Rechtswissenschaft
Deutscher Verkehrsgerichtstag 2026 erfolgreich beendet
Bielefelder Expertise prägt verkehrsrechtliche Debatten in Gosslar
Mit dem Abschluss des Deutschen Verkehrsgerichtstags (VGT) 2026 in Goslar ist eines der wichtigsten Foren für den Austausch zwischen Wissenschaft, Justiz, Verwaltung und Praxis im Verkehrsrecht zu Ende gegangen. Auch in diesem Jahr stand der VGT unter der Präsidentschaft von Prof. Dr. Ansgar Staudinger, Lehrstuhlinhaber für Bürgerliches Recht, Internationales Privat-, Verfahrens- und Wirtschaftsrecht an der Universität Bielefeld.
Der Deutsche Verkehrsgerichtstag gilt seit Jahrzehnten als Impulsgeber für die Fortentwicklung des Verkehrsrechts. In thematisch fokussierten Arbeitskreisen diskutieren ausgewiesene Expertinnen und Experten aktuelle rechtliche, technische und gesellschaftliche Herausforderungen und formulieren Empfehlungen, die regelmäßig Eingang in Gesetzgebungsverfahren und rechtspolitische Diskussionen finden.
Breites Themenspektrum in acht Arbeitskreisen
Auch der VGT 2026 zeichnete sich durch eine große thematische Bandbreite aus. Insgesamt acht Arbeitskreise befassten sich mit zentralen Fragen des nationalen, europäischen und internationalen Verkehrsrechts. So wurde die Vollstreckung von Sanktionen aus Verkehrsverstößen innerhalb der Europäischen Union diskutiert. Insbesondere die Umsetzung der EU-Crossborder-Enforcement-Richtlinie, neue Vollstreckungsregeln und die Zukunft des Privatinkassos bei ausländischen Bußgeldern.
Auch die Problematik alkoholisierter Fahrerinnen und Fahrer von Fahrrädern, Pedelecs und E-Scootern geriet in den Blick. Im Fokus standen Grenzwerte, Gefährdungspotentiale und die Frage, ob § 24a StVG künftig auch für Rad- und Pedelecfahrende Anwendung finden sollte. Das steigende Unfallrisiko durch Ablenkung am Steuer, insbesondere durch mobile Endgeräte war ebenfalls Thema eines Arbeitskreises. Neben Präventionsansätzen wurden Beweisfragen und der Einsatz KI-gestützter Verkehrsüberwachungssysteme wie der sogenannten Monocam erörtert.
Ebenso standen Schadensersatz bei unfallbedingtem Ausfall eines Fahrzeugs die Reparatur von Unfallschäden unter Verwendung von Gebrauchtteilen oder die hohen Durchfallquoten bei Führerscheinprüfungen im Fokus. Dazu kamen auch die Verbesserung der Verkehrssicherheit durch aussagekräftigere Unfalldaten oder die zunehmende Nutzung von Drohnen.
Bedeutung für Wissenschaft und Praxis
Der VGT 2026 ist wie schon in den Jahren zuvor ein wichtiger interdisziplinärer Austausch für die Weiterentwicklung des Verkehrsrechts. Die erarbeiteten Empfehlungen der Arbeitskreise werden nun ausgewertet und in den kommenden Monaten in rechtspolitische Prozesse einfließen.