateinamerika und Gedenkpraktiken zusammen. Die folgenden Gastdozent*innen haben ihre Teilnahme bestätigt:

  • Prof. Izabela Dahl - Universität Örebro / Gastdozentin am Institut für Geschichte
  • Prof. Natalia Krzyzanowska - Universität Örebro
  • Prof. Nicole Horáková - Universität Ostrava
  • Prof. Marica Tolomelli - Universität Bologna
  • Prof. Geoff Cubitt - Universität von York
  • Prof. Miguel Urrego - Universität Guadalajara/ CALAS Gast

 

Am ersten Tag des Workshops am Donnerstag, den 19. Mai, werden 13 Doktorand*innen, die im Rahmen des Calls ausgewählt wurden, in vier Gruppen Kurzvorträge halten. Die Vorträge basieren auf ihren Promotionsprojekten, die sie mit renommierten Expert*innen unserer internationalen Partneruniversitäten diskutieren werden. Dieses Format basiert auf unseren Erfahrungen mit dem BGHS Research Retreat. Darüber hinaus werden am Freitag, den 20. Mai, sechs Professor*innen der Universität Bielefeld und Gastdozent*innen unserer Partneruniversitäten in zwei Gesprächsrunden relevante Fragen zu sozialen Bewegungen und den Herausforderungen einer globalen Gesellschaft diskutieren. Ferner werden verschiedene soziale Aktivitäten und Informationsveranstaltungen den Teilnehmenden die Möglichkeit geben, Ideen und Erfahrungen auszutauschen. Die sozialen Aktivitäten stehen der gesamten BGHS-Community offen. Hier gibt es das Programm.

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Welcome Day Sommersemester 2022

Veröffentlicht am 14. April 2022

Welcome Day Sommersemester 2022

:: 10 neue Doktorand:innen an der BGHS ::

Am Dienstag, den 12. April, fand der BGHS-Welcome Day im Sommersemester 2022 statt, aufgrund der aktuellen unsicheren Coronalage über Zoom. Die BGHS-Direktor:innen Klaus Weinhauer und Ruth Ayaß begrüßten die neuen Promovierenden, die dann Gelegenheit hatten, sich selbst vorzustellen und die Promovierendenvertreter:innen und die Mitarbeitenden der BGHS-Geschäftsstelle kennenzulernen. Anschließend führte Sabine Schäfer in das Ausbildungs- und Studienprogramm der BGHS ein. Wir wünschen allen neuen Mitgliedern einen schönen Anfang der Promotion an der BGHS.

Neue BGHS Promovierende und ihre Forschungsprojekte:

  • Iris Bartelt (Soziologie): Reconstructing the International Labour Organization’s embeddedness in its inter-organizational environment
  • Sarah Brunsmeier (Soziologie): Social integration at the digitalized workplace: Investigating direct and indirect effects of digital assistance systems on workplace relationships
  • Kai-Sören Falkenhain (Soziologie): Zivilgesellschaftliche Integration durch Konflikt? Funktionen, Verläufe und Folgen migrantischer und nichtmigrantischer Konflikte in Duisburg
  • Michael Götzelmann (Geschichtswissenschaft): Vergleichen in alternativen Weltentwürfen vergangener Gegenwarten
  • Dorothée Grünholz (Soziologie): Vom Sinn und Unsinn der ökonomischen Sicherheit – Machtvergleiche in Deutschland, Frankreich und Großbritannien
  • Meng-Hsi Pan (Soziologie): Chinese Diaspora in Germany and their “Chinese Dream”: An Analysis of Chinese Nationalism through the Lens of Migration
  • Katrin Rickmeier (Soziologie): Effects of Local Labour Market Conditions on Individual Labour Market Behaviour in Germany
  • Stephan Schütze (Soziologie): Internal Migration and the Transformation of Regional Electorates
  • Phanmika Sua-Ngam-Iam (Soziologie): Dienstwege in der öffentlichen Verwaltung - Empirische Fallstudie eines zugelassenen kommunalen Kreis-Jobcenters
  • Natia Tsaritova (Soziologie): The Role of Inter-Organizational Cooperation for the Arctic Council and the Advancement of Sustainable Development in the Arctic
  • Die Präsentation des Welcome Days ist hier zu finden:

