Soziologie
Neue Studie zeigt Verringerung der Ost-West-Unterschieden bei der Wahrnehmung der Lohngerechtigkeit
Ost-West-Gefälle in der Wahrnehmung der Lohngerechtigkeit hat sich zwischen 2009 und 2023 verringert
Anhand von Längsschnittdaten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) zeigt die Studie zunächst erhebliche Unterschiede: Beschäftigte in Ostdeutschland empfinden ihre Bruttoeinkommen als ungerechter als jene in Westdeutschland. Im Laufe der Zeit verringern sich diese regionalen Unterschiede jedoch. Nach Lohndezilen aufgeschlüsselte Analysen zeigen, dass diese Annäherung in der Wahrnehmung der Lohngerechtigkeit in erster Linie auf einen Rückgang der Wahrnehmung von Ungerechtigkeit bei Niedriglohnbeschäftigten in Ostdeutschland zurückzuführen ist. Diese Entwicklung wiederum wird durch ein sich verringerndes Ost-West-Gefälle in den tatsächlichen Verdiensten der Niedriglohnbeschäftigten angetrieben. Zwar gibt diese Entwicklung grundsätzlich Anlass zu Optimismus, jedoch wird die Annäherung nicht allein durch eine Verbesserung der Lohngerechtigkeit in Ostdeutschland getrieben, sondern auch durch eine Zunahme an wahrgenommener Ungerechtigkeit unter Beschäftigten in Westdeutschland.