Soziologie
Neues Paper von Sebastian Sattler und Kolleg:innen zu ADHS-Symptomen, Burnout und leistungssteigernden Substanzen im Arbeitskontext
Moderne Arbeitswelten sind häufig durch hohe kognitive Anforderungen und anhaltenden Leistungsdruck geprägt. Eine Studie von Rachel D. Teodorini, James H. Smith-Spark, Nicola Rycroft (alle London South Bank University) und Sebastian Sattler (Uni Bielefeld) untersucht, wie nicht diagnostizierte ADHS-Symptome mit Burnout und dem Gebrauch legaler, verschreibungspflichtiger sowie illegaler Substanzen zur kognitiven Leistungssteigerung zusammenhängen. Auf Basis von Selbstauskünften von 7.768 Erwerbstätigen in Deutschland zeigt sich: ADHS-Symptome gehen mit einem erhöhten Burnout-Risiko einher, und Burnout vermittelt den Zusammenhang zwischen ADHS-Symptomen und der Häufigkeit des Konsums leistungssteigernder Substanzen – insbesondere legaler Mittel.
Die Befunde sprechen dafür, Burnout als stressbezogenen Mechanismus zu verstehen, der ADHS-assoziierte Belastungen mit potenziell riskanten Bewältigungsstrategien im Arbeitskontext verknüpft. Damit unterstreicht die Studie die Bedeutung früher Unterstützung für Beschäftigte mit ADHS-bezogenen Schwierigkeiten, um Stress zu reduzieren und gesundheitsriskanten Substanzgebrauch vorzubeugen.