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„Linie 4“ – Neues aus der Forschung von Algorithmen bis zu den Hohenzollern

Veröffentlicht am 24. März 2022

„Linie 4“ – Neues aus der Forschung von Algorithmen bis zu den Hohenzollern

Im Mai und Juni 2022 findet zum sechsten Mal die öffentliche Vortragsreihe „Linie 4 – Neues aus der sozialwissenschaftlichen und historischen Forschung“ statt, die von der Bielefelder Graduiertenschule für Geschichtswissenschaft und Soziologie (BGHS) in Kooperation mit der vhs Bielefeld organisiert wird. Fünf Doktorandinnen und Doktoranden der BGHS stellen anschaulich und verständlich ihre aktuellen Forschungsarbeiten vor und diskutieren sie mit Besucherinnen und Besuchern der vhs. Die Vorträge finden immer montags von 18.15-20 Uhr im Murnau-Saal der vhs Bielefeld im Ravensberger Park statt.

Den Anfang macht am 2. Mai der Historiker Tim Rieke mit einem Vortrag über deutsche Konsuln in Südamerika im 19. Jahrhundert. Dabei geht es nicht nur um die Tätigkeiten der Konsuln, sondern auch um die Frage, wie ein Historiker das Puzzle der unterschiedlichen Quellen zusammensetzt und daraus schlau wird. Christoph Herkströter, ebenfalls Historiker, widmet sich dann am 16. Mai der Gedenkstätte Buchenwald und fragt danach, wie Erinnerung als politisches Mittel genutzt wird. Er vergleicht dazu die Perspektive der DDR, die den Antifaschismus in den Vordergrund stellte, mit der Sichtweise der BRD, in der es vor allem um das Opfergedenken ging. Nach diesen Vorträgen, die sich mit offizieller Politik beschäftigen, erforscht die Sozialwissenschaftlerin Marie-Sophie Borchelt am 30. Mai die Möglichkeiten, durch „Politik von unten“ Solidarität unter Nachbarn zu stiften. Sie lädt dazu einen Aktivisten ein, der im Gespräch mit ihr sein Engagement in der Stadtteilbasisarbeit vorstellt. Am 13. Juni geht es dann um ein aktuelles Thema aus der Arbeitswelt. Die Sozialwissenschaftlerin Elisa Gensler schaut sich den Einsatz von Algorithmen in verschiedenen Arbeitsbereichen an und fragt nach den Chancen und Risiken, die sich für die Beschäftigten daraus ergeben. Den Abschluss der Reihe bildet der Historiker Jan Gräber am 20. Juni mit seinem Beitrag über den Erbstreit des Landes Brandenburg mit den Hohenzollern. Dabei stellt er die wichtige Frage: Welche Gegenwart erzeugt eigentlich die Geschichtswissenschaft?

Die fünf Vorträge bieten einen kleinen Einblick in die Breite der wissenschaftlichen Forschung, die an der BGHS betrieben wird. Wie in den Vorjahren soll es aber vor allem um den Austausch der jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit dem Publikum in der vhs Bielefeld gehen. Anschauliche Vorträge, kluge Nachfragen und spannende Diskussionen sollen die Universität und die Stadt Bielefeld einander noch ein Stückchen näherbringen.

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Praktiker*innen im Gespräch Teil #24

Veröffentlicht am 10. März 2022

::Außeruniversitäre Karrieren::

Praktiker*innen im Gespräch #Teil 24

Viele Wege führen aus der BGHS. Aber wohin führen Wege nach der Promotion konkret? Wir sprechen im Wintersemester mit Historiker*innen und Sozialwissenschaftler*innen, die ihren Beruf außerhalb der Universität ergriffen haben. Christian Ulbricht hat mit uns über seine Tätigkeit als Leiter des Welcome Centers Greifswald gesprochen.


Abbildung 1: Christian Ulbricht

Christian, Du hast 2017 an der Fakultät für Soziologie promoviert. Wenn Du Dich an den Einstieg in Deinen Beruf erinnerst: Wie hast Du den Einstieg gefunden?

