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Soziologie

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"Community, Work and Family" Conference 2025 in Bielefeld

Veröffentlicht am 1. Dezember 2023

The 10th International Community, Work and Family Conference will take place at Bielefeld University on 25-28 March 2025. The conference will bring together a global multidisciplinary community of scholars and practitioners to contribute to debates on changing structures, policies and practices of community, work and family (CWF) and to stimulate further research in this regard.

The conference is organized in collaboration with the journal Community, Work and Family published at Taylor & Francis. The Organizing Committee at Bielefeld University is formed by Anja-Kristin Abendroth, Sonja Blum and Mareike Reimann.

The call for sessions is now open and runs until 31 January 2024. All details on the call for sessions and further information can be found here.[Weiterlesen]
Gesendet von XWilke in Allgemein

Nachruf Prof. Hansjürgen Daheim (16.12.1929 – 01.09.2023)

Veröffentlicht am 1. Dezember 2023

Am 01. September verstarb Prof. Dr. Hansjürgen Daheim im Alter von 93 Jahren. Daheim hatte von 1979 bis zu seiner Emeritierung 1995 an der Bielefelder Fakultät für Soziologie eine H4-Professur Allgemeine Soziologie im Rahmen der damaligen Wissenschaftlichen Einheit Wirtschaft und Sozialstruktur inne. 

Daheim studierte 1950 bis 1952 katholische Theologie an der Universität Bonn, wohl mit dem Berufsziel, Priester zu werden.  1952 bis 1957 folgte ein Studium der Soziologie, der Sozialpolitik und der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Köln, u. a. bei René König. Daheim zählt zur sog. „Gründergeneration“, (u. a. auch Hans Paul Bahrdt, Ralf Dahrendorf, Renate Mayntz, Heinrich Popitz, Erwin Scheuch), welche in den 1950er und 1960er Jahren die Soziologie in der Bundesrepublik maßgeblich wiederaufbaute und sich dabei wissenschaftlich und politisch an den USA orientierte. Er bezog sich dabei wie Andere seiner Generation auf Königs Konzept einer wertegeleiteten und problemorientierten Empirischen Soziologie, die der Empirischen Sozialforschung als Grundlage bedarf. Von 1958 bis 1966 arbeitete Daheim als Assistent an der von König gegründeten soziologischen Abteilung des Kölner Instituts für Mittelstandsforschung. 1967 wurde Daheim zum o. Professor für Soziologie an der Universität Regensburg ernannt. In seine Regensburger Zeit fallen auch Gastprofessuren an der University of Calgary und der University of Connecticut. 1966/67 forschte er als Research Associate in Berkeley. 

Bekannt wurde Daheim durch seine Habilitationsschrift Der Beruf in der modernen Gesellschaft (1967), die den Strukturfunktionalismus von Parsons als Theorierahmen nutzte. Im repräsentativen, von René König herausgegebenem Handbuch der empirischen Sozialforschung, zweite Auflage (1967), schrieb Daheim den Beitrag Beruf, Industrie, sozialer Wandel in unterentwickelten Ländern. 1980 veröffentliche er gemeinsam mit Ulrich Beck und Michael Brater den Band Soziologie der Arbeit und der Berufe. Grundlagen Problemfelder, Forschungsergebnisse. 

Zu den Forschungsschwerpunkten Daheims in seiner Bielefelder Zeit zählten Soziologie der Arbeitsgesellschaft, industriellen Beziehungen als Standortfaktor, De-Industrialisierung und ihre gesellschaftlichen Folgen in betroffenen Städten (z. B. Völklingen), Soziologie der Klein- und Mittelunternehmen und eine kulturvergleichende Studie über Kreditgenossenschaften in Deutschland und Taiwan.  1980 wurde Daheim zum Geschäftsführenden Direktor des Zentrums für Wissenschaft und berufliche Praxis der Universität Bielefeld ernannt. Um 1990 übernahm er die Leitung des Instituts zur Erfassung sozialer Chancen (ISO), das zu den drei von René König gegründeten Forschungsinstituten zählte. Das intellektuelle Interesse Daheims ging über die Bereiche Wirtschafts-, Berufs- und Arbeitssoziologie hinaus. So galt seine Aufmerksamkeit auch der Soziologie der Zwischenkriegszeit. Er betreute Dissertationen über die Weimarer historische Soziologie und über die Durkheimschule. Daheim war ein geradezu idealer Betreuer von Qualifikationsarbeiten, der seinen Schützlingen größtmögliche Freiheit und Unabhängigkeit ließ und deren Texte mit viel intellektueller Empathie kritisch-konstruktiv begleitete.

Daheim pflegte einen „demokratischen“ Umgang mit Studierenden und Mitarbeitenden. Er beharrte jedoch auf klaren Leistungskriterien, insbesondere der – seinerzeit umstrittenen - Benotung studentischer Leistungen. In diesem Sinne setzte er sich für eine Reform des Bielefelder Diplomstudiengangs ein. In der Fakultät genoss er hohes Ansehen; sein Wort hatte Gewicht. Auch auf ihn geht die Einführung in die Sozialstrukturanalyse, Vorlesung und Übung als obligatorische Studienleistung an der Bielefelder Soziologie-Fakultät seit 1985 zurück, deren Konzipierung und Durchführung er übernahm. 

Mit Dankbarkeit und Respekt nimmt die Bielefelder Fakultät für Soziologie von Hansjürgen Daheim Abschied.
Gesendet von DCordes in Allgemein
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