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Mut – Über eine Ausstellung in der Bielefelder Wissenswerkstadt mit Exponaten aus fünf Seminaren der Community of Practice „Public Humanities“
Ein Beitrag von Inga Gostmann (wissenschaftliche Hilfskraft in der CoP Public Humanities)
Was ist Mut? Was bedeutet es, mutig zu sein? Wie wird Mut rezipiert und inszeniert? Mit diesen Fragen haben sich Studierende in fünf verschiedenen geisteswissenschaftlichen Lehrveranstaltungen, die in Kooperation mit der Community of Practice (CoP) Public Humanities entstanden sind, nicht nur selbst beschäftigt, sondern die Inhalte auch für eine Ausstellung in der Bielefelder Wissenswerkstadt aufbereitet. Entstanden ist eine interdisziplinäre Ausstellung in der Wissenswerkstadt, die von Juli bis August 2025 interessierten Bielefelder*innen gezeigt hat, wie sich Geisteswissenschaftler*innen solchen Fragen nähern. Kleine und große Besucher*innen konnten Neues über mutige Figuren aus Geschichte und Literatur lernen, beim Spiel gegen Aristoteles ihre philosophischen Fähigkeiten testen und schließlich ihren ganz eigenen Mut-Begriff mit anderen Leuten teilen.
Wie hat das funktioniert? Koordiniert von Dr. Almut von Wedelstaedt und Dr. Matthias Buschmeier wurden fünf verschiedene Seminare in vier unterschiedlichen Disziplinen organisiert, gemeinsam das Thema Mut gefunden und mit der Wissenswerkstadt abgesprochen. Gemeinsam wurde ein Zeitplan für alle fünf Seminare entwickelt, der auf die Fertigstellung der Exponate und die Eröffnung der Ausstellung hinauslief. Die Seminare haben dann in der Philosophie (von Dr. Almut von Wedelstaedt & Dr. Anna Welpinghus), der Literaturwissenschaft (von Dr. Nils Rottschäfer), der Kulturvermittlung (von Dr. Heike Thienenkamp & Michael Mienert), und zwei Seminare in den Medienwissenschaften (je ein Seminar von Dr. Petra Pansegrau & Dr. Thomas Walden) stattgefunden. Bei zwei zusätzlichen vorbereitenden Treffen in der Wissenswerkstadt sind alle Studierenden und Lehrenden über ihre Seminare hinaus in den interdisziplinären Austausch gekommen.
Am 04. Juli 2025 wurde die Ausstellung feierlich eröffnet und die Besuchenden konnten in den nächsten Wochen durch die Exponate der Studierenden aus unterschiedlichen Disziplinen etwas über Mut erfahren. Die Philosophie-Studierenden haben unter anderem ein Brettspiel für die Besuchenden entwickelt, in dem man sich je nach Feld zum Beispiel kleinen Mutproben stellen oder Fragen beantworten muss und dabei gegen eine Statue von Aristoteles antritt, die man langsam aufbaut, wenn man eine Antwort nicht weiß oder sich nicht traut, eine Mutprobe abzulegen.
Bild 1 zeigt ein von Philosophie-Studierenden entwickeltes Brettspiel ©Sarah Jonek/Wissenswerkstadt
Für sehr junge Besuchende gab es aus der Literaturwissenschaft zum Beispiel unterschiedliche Anhörstationen, bei denen Geschichten durch von den Studierenden gemalte Bilder und von ihnen eingesprochene Erzählungen klassischer Kindergeschichten erkundet werden konnten.
Bild 2 zeigt Kopfhörer und einen Stift, mit dem Bilder in der Ausstellung angetippt werden können, um passende Geschichten zu hören ©Sarah Jonek/Wissenswerkstadt
Bild 3 zeigt Bilder, zu denen sich Besuchende mit Kopfhörern passende Geschichten anhören können ©Sarah Jonek/Wissenswerkstadt
Aus der Kulturvermittlung gab es unter anderem einen Mutautomaten. Dabei wählt man eine Postkarte mit einer Frage oder einer Aufforderung aus, auf die man etwas zu Mut schreibt oder malt. Dann wird sie oben in den Mutautomaten eingeworfen und man nimmt sich unten eine andere Karte heraus, die von einer anderen Person gestaltet und eingeworfen wurde.
Bild 4 zeigt einen von Studierenden gebauten Mut-Automaten, in den Notizen hineingeworfen und entnommen werden können ©Sarah Jonek/Wissenswerkstadt
Auch ein digitales Exponat haben die Studierenden entwickelt: Studierende der Medienwissenschaften haben eine digitale Umgebung programmiert, in der Besuchende etwas über mutige Personen lernen konnten, die weniger bekannt sind. Viele dieser Personen kommen selbst auch aus Bielefeld und wurden von den Studierenden eigens befragt.
Bild 5 zeigt einen Bildschirm, auf dem Besuchende interaktiv etwas über mutige Personen lernen können ©Sarah Jonek/Wissenswerkstadt
Viele weitere Exponate waren in der Ausstellung zu sehen. Die Vielzahl der Ideen der Studierenden und ihre Freude und ihr Engagement bei der Umsetzung haben die Ausstellung nachhaltig geprägt und die Besuchenden zum Mitmachen und Mitdenken angeregt.
Bild 6 zeigt eine Girlande, die aus Papier-Buchstaben das Wort „Mut“ bildet ©Sarah Jonek/Wissenswerkstadt