Christian Ulbricht: Ich habe nach der Promotion noch drei Jahre als Postdoc an der Uni gearbeitet, und muss rückblickend sagen: Für mich war die „Bayreuther Erklärung zu befristeten Beschäftigungsverhältnissen mit wissenschaftlichem Personal“ wegweisend. Diese Erklärung haben die Kanzler*innen der Universitäten Deutschlands im September 2019 veröffentlicht. Dass befristete Qualifizierungsphasen eine unverzichtbare Voraussetzung für die Universitäten sind, um für die Gesellschaft Hochqualifizierte zu produzieren, habe ich als Beleidigung empfunden, weil die Kanzler*innen damit den Anliegen von Promovierenden und Post-Docs überhaupt nicht entgegengekommen sind. Das war der Zeitpunkt, zu dem ich entschieden hab: Okay, ich muss hier weg. Wo geh ich hin? Ich geh nach Hause. In der Region, in der meine Eltern leben, habe ich mich für die demokratische Entwicklung eingesetzt. So habe ich im September 2020 angefangen, zunächst für eine zivilgesellschaftliche Organisation zu arbeiten, die sich hier in Vorpommern gegen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus engagiert.

Wie bist Du zu Deiner aktuellen Position gekommen?

Christian Ulbricht: Ich habe mich auf eine Ausschreibung beworben: auf die Stelle als Leiter im Welcome Center. Auf dieser Stelle arbeite ich jetzt seit März 2021.

Jetzt arbeitest Du für das Welcome Center Greifswald. Wo arbeitest Du genau?

Christian Ulbricht: Das Welcome Center ist Teil der „Gemeinnützigen Gesellschaft für Arbeitsförderung, Beschäftigung und Strukturentwicklung“ (ABS). Die ABS bietet zum Beispiel Qualifizierungsmaßnahmen für Geringqualifizierte an, arbeitet aber auch für qualifizierte und hochqualifizierte Beschäftigte. Die Aufgabe des Welcome Centers ist es, bei der Anwerbung von Fachkräften und Hochqualifizierten Unterstützung zu leisten. Finanziert wird das Welcome Center über die Stadt und den Landkreis Greifswald, über Unternehmenskooperationen und über Drittmittel, die wir für Projekte zusätzlich einwerben.

Du leitest das Welcome Center. Was sind Deine wichtigsten Aufgaben?

Christian Ulbricht: Wir unterstützen Unternehmen dabei, Fachkräfte und Hochqualifizierte in die Region zu holen: ein Drittel davon sind Leute, die hierhin zurückkehren; ein Viertel sind Internationale; und gut 40 Prozent kommen aus anderen Regionen Deutschlands her, auch aus Großstädten wie Hamburg oder Berlin. Meine erste Aufgabe ist es, gleichermaßen Personal- und Standortmarketing zu betreiben. Ich entwickle gerade ein Regiobranding für den Raum Vorpommern und Pommern, also für einen deutsch-polnischen Raum. Dazu veranstalte ich zusammen mit Kolleg*innen aus Stettin zum Beispiel eine digitale Jobmesse. Da präsentieren wir die Region, und Unternehmen präsentieren sich als potentielle Arbeitgeber. Meine zweite Aufgabe ist die Leitung des Teams: Meine Kolleg*innen bauen Kontakte zu Wohnungsbaugesellschaften, Botschaften und allen möglichen gesellschaftlichen Institutionen auf, um den Ankommenden das heimisch Werden zu erleichtern. Meine dritte Aufgabe ist, das Budget des Welcome Centers zu verantworten.

Welche Tipps hast Du für Promovierende aus Soziologie und Geschichtswissenschaft, die sich für Dein Tätigkeitsfeld interessieren?

