Wirtschaftswissenschaften Blog
Wirtschaftliche Sicherheit und die Zukunft des globalen Handels
Internationale Perspektiven und wissenschaftlicher Austausch in Kiel
Am 24. Und 25. Februar fand am Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel der zweitägige "Workshop on Economic Security and the Future of the Global Trading System" statt. Mitorganisiert von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Bielefeld und dem Horizon-Europe-Projekt RETHINK-GSC bot die Veranstaltung aufschlussreiche Keynotes von Jota Ishikawa und Pao-Li Chang sowie Diskussionen zu CO₂-Besteuerung, multinationaler Produktion und den Reaktionen des Arbeitsmarktes auf die Globalisierung.
Im Mittelpunkt des Workshops stand die Frage, wie wirtschaftliche Sicherheit und geopolitische Entwicklungen die internationale Handelsordnung beeinflussen. Die Vorträge und Diskussionen beleuchteten die wachsende Bedeutung strategischer Handelspolitik in Zeiten geopolitischer Spannungen und regionaler Handelsumstrukturierungen. Besonders hervorgehoben wurde die Rolle von Handelsabkommen und Steuerpolitik als Mittel zur Stärkung wirtschaftlicher Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit.
Nachhaltigkeit und Handelspolitik
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Interaktion zwischen Handel und Umweltpolitik. Mehrere Beiträge setzten sich mit der Frage auseinander, wie internationale Handelsregeln zur Bewältigung des Klimawandels beitragen können.
Dabei wurde beleuchtet, inwieweit Mechanismen wie CO2-Zölle oder neue Regulierungen der Welthandelsorganisation (WTO) die globalen Produktions- und Handelsstrukturen nachhaltig beeinflussen können.
Auswirkungen der Globalisierung auf Arbeitsmärkte
Auch die Auswirkungen der Globalisierung auf Arbeitsmärkte standen im Fokus. Die Teilnehmenden diskutierten, welche Herausforderungen sich durch neue Handelsdynamiken für Löhne, Beschäftigungsstrukturen und wirtschaftliche Ungleichheit ergeben. Die Analyse internationaler Arbeitskräftemobilität sowie die Konsequenzen multinationaler Produktionsverlagerungen spielten dabei eine zentrale Rolle.
Bedeutung internationaler Zusammenarbeit
Der Workshop diente als dynamisches Forum für den hochrangigen wissenschaftlichen Austausch, förderte neue Kooperationen und lieferte praxisrelevante Erkenntnisse für die Handelspolitik. Dabei bot die Veranstaltung einen interdisziplinären Austausch zwischen Wissenschaft, Politik und Wirtschaft und unterstrich die Relevanz internationaler Kooperationen in einer zunehmend vernetzten Welt.
„Die Zukunft des globalen Handelssystems zu verstehen, erfordert sowohl die Perspektiven erfahrener Wissenschaftler als auch frischer Stimmen. Dieser Workshop hat erfolgreich Senior- und Nachwuchsforschende aus Japan und Europa zusammengebracht, um Ideen auszutauschen, Annahmen zu hinterfragen und die sich wandelnde Rolle der Handelspolitik in einer Zeit wirtschaftlicher Sicherheitsbedenken zu erkunden. Die Diskussionen der letzten zwei Tage werden zweifellos zu neuen gemeinsamen Kooperationen führen und hoffentlich Einfluss auf das politische Denken haben.“
– Prof. Dr. Julian Hinz