Rechtswissenschaft
Drei Tage Staatsrechtslehre: Die 85. Jahrestagung in Bielefeld
Rund 350 Rechtswissenschaftler*innen diskutierten vom 7. bis 9. Oktober an der Universität Bielefeld über aktuelle Herausforderungen des Verfassungsstaats und die Rolle der Verfassungsrechtswissenschaft.
Unter dem Thema „Bewährungsproben des Verfassungsstaats – Bewährungsproben der Verfassungsrechtswissenschaft“ bot die 85. Jahrestagung der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer ein Forum für den fachlichen Austausch über grundlegende Fragen des öffentlichen Rechts. Im Mittelpunkt standen das Verhältnis von Verfassungsrecht und Demokratie, kommunikative Freiheiten in polarisierten Gesellschaften, die internationale Rechtsordnung sowie die Verfassungstreue im föderalen Staat.
Der Dekan der Fakultät für Rechtswissenschaft, Professor Dr. Paul Schrader, begrüßt die Tagungsteilnehmenden
Wissenschaftliche Impulse und kontroverse Diskussionen
Die fachlichen Vorträge und anschließenden Diskussionen beleuchteten unterschiedliche Herausforderungen für den demokratischen Rechtsstaat und seine verfassungsrechtlichen Grundlagen. Bereits am ersten Tag boten Gesprächskreise Gelegenheit, aktuelle Fragestellungen des Staats- und Verwaltungsrechts zu vertiefen.
Bei der Mitgliederversammlung wurde zudem eine Änderung des Namens der Vereinigung beschlossen: Aus der „Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer“ wird die „Vereinigung für Staatsrechtslehre“. Das traditionelle Kürzel VDStRL bleibt bestehen. Die Kombination aus neuem Volltitel und bewährtem Kurzsignum soll die Kontinuität der Vereinigung mit der gegenwärtigen Verfasstheit der deutschsprachigen Staatsrechtslehre in Europa verbinden.
Auch die Abendveranstaltungen boten Raum für Begegnung und Austausch. Beim Empfang in der Rudolf-Oetker-Halle sprachen der nordrhein-westfälische Justizminister Dr. Benjamin Limbach und der Vorsitzende der Vereinigung Professor Dr. Hinnerk Wißmann. Beim Empfang in der Wissenswerkstadt begrüßten Oberbürgermeisterin Dr. Christiana Bauer, Alumna der Fakultät für Rechtswissenschaft, und der Kanzler der Universität Bielefeld, Dr. Stephan Becker, die Teilnehmenden.
Gute Planung als Grundlage für den wissenschaftlichen Austausch
Für die Fakultät war die Tagung auch organisatorisch ein besonderes Ereignis. Professor Dr. Johannes Hellermann verantwortete die Planung vor Ort und koordinierte die Zusammenarbeit der Beteiligten. Professor Dr. Hinnerk Wißmann dankte als Vorstand der Fakultät allen, die zum Gelingen beigetragen haben:
„Eine Tagung mit rund 350 Teilnehmer*innen ist nur durch sorgfältige Planung und engagierte Zusammenarbeit möglich. Ich danke Professor Johannes Hellermann und seinem Team sowie allen Mitarbeiter*innen der Fakultät, der Universität und der Stadt Bielefeld herzlich für die hervorragende Vorbereitung und den gelungenen Ablauf. Sie haben den Rahmen für drei Tage intensiven wissenschaftlichen Austauschs geschaffen.“
Mit dem Ende der Tagung gingen drei Tage fachlicher Debatte und kollegialen Austauschs zu Ende. Zugleich knüpfte die Universität an ihre Geschichte als Gastgeberin an: Bereits 1974 hatte die Vereinigung ihre Jahrestagung in Bielefeld ausgerichtet. Der nächste Tagungsort der 86. Jahrestagung der Vereinigung ist 2027 dann Regensburg.