Christian Ulbricht: Auf der einen Seite sage ich rückblickend: Auf das, was ich beim Promovieren gelernt habe, konnte ich beim Berufseinstieg vertrauen. Auf der anderen Seite erinnere mich noch gut daran, dass ich Angst hatte, als ich noch in der Uni beschäftigt war: Oh, hoffentlich finde ich überhaupt einen Job. Erst als mir klar war, dass ich aus der Uni raus wollte, tat sich ein riesiger Horizont auf: Wir haben in vielen Bereichen einen Fachkräfteengpass – und auch Hochqualifizierte sind knapp. Das habe ich erst erkannt, als ich mit meiner Unikarriere abgeschlossen hatte: Dass ich außerhalb der Uni gesucht werde. Und dann hatte ich auch keine Angst mehr. Ich kriege es jetzt auch hier im Welcome Center mit: Unternehmen bieten sehr viel, um gute Leute zu bekommen. Also, Greifswald zum Beispiel hat zurzeit eine Arbeitslosenquote von 5,2 Prozent. Das ist der niedrigste Wert seit der Wende. Als ich vor 17 Jahren hier weggezogen bin, um zu studieren, war die Lage auf dem Arbeitsmarkt ganz anders.

Christian, vielen Dank für das Gespräch.

Das Gespräch führte Ulf Ortmann.


Das komplette Gespräch als PDF findet ihr hier:

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Weiterführende Informationen zu dem Projekt "Außeruniversitäre Karriere" sind (hier), die vorherigen Interviews der Reihe (hier) verfügbar.

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Stipendien für Praxisprojekte

Veröffentlicht am 7. März 2022

Die BGHS stärkt promovierende Geistes- und Sozialwissenschaftler*innen bei der je eigenen Karriereplanung und vergibt zum 1. September 2022 bis zu drei Stipendien für Praxisprojekte. Die Stipendien für Praxisprojekte haben eine Laufzeit von drei Monaten. Bewerbungsschluss für Stipendien ist der 31. Mai 2022.

Stipendien für Praxisprojekte richten sich an Promovierende der BGHS und bieten die Gelegenheit, den je eigenen beruflichen Werdegang im Austausch mit Kolleg*innen zu diskutieren und zu planen – im Austausch sowohl mit Kolleg*innen aus der Universität als auch mit Geistes- und Sozialwissenschaftler*innen, die einen Beruf außerhalb der Universität ergriffen haben.

Die Ausschreibungen zu Stipendien für Praxisprojekte findet Ihr hier. Informationen zu Praxisprojekten und Mentoring findet Ihr auch unter: uni-bielefeld.de/bghs/Ausseruniversitaere_Karriere

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Racializing Humankind

Veröffentlicht am 9. Februar 2022

Racializing Humankind



Julian T. D. Gärtner und Malin S. Wilckens, beide Mitglieder der BGHS, freuen sich sehr, die Veröffentlichung ihres gemeinsam herausgegebenen Sammelbandes „Racializing Humankind: Interdisciplinary Perspectives on Practices of 'Race' and Racism“ im Anschluss an das Annual Seminar von 2019 und in Verbindung mit Nachwuchsforscher*innen des SFB 1288 anzukündigen.

Debatten über historischen und aktuellen Rassismus sind in letzter Zeit zunehmend in den Blickpunkt des öffentlichen Interesses gerückt. Die Black Lives Matter-Bewegung und die Covid-19-Pandemie haben die Bedeutung und dringende Notwendigkeit unterstrichen, den Rassismus in der Gesellschaft aus einer multidisziplinären Perspektive zu untersuchen. Die vielen Facetten des Rassismus in Vergangenheit und Gegenwart stellen auch die Art und Weise in Frage, wie wir in einer globalisierten Welt mit Geschichte (‚Geschichtskultur‘) umgehen.

Statt auf die ideengeschichtlichen und diskursiven Dimensionen konzentriert sich der vorliegende Sammelband auf die Praktiken der Akteur*innen. Er untersucht, wie und welche Praktiken, insbesondere Praktiken des Vergleichens, für die Konstruktion von ‚Rasse‘ und Erscheinungsformen von Rassismus konstitutiv sind.

Der Sammelband versammelt interdisziplinäre Beiträge aus Geschichte, Soziologie, Politikwissenschaft, Amerikanistik, Literaturwissenschaft und Medienwissenschaft. Ein wichtiger Schwerpunkt liegt auf den sozialen Asymmetrien, die durch Rassifizierung entstehen, einschließlich Ungleichheiten und Gewalt. Die Kapitel stellen historische und gegenwärtige Praktiken des Rassismus in den Vordergrund und erörtern ihr Auftreten in verschiedenen Epochen und an verschiedenen Orten.

