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DFG bewilligt neue Forschergruppe an der Universität Bielefeld
Wie passen sich Tiere an Umweltbedingungen an?
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet eine neue Forschergruppe an der Universität Bielefeld ein. Die Gruppe trägt den Titel „Reduction of Phenotypic Plasticity in Behavior by Early Experience: Functional Consequences of an Adaptive Mechanism?“ und wird auf dem Gebiet der Verhaltensforschung arbeiten. Untersucht werden soll, inwiefern Einflüsse in der frühen Lebensentwicklung von Säugern, Vögeln und Insekten deren späteres Verhalten mitbestimmen.
Die Anpassungsfähigkeit von Lebewesen an Umweltbedingungen wird im Laufe ihrer Entwicklung immer geringer. Demzufolge ist die frühe Lebensphase von besonderem Interesse. Dass Verhaltenseigenschaften Schrittmacher der Evolution sind, ist unbestritten. Doch welche Einflüsse in der frühen Individualentwicklung - wie Nahrungsverfügbarkeit und soziale Umwelt - bestimmen das spätere Verhalten eines Tieres?
Als Analysemaßstab sollen Fitness-Effekte dienen, die bei Säugern, Vögeln und Insekten miteinander verglichen werden. Tiere dieser drei Gruppen unterscheiden sich in ihren Lebensläufen stark voneinander. Dadurch können am Ende allgemeinere Schlüsse über die Bedeutung verschiedener Stadien der Ontogenese, auf die Art der Veränderungen und auf die Anpassung solcher Veränderungen zu den ökologischen Bedingungen während der Jugendentwicklung gezogen werden. So wird zum Beispiel untersucht, ob Individuen, die im Frühjahr geboren werden und sich sofort fortpflanzen, andere Verhaltenseigenschaften aufweisen, als solche, die im Herbst geboren werden und den Winter überstehen müssen.
Sprecher der neuen DFG-Forschungsgruppe wird Professor Dr. Fritz Trillmich von der Fakultät für Biologie der Universität Bielefeld. Fritz Trillmich hat seit 1990 nach Stationen an den Universitäten in Freiburg und München sowie am Max-Planck-Institut für Verhaltensphysiologie in Seewiesen den Lehrstuhl für Verhaltensforschung an der Universität Bielefeld inne. Seine Forschungsinteressen liegen unter anderem in Themen wie Lebenslaufstrategien (untersucht an Meerschweinchen) sowie Demographie und Fortpflanzungsstrategie (z.B. an Seelöwen). Ebenfalls an der Forschergruppe beteiligt sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitäten Münster und Potsdam.
Die
DFG fördert die neue Forschergruppe mit der Nummer 1232 für drei Jahre mit insgesamt 1,5 Millionen Euro. In den DFG-Forschergruppen arbeiten mehrere als
herausragend ausgewiesene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an einer
besonderen Forschungsaufgabe, mit dem Ziel, Ergebnisse zu erreichen, die über eine
reguläre Einzelförderung deutlich hinausgehen.