© Universität Bielefeld

Soziologie

Soziologie

Neue Ausgabe der Zeitschrift für Soziologie

Veröffentlicht am 31. Oktober 2023
Soeben ist das Heft 3/2023 der Zeitschrift für Soziologie erschienen. Die neue Ausgabe umfasst sechs Beiträge aus verschieden soziologischen Teildisziplinen und mit einem breiten Spektrum methodischer Ansätze. Darunter z.B. ein Beitrag von Heike Trappe und Nadja Milewski zu "Geschlecht, Status und Sichtbarkeit in der Publikationspraxis führender deutscher Soziologiezeitschriften", eine Meta-Analyse zur intergenerationalen Transmission von Scheidung von Sonja Schultz oder den ethnografischen Beitrag von Jörg Hüttermann zu migrationsbezogener Diversität im urbanen Raum. Die ZfS erscheint Open Access, alle Beiträge sind hier zugänglich.[Weiterlesen]
Gesendet von NLoose in Allgemein

Trauer um Prof. Dr. Rainer Schützeichel

Veröffentlicht am 27. Oktober 2023
Rainer Schützeichel 03. 10. 1958 – 25. 10. 2023

 

Prof. Dr. Rainer Schützeichel ist am 25. Oktober plötzlich und unerwartet im Alter von 65 Jahren verstorben. Damit verliert die Fakultät für Soziologie einen sowohl fachlich hoch geschätzten als auch im zwischenmenschlichen Kontakt großartigen Kollegen. Die Todesnachricht hat in der Fakultät Bestürzung und große Trauer ausgelöst.
schuetzeichel
Rainer Schützeichel lehrte seit 2013 Soziologische Theorie, Historische Soziologie, Wirtschaftssoziologie und Religionssoziologie an der Bielefelder Fakultät für Soziologie, die er schon kurz nach seiner Ankunft in Bielefeld als seine wissenschaftliche Heimat empfand – und die er in den folgenden Jahren wissenschaftlich wie persönlich maßgeblich bereicherte. Vor seinem Ruf nach Bielefeld wirkte Schützeichel seit 2000 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der FernUniversität Hagen, wo er 2001 promoviert und 2011 habilitiert wurde. Zwischen 2005 und 2012 vertrat Schützeichel Professuren in Bielefeld, Bochum, Hagen, München (Nachfolge Ulrich Beck), Duisburg, Aachen und Koblenz-Landau.

Eine außerordentliche Auffassungsgabe und ein geradezu phänomenales Konzentrationsvermögen ermöglichten es Rainer Schützeichel, sich entgegen dem Trend zur Spezialisierung in heterogene Themen und Fragestellungen einzudenken, die jeweiligen Forschungslagen akribisch aufzuarbeiten und eigene profunde wissenschaftliche Beiträge zu liefern. 2007 gab er ein Handbuch Wissenssoziologie und Wissensforschung heraus - das erste seiner Art im deutschsprachigen Raum, mit über 60 Einzelbeiträgen. Das von ihm edierte Handbuch Emotionen und Sozialtheorie (2006) trug dazu bei, das Konzept der Emotion, ursprünglich in der Psychologie und Philosophie beheimatet, auch in den Sozialwissenschaften zu verankern. Der Einführungsband Historische Soziologie (2004) arbeitete die deutsche Tradition und den aktuellen angloamerikanischen Forschungsstand auf und bildete eine wichtige Grundlage für die in den 2010er Jahren einsetzende Neubelebung der historischen Soziologie in Deutschland. Auf seine Initiative ging der 2015 gegründete Bielefelder Arbeitskreises Historische Soziologie und Prozessforschung zurück, der 2021/22 in den Arbeitskreis Historische Soziologie aufging. 2015 gab Rainer Schützeichel gemeinsam mit Stefan Jordan den Band Prozesse – Formen, Dynamiken, Erklärungen heraus, der eine interdisziplinäre Bestandsaufnahme des Prozessbegriffs unternahm, und, nicht zuletzt in seinem eigenen Aufsatz, wichtige Gesichtspunkte zur weiterführenden Diskussion bot. Das Werk fand auch Aufmerksamkeit und Anerkennung in den Nachbarwissenschaften. In mehreren Aufsätzen befasste sich Rainer Schützeichel mit dem Thema Kirche und Religiosität, insbesondere damit, dass sich Religiosität zunehmend außerhalb der etablierten Kirchen entfalte. Seine letzte im Publikationsverzeichnis der Universität verzeichnete Veröffentlichung galt der Analyse historischer Differenzierungsprozesse in der Kirchenmusik mithilfe des Begriffs der Konfiguration musikalischer Welten. Ein aktuelles Forschungsprojekt befasst sich mit der Frage, wie sich Professionswissen, z.B. von Ärzten, Psychologen und Sozialpädagogen, angesichts der „Selbstexpertisierung“ der Klienten einerseits und der Transnationalisierung der Professionen andererseits verändert.