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Berichte aus der Praxis #Teil 5

Veröffentlicht am 17. Januar 2022

:: Außeruniversitäre Karrieren ::

Berichte aus der Praxis #Teil 5


„Berichte aus der Praxis“ werden von Promovierenden geschrieben, die in Kooperation mit einer außeruniversitären Organisation ein Praxisprojekt konzipiert und durchgeführt haben. Die BGHS fördert diese Vorhaben seit 2020 mit Stipendien. Im fünften Teil der Reihe berichtet Henning Middelschulte über sein Praxisprojekt mit der Stiftung „barrierefrei kommunizieren!“.



Beeinträchtigungen der sozial-emotionalen Entwicklung gehören heute zu den häufigsten Förderschwerpunkten in Deutschland. Zugleich gewinnt die Entwicklung digitaler Medien für sozial-emotionales Lernen zunehmend an Bedeutung. Beispielsweise ist es US-Forscher*innen gelungen, das Empathievermögen junger Menschen mit Hilfe einer 3D-Anwendung zu steigern.

Um mehr über Potential und Grenzen der digitalen Förderung sozial-emotionaler Kompetenz aus Sicht der pädagogischen Praxis zu erfahren, habe ich in Kooperation mit der Stiftung „barrierefrei kommunizieren!" in Berlin zwischen April und Juni 2021 sechs Expert*innen-Interviews mit Vertreter*innen der wichtigsten Gewerkschaften, Berufsverbände und Unterstützungsvereine in diesem Feld geführt. Unter anderem zeigte sich: Mit der COVID-19-Pandemie gab es einen Perspektivwechsel – weg von den Grenzen, hin zum Potential digitaler Medien für die sozial-emotionale Förderung. Die deutlichste Aussprache für das Potential kam dabei von den Vereinen, in denen Menschen mit Einschränkungen selbst organisiert sind. Zugleich zeigte sich: Über formale Positionen oder Forderungen zur Nutzung digitaler Medien in diesem Bereich verfügte zum Zeitpunkt der Interviews keine der teilnehmenden Organisationen. Diese und weitere Ergebnisse des Praxisprojektes finden sich im offiziellen Ergebnisbericht.

Hier geht es zur Stiftung „barrierefrei kommunizieren!“ (Link)

Weitere Informationen über das Projekt „Außeruniversitäre Karriere“ sind auf der BGHS Webseite zu finden: (Link).

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Praktiker*innen im Gespräch #Teil 23

Veröffentlicht am 9. Januar 2022

::Außeruniversitäre Karrieren::

Praktiker*innen im Gespräch #Teil 23

Viele Wege führen aus der BGHS. Aber wohin führen Wege nach der Promotion konkret? Wir sprechen im Wintersemester mit Historiker*innen und Sozialwissenschaftler*innen, die ihren Beruf außerhalb der Universität ergriffen haben. Rainer Volk hat mit uns über seine Tätigkeit als Hörfunkredakteur beim Südwestrundfunk (SWR) in Baden-Baden gesprochen.


Abbildung 1: Rainer Volk

Herr Volk, Sie haben in der Politikwissenschaft promoviert und sind Hörfunkredakteur. Wenn Sie sich an den Einstieg in Ihren Beruf erinnern: Wie haben Sie den Einstieg gefunden?

Rainer Volk: Ich habe ab 1982 an der Ludwig-Maximilians-Universität und an der Deutschen Journalistenschule in München den Studiengang Diplom-Journalistik belegt. In den Semesterferien hatten wir Hospitanzen zu absolvieren: in Zeitungen, im Hörfunk und im Fernsehen. So bin ich 1986 auch in die Redaktionen „Zeitfunk“ und „Politik“ des Bayerischen Rundfunks gekommen. Das war vor meinem Diplom, als ich dort zunächst sechs Wochen in der einen und dann sechs Wochen in der anderen Redaktion gearbeitet habe. Am Ende dieser Zeit wurde ich dann gefragt, ob ich nicht Lust hätte, als freier Mitarbeiter einzusteigen. Ich hatte mir in den Jahren zuvor als Reporter bei einer Zeitung Geld verdient. Aber der Bayerische Rundfunk zahlte besser. So bin ich 1986 da reingerutscht und hängengeblieben, obwohl ich bis dahin eigentlich immer zur Zeitung wollte. Mein Diplom habe ich ein Jahr später gemacht, und berufsbegleitend promoviert habe ich erst 1990.

