Rechtswissenschaft
Kennenlerntag 2026: Wenn Recht plötzlich ganz nah ist
Wann beginnt eigentlich das Recht? Und an welchen Stellen unseres Alltags wirkt es, ohne dass wir es bewusst wahrnehmen? Mit genau diesen Fragen startete am 19. Januar 2026 der Kennenlerntag der Fakultät für Rechtswissenschaft an der Universität Bielefeld für das Sommersemester 2026. Für die Studieninteressierten war dies nicht nur ein erster Besuch auf dem Campus, sondern zugleich ein erster inhaltlicher Zugang zum Fach Jura.
Begrüßt wurden die Studieninteressierten von Professor Dr. Paul Schrader, Dekan der Fakultät. Anhand von lebensnahen Beispielen machte er deutlich, wie früh rechtliche Regelungen greifen und wie selbstverständlich sie unser tägliches Handeln strukturieren. Recht, so seine zentrale Botschaft, ist kein fernes Regelwerk, sondern Teil nahezu jeder Entscheidung – privat wie gesellschaftlich. Aufbauend darauf stellte er die inhaltliche Vielfalt des Jurastudiums vor und warb dafür, sich auf ein Fach einzulassen, das analytisches Denken mit gesellschaftlicher Relevanz verbindet.
Im Anschluss übernahm das Studienbüro in Person von Moritz Mesterheide und gab einen strukturierten Überblick über den Studiengang Rechtswissenschaft. Neben dem formalen Aufbau des Studiums standen vor allem Hinweise im Mittelpunkt, die den Übergang von der Schule zur Universität erleichtern sollen. Auch die Fakultät selbst und die Universität Bielefeld wurden vorgestellt: kurze Wege zwischen den Fakultäten, ein enger Austausch und als klares Alleinstellungsmerkmal ein barrierefreies Studium.
Beratung, Austausch und Zusatzangebote
In einer anschließenden Pause nutzten viele Teilnehmende die Gelegenheit, persönliche Fragen zu stellen. Das Studienbüro beriet individuell und gab Einblicke in organisatorische Abläufe und Planungsspielräume im Studium.
Darüber hinaus wurden die ergänzenden Programme der Fakultät vorgestellt, die das Studium in Bielefeld prägen. Dazu zählen unter anderem das Fremdsprachenprogramm, das ErstAka-Mentoring, der Klausuren_Booster, Europa Intensiv sowie das Examinatoriumsbüro. Sie bieten Unterstützung vom Studienstart bis zur Examensvorbereitung und schaffen zusätzliche Möglichkeiten zur fachlichen Vertiefung und Vernetzung.
Mitdenken ausdrücklich erwünscht
Wie sich juristische Theorie in der Lehre anfühlen kann, zeigte die Schnuppervorlesung von Professorin Dr. Sudabeh Kamanabrou, Inhaberin des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, deutsches und europäisches Arbeitsrecht, Wirtschaftsrecht und Methodenlehre. Im Mittelpunkt stand dabei weniger die reine Wissensvermittlung als vielmehr die juristische Denkweise selbst.
Ausgehend von alltagsnahen Fällen – unter anderem etwa ein spärlich belegtes Schnitzelbrötchen oder der Frage wann es sich um die Erschleichung von Leistungen handelt – führte sie durch unterschiedliche Rechtsgebiete: Vertragsrecht, arbeitsrechtliche Aspekte bis hin zu strafrechtlichen Fragestellungen und der Straßenverkehrsordnung. Deutlich wurde dabei, wie wichtig eine präzise Sprache und eine klare Struktur für juristische Argumentationen sind.
Besonders lebendig wurde die Vorlesung durch ihr interaktives Format: Per Smartphone konnten die Studieninteressierten abstimmen, Position beziehen und so aktiv am Geschehen teilnehmen. Die Studieninteressierten erhielten einen guten Überblick, was das Jurastudium in Bielefeld auszeichnet: fachliche Breite, Nähe zur Lebenswirklichkeit und ein offenes, unterstützendes Studienumfeld.