In all diesen und vielen anderen Forschungen spiegelt sich eine schier unerschöpfliche intellektuelle Neugier, die nach immer neuen Herausforderungen suchte. Als verbindendes Element von Schützeichels Arbeiten kann man seine besondere Aufmerksamkeit und Sensibilität für jeweils unterschiedliche Bedeutungsmuster und -nuancen von sozialwissenschaftlichen Grundbegriffen ausmachen wie Prozess, Relation, Situation, Feld, (soziale) Kausalitäten, Handeln, Kultur, Sinn, Konfiguration, Zeit und Wissen. Eine skrupulöse Reflexivität beim Gebrauch sozialwissenschaftlicher Grundbegriffe war ihm wichtig. Als Fernziel schwebte ihm eine Ontologie des Sozialen, eine grundlagentheoretische Neubestimmung der Sozialwissenschaften vor, die er nach seiner Emeritierung in einem dreibändigen Werk in Angriff nehmen wollte. Dass es hierzu nicht mehr kommen wird, muss als großer fachlicher Verlust gelten.

Ungeachtet seines umfangreichen Forschungspensums trat Rainer Schützeichel aber insbesondere auch als akademischer Lehrer in Erscheinung. Das Interesse an seinen Lehrveranstaltungen war so groß, dass seine Seminare bisweilen in Hörsälen stattfinden mussten. In der Ausbildung der Studierenden war ihm das Wecken fachlicher Neugier und Reflexivität ebenso wichtig wie die intellektuelle Persönlichkeitsbildung. Trotz seines ohnehin schon hohen Lehrdeputats – dessen Reduzierung er jüngst ablehnte – hat Rainer Schützeichel einen beträchtlichen Teil seiner Zeit und Energie der Diskussion, Beratung und Betreuung von Studierenden, ihrer Projekte und Abschlussarbeiten gewidmet. Die große Anerkennung, die er unter den Studierenden genoss, ist seinem besonderen Engagement in der Lehre und Betreuung sowie seiner Zugewandtheit zu den Belangen der Studierenden zu verdanken.

Unter den Fakultätskolleginnen und -kollegen war Rainer Schützeichel aufgrund sowohl seiner umfassenden Kompetenz und intellektuellen Präzision als auch seiner ausgleichenden Persönlichkeit und seiner außergewöhnlichen Hilfsbereitschaft sehr geschätzt und anerkannt. Aufgrund seiner mit Freundlichkeit und Fairness gepaarten fachlichen Autorität war seine Mitwirkung im Rahmen von Berufungskommissionen, Promotionen oder Habilitationen, aber auch in der fachlichen Beratung bei Forschungsvorhaben, überaus gefragt. Von 2015 bis 2022 fungierte er zudem als geschäftsführender Herausgeber der in Bielefeld erscheinenden Zeitschrift für Soziologie.

Zehn Jahre lang hat Rainer Schützeichel das Fakultätsleben maßgeblich mitgestaltet und mitgeprägt. Er war ein hervorragender Wissenschaftler und besonders leidenschaftlicher und engagierter akademischer Lehrer, der von Kolleginnen und Kollegen wie von Studierenden gleichermaßen hoch geschätzt und anerkannt wurde. Und er war ein in jeder Hinsicht wunderbarer Kollege und Mensch. Sein Tod ist ein schmerzlicher Verlust und hinterlässt eine große Lücke. Es war ein großes Glück, ihn zu kennen und mit ihm zusammenarbeiten zu dürfen. In großer Trauer und tiefer Dankbarkeit nehmen wir Abschied.
[Weiterlesen]
Gesendet von DCordes in Allgemein

