Soziologie
Neues Paper zum Stress am Arbeitsplatz und Substanzen zur Leistungssteigerung
Neues Paper von Sebastian Sattler, Mareike Reimann und Kolleginnen zu Stress am Arbeitsplatz und Substanzen zur Leistungssteigerung
Chronischer Stress im Job kann nicht nur die Gesundheit beeinträchtigen, sondern auch dazu führen, dass Beschäftigte zu leistungssteigernden Substanzen greifen. Eine Studie von Sebastian Sattler (Uni Bielefeld), Mareike Reimann (Uni Bielefeld), Myriam Baum (Bundesinstitut für Berufsbildung, BIBB) und Nina Hänel (GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften) untersucht, wie Arbeitsanforderungen und -ressourcen mit Stress und dem Gebrauch legaler, verschreibungspflichtiger und illegaler Drogen zur kognitiven Leistungssteigerung zusammenhängen. Auf Basis bundesweiter Paneldaten von 7.705 Erwerbstätigen in Deutschland zeigt sich: Bestimmte Arbeitsanforderungen erhöhen das Stresserleben, während verschiedene Ressourcen wie Unterstützung oder Handlungsspielräume es reduzieren. Stress vermittelt dabei den Zusammenhang zwischen Arbeitsbedingungen und dem Gebrauch legaler sowie verschreibungspflichtiger leistungssteigernder Mittel. Der Konsum illegaler Drogen hing hingegen nur direkt mit ausgewählten Arbeitsmerkmalen zusammen. Die Ergebnisse erweitern das Job-Demands–Resources-Modell um gesundheitsbezogene Bewältigungsstrategien und unterstreichen die Bedeutung gesundheitsförderlicher Arbeitsbedingungen zur Prävention riskanten Substanzgebrauchs.