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Neues Datenservicezentrum an der Universität Bielefeld soll Dateninfrastruktur in Deutschland verbessern
Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung
Im
Rahmen einer Förderung des Bundesministerium für Bildung und Forschung
(BMBF) zur Verbesserung der Dateninfrastruktur in Deutschland wird ein
Datenservicezentrum Betriebs- und Organisationsdaten (DSZ-BO) an der
Fakultät für Soziologie der Universität Bielefeld aufgebaut. Die
Aufgaben des DSZ-BO sind, Betriebs- und Organisationsdaten zentral zu
archivieren und diese Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu
Forschungszwecken zur Verfügung zu stellen. Hierzu wird in
Zusammenarbeit mit der Universitätsbibliothek Bielefeld ein
web-basiertes Informationsportal aufgebaut, das über den Bestand an
Betriebs- und Organisationsdaten informiert und umfangreiche
Recherchemöglichkeiten eröffnet.
In den Sozial- und
Wirtschaftswissenschaften setzt sich mehr und mehr die Erkenntnis durch,
dass die Ebene des Betriebs und der einzelnen Organisation für das
Verständnis einer Reihe von Forschungsgegenständen entscheidend ist. So
sind zum Beispiel Lohnungleichheiten zwischen Frauen und Männern nur
hinreichend zu erklären, wenn auch der Einfluss des jeweiligen
Arbeitgebers berücksichtigt wird. Wollen Forscher die Bedeutung der
Organisationsebene untersuchen, so besteht das Problem, dass zwar in
einer Vielzahl von Studien Informationen über Betriebe und Unternehmen,
Behörden, Einrichtungen des Bildungswesens sowie des Gesundheitswesens
erhoben wurden. Diese Daten sind jedoch für die allgemeine,
wissenschaftliche Öffentlichkeit oft nicht verfügbar. Der Bestand an den
mit zumeist öffentlichen Mitteln finanzierten Studien ist weder
umfassend dokumentiert noch sind die Daten archiviert, weshalb eine
weitere Nutzung durch Forscher, die sogenannte Sekundärnutzung,
praktisch unmöglich ist. Dass diese Daten spätestens mit Ausscheiden der
einstigen Studienleiter aus dem Beruf unwiederbringlich verloren sind,
bildet heutzutage eher den Normalfall als die Ausnahme.
Erklärtes
Ziel des Datenservicezentrums ist es, zur Entwicklung und Verbreitung
von Standards der Archivierung, Dokumentation und Sekundärnutzung von
Forschungsdaten in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften
beizutragen. Ausgewählte Datensätze werden über verschiedene
Nutzungswege Wissenschaftlern für ihre jeweiligen Forschungsarbeiten
angeboten.
Das DSZ-BO steht unter der Leitung von Professor Dr.
Stefan Liebig und Professor Dr. Martin Diewald von der Fakultät für
Soziologie. Durch die Einrichtung eines wissenschaftlichen Beirats, der
sich aus renommierten Forschern verschiedener Disziplinen aus ganz
Deutschland und den Niederlanden zusammensetzt, ist das
Datenservicezentrum in der Wissenschaft insgesamt breit verankert.
Weitere Informationen im Internet:
www.uni-bielefeld.de/dsz-bo