"Contestations of Gender Rights. Konferenzteilnahme von Heidemarie Winkel in Bethlehem, Palästina"

Veröffentlicht am 26. Oktober 2023
Vom 28. 9. – 5. Oktober 2023 nahm Heidemarie Winkel an der Konferenz „Land, People and Culture“ an der Dar al-Kalima Universität in Bethlehem, Palästina teil. Sie stellte auf der von dekolonialen Perspektiven getragenen Konferenz einen Beitrag zu „Gender, Nation and Culture in Palestine“ zur Debatte. Im Zentrum standen die „Contestations of Gender Rights“ im palästinensischen Kontext.
[Weiterlesen]
Gesendet von NLoose in Allgemein

Book Review: Development in Spirit: Religious Transformation and Everyday Politics in Vietnam’s Highlands by Seb Rumsby

Veröffentlicht am 17. Oktober 2023
A book review on Seb Rumsby´s "Development in Spirit: Religious Transformation and Everyday Politics in Vietnam’s Highlands" has been published on the LSE Southeast Asia Blog. It was written by Phill Wilcox. To read the review click here.[Weiterlesen]

Neue wissenschaftliche Mitarbeiterin in der AG Vergleichende Politikwissenschaft & Public Policy

Veröffentlicht am 14. Oktober 2023

Mit Beginn des Wintersemesters 2023/24 begrüßen Prof. Sonja Blum und das Team der AG Vergleichende Politikwissenschaft & Public Policy die neue wissenschaftliche Mitarbeiterin Sandra Plümer.

Nach ihrem Bachelor in „European Studies“ an der Universität Maastricht und ihrem Master in „Politikmanagement, Public Policy und öffentliche Verwaltung“ an der NRW School of Governance der Universität Duisburg-Essen (UDE) promovierte Sandra Plümer an der Fakultät für Gesellschaftswissenschaften der UDE. In ihrer Dissertation mit dem Titel „Koordinierungsmechanismus des Policy-Lernens innerhalb von Regierungsformationen: zum Zusammenhang von Konsistenz, Kongruenz und Policy-Wandel“ beschäftigte sie sich mit langjährigen Lernprozessen in der nordrhein-westfälischen Schulpolitik am Beispiel der Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren.

Während ihrer bisherigen fünfjährigen Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin hat sie in mehreren universitären Gremien mitgewirkt und war unter anderem Sprecherin des Mittelbaus am Institut für Politikwissenschaft der UDE. Darüber hinaus ist sie seit einigen Jahren Mitglied bei der International Public Policy Association (IPPA) und der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW). Besonders hervorzuheben ist ihre Funktion als Co-Sprecherin des Forums Junge Staats-, Policy- und Verwaltungsforschung (FoJuS), das eine Unterorganisation für junge NachwuchswissenschaftlerInnen innerhalb der DVPW darstellt.

In ihren aktuellen Forschungsprojekten widmet sich Sandra Plümer Policy-Prozessen und insbesondere Policy-Prozess-Theorien. Ihr Schwerpunkt liegt dabei auf dem Verständnis und der Erklärung von Policy-Wandel und Policy-Lernen. Methodisch arbeitet Sandra Plümer vorrangig mit qualitativen Forschungsmethoden.

Herzlich willkommen im Team!

[Weiterlesen]
Gesendet von XWilke in Allgemein

Professor David Stark hält Niklas-Luhmann-Gastprofessur 2023/24

Veröffentlicht am 12. Oktober 2023
Die Niklas-Luhmann-Gastprofessur 2023/24 hält David Stark, Arthur Lehman Professor für Soziologie an der Columbia University. Professor David Stark ist eine wichtieger Froscher auf dem Gebiet der Wirtschaftssoziologie.[Weiterlesen]

6. Jahrestagung der GSÖBW – Gesellschaft für sozioökonomische Bildung zum Thema Transformationen der Arbeit – Herausforderung für sozioökonomische Forschung, Bildung und Lehre?

