Pressemitteilungen (bis 07/2025)
Die kleinste Lasershow der Welt (Nr. 43/2010)
Das ultraschnelle Schalten nanooptischer Anregungen
In einer Zusammenarbeit von Wissenschaftlern der Universitäten in Bielefeld, Kaiserslautern, Kiel und Würzburg wurde erstmals das ultraschnelle räumliche Schalten optischer Anregung auf der Nanometerskala demonstriert. Das im Wissenschaftsmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences vorgestellte Experiment kombiniert Methoden der Ultrakurzpuls-Lasertechnologie und Nanostrukturtechnik, um optische Anregungen auf der Nanometerskala raum-zeitlich zu steuern und nachzuweisen.Im Alltag
ist direkt erfahrbar, dass die
räumliche und zeitliche Verteilung von Licht die visuelle Wirkung
bestimmt. In
einer Lasershow entstehen zum Beispiel durch das schnelle Schalten und
Ablenken
von Laserstrahlen unerwartete und auf andere Weise nicht erreichbare
Lichteindrücke.
Schnelles raum-zeitliches Schalten von Licht ist aber nicht nur für
ästhetische
Lichteffekte relevant, sondern findet unter anderem in der
Kommunikationstechnologie bei optischen Lichtwellenleitern oder in der
Optoelektronik Anwendung. Mit herkömmlichen optischen Methoden kann die
räumliche Verteilung von Licht im sichtbaren Spektralbereich bis hinab
zu etwa
einem halben Mikrometer (1 µm = 0.000001 m = 1000 nm) gezielt
manipuliert und
gesteuert werden. Ein halber Mikrometer (500 nm) ist zwar schon etwa 100
mal
kleiner als der Durchmesser eines menschlichen Haares, aber für
zukünftigen Anwendungen
ist die Manipulation auf noch kleineren Längenskalen notwendig. Die
Lichtmanipulation auf Bereichen von weniger als einem Zehntel eines
Mikrometers
(< 100 nm) könnte in der Mikroelektronik die angestrebten schnelleren
und
kleineren Bauelemente ermöglichen. Um Licht im Nanometerbereich zu
beeinflussen, werden spezielle "Antennen" für das Licht benötigt. Das
Licht wird durch diese metallischen Strukturen räumlich konzentriert und
die
optische Anregung kann dadurch auf Raumgebiete mit Ausdehnungen weit
unterhalb
der Lichtwellenlänge begrenzt werden. Durch die im Wissenschaftsmagazin
Proceedings of the National Academy of Sciences vorgestellten
Experimente
konnte nun erstmals gezeigt werden, dass diese Konzentrierung der
optischen
Anregung zudem extrem schnell geschaltet werden kann, d.h. innerhalb von
wenigen 10 fs (1 fs = 0.000'000'000'000'001 s) können räumlich getrennte
Teile
einer Nanostruktur gezielt und selektiv optisch angeregt werden. Lasershow auf
Nanometer-Skalen: Durch gezielte Manipulation ultrakurzer Laserpulse
werden unterschiedliche Bereiche einzelner Nanostrukturen auf
Femtosekunden-Zeitskalen (Millionstel von Milliardstel Sekunden) gezielt
optisch angeregt. Bildurheber: Walter Pfeiffer
Weitere Informationen / Ansprechpartner (in alphabetischer
Reihenfolge):
Prof. Dr. Martin Aeschlimann, Technische Universität Kaiserslautern,
Tel. 0631/205-2322,
ma@physik.uni-kl.de; www.uni-kl.de
Prof.
Dr. Michael
Bauer, Universität Kiel,
Tel.
0431/880-5098, bauer@physik.uni-kiel.de, www.uni-kiel.de
Prof.
Dr. Tobias
Brixner, Universität Würzburg,
Tel.: 0931/31-86330
brixner@phys-chemie.uni-wuerzburg.de; www.uni-wuerzburg.de
Prof.
Dr. Walter
Pfeiffer, Universität Bielefeld,
Tel.: 0521/106-6908;
pfeiffer@physik.uni-bielefeld.de. www.uni-bielefeld.de