Soziologie
Kurzfilm: What Is Temporal Colonialism?
Ein aktueller Kurzfilm aus dem Projekt Futures of Difference widmet sich dem Begriff des Temporal Colonialism – der Idee, dass koloniale Macht nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich wirksam ist. Im Zentrum steht die Frage, wie Fortschritt, Entwicklung und Zukunft als normative Maßstäbe eingesetzt werden, um Gesellschaften hierarchisch einzuordnen.
Der Film zeigt, wie bestimmte Gruppen oder Regionen entlang einer vermeintlich universalen Zeitachse als „zurückgeblieben“ oder „noch nicht so weit“ markiert werden – und wie solche Zeitordnungen politische und epistemische Machtverhältnisse stabilisieren. Der knapp gehaltene Beitrag eignet sich gut als Diskussionsimpuls für Lehrveranstaltungen und Debatten zu Postkolonialismus, Zeitsoziologie und globalen Ungleichheiten.
Der Beitrag stammt von Thomas Faist aus unserer Fakultät für Soziologie.