Wie sind Sie zu Ihrer aktuellen Position gekommen?

Rainer Volk: Ich wohne mit der Familie in der Nähe von Baden-Baden und bin lange Zeit zwischen Baden-Baden und München gependelt. 2013 – ich war schon 52 Jahre alt – habe ich einen Anruf aus Baden-Baden bekommen: Hätten Sie nicht Lust, zu uns zum Südwestrundfunk zu wechseln? Meine feste Anstellung beim Bayerischen Rundfunk habe ich probeweise für zwei Jahre aufgegeben und habe beim Südwestrundfunk einen Zweijahresvertrag als fester freier Mitarbeiter unterschrieben. Einige Jahre später habe ich dann meine Stelle beim Bayerischen Rundfunk gekündigt und bin jetzt als fester freier Mitarbeiter beim Südwestrundfunk bis zur Rente beschäftigt.


Abbildung 2: Rainer Volk (rechts) mit Heinz Bude, anlässlich der Aufzeichnung einer Sendung im SWR

Sie arbeiten jetzt für den Südwestrundfunk (SWR). Wo arbeiten Sie genau?

Rainer Volk: In der Redaktion „Aktuelle Kultur“ beim SWR in Baden-Baden. Da bin ich in erster Linie tätig als „Chef vom Dienst“. Gelegentlich moderiere ich und ich schreibe auch Kommentare oder Beiträge als Reporter. Eigentlich würde ich jetzt zum Beispiel zur Buchmesse nach Frankfurt fahren, weil ich bei uns in der Redaktion für politische Sachbücher zuständig bin.

Was sind Ihre wichtigsten Aufgaben?

Rainer Volk: Ich gucke darauf, dass in der Sendung „SWR2 am Morgen“, die montags bis samstags läuft und zweieinhalb Stunden dauert, Aktualität abgebildet wird: Was ist an diesem Tag aktuell und wichtig? Dass diese, aktuellen Themen in der Sendung auftauchen, ist meine erste Aufgabe. Zweitens ist meine Aufgabe, Kontakte in der Expertenwelt zu akquirieren und zu pflegen. Denn wir haben jeden Morgen zwei bis drei Gespräche mit Expert*innen aus der akademischen Welt in der Sendung. Als Chef vom Dienst ist es drittens meine Aufgabe, auch für die Mittags- und Abendsendung den Überblick zu behalten und die Kolleg*innen dieser Sendungen auf aktuelle Entwicklungen und neue Themen aufmerksam zu machen. Dazu greife ich zum Beispiel auf eine interne Datenbank der ARD zurück, in der Korrespondent*innen aus aller Welt ihre Beiträge anbieten. Agenturmeldungen zu lesen, gehört auch dazu. Eigentlich lese ich 24 Stunden am Tag, was die Agenturen anbieten.

Welche Tipps haben Sie für Kolleg*innen aus Soziologie und Geschichtswissenschaft, die sich für Ihr Tätigkeitsfeld interessieren?

Rainer Volk: Wenn man sich nach einer gewissen Zeit in der akademischen Welt für Journalismus interessiert, würde ich zunächst versuchen, zu den eigenen Fachthemen auf Plattformen wie H-Soz-Kult oder auch in nichtwissenschaftlichen Fachzeitschriften zu veröffentlichen. Rezensionen zu soziologischer oder geschichtswissenschaftlicher Literatur im Feuilleton einer Tageszeitung könnten dann der nächste Schritt sein, um sich der allgemeinen Publizistik zu nähern. Keine*r fängt als Kommentator*in der Süddeutschen Zeitung auf der Seite vier an.

Herr Volk, vielen Dank für das Gespräch.

Das Gespräch führte Ulf Ortmann.


Das komplette Gespräch als PDF findet ihr hier:

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Weiterführende Informationen zu dem Projekt "Außeruniversitäre Karriere" sind (hier), die vorherigen Interviews der Reihe (hier) verfügbar.

