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uni.aktuell-Archiv
Veröffentlicht am
6. November 2013
Kategorie:
Forschung & Wissenschaft
Die Vermessung der Weltgesellschaft
Autorenkolloquium mit Professorin Sally Engle Merry am Zentrum für interdisziplinäre Forschung der Universität Bielefeld
Die Weltgesellschaft wird zunehmend vermessen, quantifiziert und standardisiert. Immer mehr Bereiche des gesellschaftlichen Lebens werden mit Daten erfasst, die scheinbar auf rationalen Kriterien beruhen und die vermeintlich objektive Tatsachen erzeugen. Am Montag und Dienstag, 11. und 12. November, stellt Professorin Sally Engle Merry PhD (New York University) die Wissenstechnologien, die sowohl nationale Ökonomien, den nationalen wie lokalen Entwicklungsstand, die Qualität von Demokratien und Wohlfahrt als auch das Glück zu indexieren suchen, auf den Prüfstand. Das Autorenkolloquium findet am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld unter der Leitung der Bielefelder Soziologin Professorin Dr. Joanna Pfaff-Czarnecka statt.
Begriffe wie Armut, Entwicklungsstand oder Rechtssicherheit erscheinen als selbstverständlich. Die darunter liegenden Vorannahmen, politische und theoretische Rationalitäten, werden jedoch verschleiert. Solche Verfahren der Wissenserzeugung erscheinen umso natürlicher, als immer mehr Organisationen auf Indikatoren zurückgreifen, um ihre Wissensbasis zu dokumentieren und um ihre Verantwortlichkeit zu stärken – allen voran die Weltbank und verschiedene Organisationen der Vereinten Nationen wie die Weltgesundheitsorganisation WHO oder das Kinderhilfswerk UNICEF. Diese Praktiken dehnen sich zunehmend auch auf die Nichtregierungsorganisationen aus.
Die amerikanische Anthropologin Professorin Sally Merry geht davon aus, dass diese Formen des Wissens Ungleichheiten im weltgesellschaftlichen Maßstab verfestigen und erzeugen. Dadurch entstehen neuartige Formen der Regierbarkeit auf unterschiedlichen weltgesellschaftlichen Ebenen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kolloquiums diskutieren die Verfahren des Weltvermessens und der Verwendung von Kategorien, welche die höchst unterschiedlichen Gesellschaften und Kulturen in einheitliche globale Schemata pressen. Gefragt wird nach den sozialen Folgen der durch solche Vereinheitlichungen entstehenden Vergleiche ebenso wie nach den Möglichkeiten, auf diese weitreichenden Wissensformen Einfluss zu nehmen. Neben Professorin Merry halten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Italien, Großbritannien, Norwegen und Neuseeland Vorträge.
Die Tagungssprache ist Englisch.
Tagungszeit:
Montag, 11. November, 9 Uhr bis 19.30 Uhr
Dienstag, 12. November, 9 Uhr bis 18 Uhr
Weitere Informationen im Internet:
www.uni-bielefeld.de/(de)/ZIF/AG/2013/11-11-Pfaff.html
Die Weltgesellschaft wird zunehmend vermessen, quantifiziert und standardisiert. Immer mehr Bereiche des gesellschaftlichen Lebens werden mit Daten erfasst, die scheinbar auf rationalen Kriterien beruhen und die vermeintlich objektive Tatsachen erzeugen. Am Montag und Dienstag, 11. und 12. November, stellt Professorin Sally Engle Merry PhD (New York University) die Wissenstechnologien, die sowohl nationale Ökonomien, den nationalen wie lokalen Entwicklungsstand, die Qualität von Demokratien und Wohlfahrt als auch das Glück zu indexieren suchen, auf den Prüfstand. Das Autorenkolloquium findet am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld unter der Leitung der Bielefelder Soziologin Professorin Dr. Joanna Pfaff-Czarnecka statt.
Begriffe wie Armut, Entwicklungsstand oder Rechtssicherheit erscheinen als selbstverständlich. Die darunter liegenden Vorannahmen, politische und theoretische Rationalitäten, werden jedoch verschleiert. Solche Verfahren der Wissenserzeugung erscheinen umso natürlicher, als immer mehr Organisationen auf Indikatoren zurückgreifen, um ihre Wissensbasis zu dokumentieren und um ihre Verantwortlichkeit zu stärken – allen voran die Weltbank und verschiedene Organisationen der Vereinten Nationen wie die Weltgesundheitsorganisation WHO oder das Kinderhilfswerk UNICEF. Diese Praktiken dehnen sich zunehmend auch auf die Nichtregierungsorganisationen aus.
Die amerikanische Anthropologin Professorin Sally Merry geht davon aus, dass diese Formen des Wissens Ungleichheiten im weltgesellschaftlichen Maßstab verfestigen und erzeugen. Dadurch entstehen neuartige Formen der Regierbarkeit auf unterschiedlichen weltgesellschaftlichen Ebenen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kolloquiums diskutieren die Verfahren des Weltvermessens und der Verwendung von Kategorien, welche die höchst unterschiedlichen Gesellschaften und Kulturen in einheitliche globale Schemata pressen. Gefragt wird nach den sozialen Folgen der durch solche Vereinheitlichungen entstehenden Vergleiche ebenso wie nach den Möglichkeiten, auf diese weitreichenden Wissensformen Einfluss zu nehmen. Neben Professorin Merry halten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Italien, Großbritannien, Norwegen und Neuseeland Vorträge.
Die Tagungssprache ist Englisch.
Tagungszeit:
Montag, 11. November, 9 Uhr bis 19.30 Uhr
Dienstag, 12. November, 9 Uhr bis 18 Uhr
Weitere Informationen im Internet:
www.uni-bielefeld.de/(de)/ZIF/AG/2013/11-11-Pfaff.html