Soziologie
Digitales Präsenzverhalten im Homeoffice: Neue Studie mit Daten des IAB-HOPP
Wie machen Beschäftigte im Homeoffice ihre Arbeit sichtbar – und welche Rolle spielen dabei der berufliche Status, die Arbeitsplatzunsicherheit und die Arbeitsunzufriedenheit? Vor kurzem ist die neue Studie zu digitalem Präsenzverhalten von Beschäftigten im Homeoffice in Work, Employment and Society erschienen.
Digitales Präsenzverhalten kann unterschiedliche Formen annehmen. Diese unterscheiden sich darin, wie sie auf die Norm idealer Beschäftigter reagieren: Manche sind eher reaktiv, andere proaktiv. Einige Formen bringen eine stärkere Orientierung an der Norm zum Ausdruck, während andere eine Distanzierung von ihr darstellen können.
Die Studie untersucht drei Facetten von digitalem Präsenzverhalten:
- digitale Verfügbarkeit
- digitale Sichtbarkeit von Arbeitsergebnissen
- digitales Vortäuschen von Präsenz
Die Auswertung der repräsentativen Stichprobe von Beschäftigten im Homeoffice in Deutschland zeigt, dass digitales Präsenzverhalten relativ weit verbreitet sind. Beschäftigte mit höherem beruflichem Status sind eher digital verfügbar. Die Arbeitsplatzunsicherheit von Beschäftigten ging eher mit einer stärkeren Ausprägung aller drei Facetten einher. Arbeitsunzufriedenheit wiederum begünstigte das digitale Vortäuschen von Präsenz und verringerte die digitale Sichtbarkeit.
Insgesamt deutet die Studie darauf hin, dass digitales Präsenzverhalten sowohl eine Überzeichnung der Norm idealer Beschäftigter als auch ungleiche berufliche Situationen unter Beschäftigten im Homeoffice widerspiegelt.
Sie können die vollständige Veröffentlichung hier einsehen:
@Abendroth, A.-K., @Lott, Y., & @Dummert, S. (2026). Establishing digital presence: How occupational status, job insecurity and job dissatisfaction shape digital availability, visibility and faking behaviours among home-based workers. Work, Employment and Society, 0(0). https://doi.org/10.1177/09500170261476006