Veröffentlicht am 5. Oktober 2023
Die Arbeitsgruppe Didaktik der Sozialwissenschaften der Universität Bielefeld richtet vom 05.-06. Oktober 2023 die 6. Jahrestagung der GSÖBW – Gesellschaft für sozioökonomische Bildung zum Thema Transformationen der Arbeit – Herausforderung für sozioökonomische Forschung, Bildung und Lehre? aus. Unter dem Tagungsthema kommen über 27 Fachbeiträge, ein Workshop sowie die Keynotespeakerinnen Frau Prof. Dr. Sophie Schmitt und Frau Prof. Dr. Daniela Gottschlich zusammen. . Zielsetzung der GSÖBW-Jahrestagung 2023 in Bielefeld ist es, den interdisziplinären Dialog zu fördern. Vor allem aber sollen auch gemeinsame Forschungsperspektiven von Fachwissenschaft und Fachdidaktik auf das Themenfeld Arbeit, Berufswelt und Berufsorientierung ausgelotet werden. Außerdem freuen wir uns besonders das Tagungsprogramm um eine Diskussion inkl. Lesung mit Frau Jun.-Prof. Dr. Amrei Bahr über die Transformation des universitären Arbeitens ergänzen zu können. Das Tagungsprogramm können Sie hier einsehen: Tagungsprogramm der GSÖBW-Jahrestagung 2023Die Anmeldung ist unter folgendem Link möglich: Anmeldung GSÖBW-Jahrestagung.[Weiterlesen]
Gesendet von NLoose in Allgemein
Tags: ab9

Documentary Screening: ‘And Miles to Go Before I Sleep’

Veröffentlicht am 4. Oktober 2023

On October 10th he Understanding Asia Colloquium Series continues with th screening of the documentary `And Miles to Go Before I Sleep´. It will take place from 16 to 18 in X-E-0-226 and can also be joined via Zoom. For registration click here.  

Nguyen Quoc Phi was an undocumented migrant worker, or a ‘runaway’, in northern Taiwan before he was shot nine times by the police and left unattended by the paramedics on 31 August 2017. What made him ‘run away’ from his factory work? How did he find jobs in various construction sites? Why did he start taking drugs? Was he an imperfect victim? These are straightforward questions leading to complicated answers. The award-winning documentary And Miles to Go before I Sleep brings to the fore the nakedness of discrimination and the challenges to humanity if we choose to be bystanders indifferent to inequality and injustice

The content of the documentary includes violent scenes, and the topics under discussion may be stressful for some viewers. 

Film length: 90 Minutes

Q&A and Knowledge Co-Production Activity: 30 Minutes

Director: Tsai Tsung-lung, National Chung Cheng University

Tsai Tsung-Lung is an Associate Professor at the Department of Communications of the National Chung Cheng University and works as an independent documentary producer and director. He takes a humanist approach to his works concerning human rights, environmental crisis, and cultural diversities. Tsai endeavored to promote the visibility and understanding of documentaries and, as a lecturer, has dedicated to training filmmaking amongst students and amateurs. Some of his recent works were collaborated with his Vietnamese spouse, Nguyen Kim Hong, concentrating on migrant spouses and workers in Taiwan, such as See You, Lovable Strangers that recorded the hardships of Vietnamese farmworkers. His film My Imported Wife was archived in the Museum of Television and Radio in New York. Sunflower Occupation, the latest film produced by Tsai, was selected in the New Asian Currents item in the 2015 Yamagata International Documentary Film Festival.

Coordinator: Dr. Isabelle Cockel (University of Portsmouth) and Huy Tran (Bielefeld University) 

Dr. Isabelle Cockel is Senior Lecturer in East Asian and International Development Studies at the University of Portsmouth. Her research focuses on labour and marriage migration in East Asia. She is particularly interested in how the state instrumentalises immigration for political economic interests. Her publications focus on sovereignty, citizenship, gender, activism, and irregular work in the informal labour market. Enacting upon her commitment to academic activism, she utilises academic blogs to raise public awareness of inequality and injustice embedded in labour migration. 

Dr. Huy Tran is a postdoctoral research fellow at the Faculty of Sociology, Bielefeld University. His research pays attention to the several patterns and aspects of transnational migration in East Asia and the Vietnamese migrant community in Japan. He also has an interest on the sexual and gender dimension in transnational migration, migration brokerage and the migration industry. 

[Weiterlesen]

Kalender

« Oktober 2023 »
MoDiMiDoFrSaSo
      
1
2
3
6
7
8
9
10
11
13
15
16
18
19
20
21
22
23
24
25
28
29
30
     
Heute

Newsfeeds