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BGHS-Jahresrückblick 2021

Veröffentlicht am 21. Dezember 2021

:: BGHS-Jahresrückblick 2021::

Ein ereignisreiches Jahr geht zu Ende und leider können wir es auch dieses Mal nicht gemeinsam mit einer Winterparty verabschieden. Daher wünschen wir Euch auf diesem Wege schöne und besinnliche Festtage und ein Frohes Neues Jahr! Bleibt gesund und munter!

Vom 23. Dezember 2021 bis zum 2. Januar 2022 ist die BGHS-Geschäftsstelle geschlossen. Ab dem 3. Januar 2022 sind wir dann wieder für Euch da.

Herzliche Grüße vom BGHS-Team!

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Ein Schädel auf Reisen in der Linie 4

Veröffentlicht am 2. Dezember 2021
Ein Schädel auf Reisen in der Linie 4

Wie konnte es eigentlich dazu kommen, dass sich wissenschaftliche Theorien über ‚Rassen‘ entwickelten, die den alltäglichen Rassismus bis heute legitimieren? Dieser Frage geht Malin Wilckens in der öffentlichen Vortragsreihe Linie 4 nach, die die BGHS gemeinsam mit der vhs Bielefeld veranstaltet. In ihrem Vortrag „Wissenschaftlicher Rassismus und die Vergleichende Anatomie – Wie das ‚Sammeln‘ von Schädeln zur Theorie über ‚Rassen‘ führte“ begleitet sie einen Schädel auf seiner Reise vom Grabesraub bis zur Studierstube des Medizinprofessors Johann Friedrich Blumenbach (1752-1840) in Göttingen. Auf den unterschiedlichen Etappen der ‚Reise‘ des Schädels zeigt sich, wie eng das wissenschaftliche Wissen mit kolonialen und aufklärerischen Strukturen der Zeit verzahnt war und wie bestimmte Wahrheitsansprüche produziert wurden.

Malin Wilckens hat in Göttingen, Bielefeld und Essex Geschichtswissenschaft studiert und promoviert seit 2018 in der Geschichtswissenschaft an der BGHS zum Thema „Schädelvergleiche und die Ordnung der Welt - Rassifizierungsprozesse in der Wissenschaft“. Sie ist Promotionsstipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes und selbst viel in der Welt unterwegs. So war sie 2019 Fellow am Deutschen Historischen Institut in Washington DC und verbringt 2022 einige Monate an der Stanford University in Kalifornien.

Der Vortrag findet am Montag, 06. Dezember 2021 um 18.15 Uhr im Murnau-Saal in der vhs Bielefeld, Ravensberger Park 1, statt. Die Veranstaltung findet auf Deutsch statt. Es gilt die 2G-Regel.

Hier findet Ihr Informationen über die Linie 4 und die Vorträge der Reihe.

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Path to Doctorate

Veröffentlicht am 22. November 2021

"The Path to Doctorate"

Schon seit vielen Jahren unterstützt die BGHS junge internationale Wissenschaftler*innen, die vor der Frage stehen, ob sie promovieren wollen oder nicht. Im laufenden Wintersemester führt die BGHS das Programm "The Path to Doctorate" durch, in dem exzellente Masterstudierende aus internationalen Studiengängen der Universität Bielefeld die Möglichkeit erhalten, mit Peers und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Bielefeld das Thema ihrer Promotion zu diskutieren, ein Exposé vorzubereiten und sich über Promotionsförderprogramme in Deutschland zu informieren.

Fünf internationale Masterstudierende aus folgenden Studiengängen nehmen daran teil.

Aus dem internationalen Track des MA Soziologie:

  • Kübra Gencal: The Political Economy of the Informal Waste Collection Sector in Turkey
  • Yasemin Yildiz: New migration from Turkey to Germany
  • Adolfo Zambrano: Strategies of the multi-ethnic and multi-religious organization in the Ottoman Balkans

Aus den Interamerikanische Studien (IAS)::

  • Omar Sierra: Return migration and reintegration in Venezuela

Aus den History, Economics and Philosophy of Science / Interdisciplinary Studies of Science Master (IAS)::

  • Asli Atasoy: Public trust in science

Wir heißen sie an der BGHS willkommen und wünschen ihnen viel Erfolg!

Gesendet von NMartins in Allgemein

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