Medizin
Auftakt für GenDiMedNet: Forschungsnetzwerk zur geschlechtersensiblen Medizin im Rahmen der BMFTR-Förderrichtlinie GeGe gestartet
Auftakt für GenDiMedNet: Forschungsnetzwerk zur geschlechtersensiblen Medizin im Rahmen der BMFTR-Förderrichtlinie GeGe gestartet
Berlin/Bielefeld, 3. Februar 2026
Mit einer Auftaktveranstaltung in den Design Offices am Humboldthafen in Berlin ist das Begleitforschungsnetzwerk GenDiMedNet offiziell gestartet. Das Vorhaben wird im Rahmen der Förderrichtlinie „Interaktive Technologien für eine geschlechtersensible Gesundheit (GeGe)“ vom Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) gefördert (https://www.interaktive-technologien.de/projekte/gendimednet).
GenDiMedNet ist als Netzwerk- und Begleitforschungszentrum in Kooperation mit dem BIH an der Charité, dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg sowie der Universität Greifswald eine zentrale wissenschaftliche Koordinationsfunktion in Datenmanagement, Kommunikation und medizinischer Begleitforschung für acht Technologieprojekte in Diagnostik und Therapie.
Forschungsschwerpunkt: Datenerhebung, Analyse und Forschungsdatenmanagement Im Zentrum des Vorhabens stehen die strukturierte Erhebung, Harmonisierung und Analyse von Forschungsdaten unter konsequenter Berücksichtigung biologischer und soziokultureller Geschlechteraspekte. GenDiMedNet adressiert damit bestehende Wissens- und Datenlücken im Bereich der geschlechter-sensiblen Medizin und leistet einen Beitrag zur evidenzbasierten Weiterentwicklung KI-gestützter diag-nostischer und therapeutischer Ansätze.
Ein besonderer Fokus liegt auf dem Aufbau nachhaltiger Standards im Forschungsdatenmanagement gemäß FAIR-Prinzipien (Findable, Accessible, Interoperable, Reusable). Ziel ist es, Daten nicht nur projektintern nutzbar zu machen, sondern langfristig anschlussfähig für weiterführende Forschungsvorhaben zu strukturieren.
„Geschlechtersensible Medizin braucht eine belastbare Datenbasis. Unser Anspruch ist es, systematisch Evidenz zu generieren und methodische Standards zu entwickeln, die Forschung, Lehre und perspektivisch auch die klinische Praxis nachhaltig prägen“, betont Prof. Dr. Sabine Oertelt-Prigione, Projektleitung von GenDiMedNet und Professorin an der Medizinischen Fakultät OWL der Universität Bielefeld. „Wir arbeiten im Projekt an einer Roadmap um geschlechtersensible Ansätze strukturell im digitalen Innovationen und interaktiven Technologien zu verankern.“
Wissenschaftliche Begleitforschung und Theory of Change Das koordinierende Verbundteam M1 unter der Leitung von Prof. Oertelt-Prigione verantwortet neben der Netzwerkstruktur insbesondere die wissenschaftliche Begleitforschung. Dazu gehören die Entwicklung einer übergreifenden Theory of Change, die Evaluation der technologischen Ansätze sowie die wissensbasierte Kommunikation der Projektergebnisse.
Die Koordination und strategische Vernetzung der insgesamt 39 Verbundorganisationen mit über 100 Beteiligten sowie 29 Beiratspersonen – Expertinnen und Nutzerinnen aus Industrie, Start-up-Szene, Rechtswissenschaft, Medizin, weiblicher Gesundheit sowie dem Bereich Gender Health Data Gap – begleiten die acht Technologieprojekte beratend über die gesamte Förderlaufzeit.
„Unsere Aufgabe ist es, die unterschiedlichen Perspektiven strukturiert zusammenzuführen und eine inhaltlich tiefe Kooperation zwischen den Technologieprojekten und dem Netzwerkzentrum sicherzustellen“, erklärt Ute Wenning, zuständig für die Projektkoordination des Gesamtverbundes. „Nur durch systematische Vernetzung, abgestimmte Datenerhebung und transparente Kommunikationsprozesse entsteht wissenschaftlicher Mehrwert.“ so Wenning weiter.
Positive Resonanz und Ausbau der wissenschaftlichen Sichtbarkeit Die Auftaktveranstaltung wurde von den beteiligten Projektpartnerinnen und -partnern sowie den Beiratspersonen als außerordentlich gelungen bewertet. Begleitend zur Forschungsarbeit baut GenDiMedNet seine Kommunikationsstrukturen aus. Neben einer themenspezifischen Website informiert das Netzwerk über eigene Social-Media-Kanäle sowie über regelmäßige Pressemitteilungen zu wissenschaftlichen Fort-schritten und Zwischenergebnissen. Ziel ist es, Transparenz zu schaffen, wissenschaftliche Erkenntnisse nachvollziehbar darzustellen und den Diskurs zur geschlechtersensiblen Medizin nachhaltig zu stärken.
Mit dem Start von GenDiMedNet beginnt eine 4-jährige Forschungsphase bis September 2029, in der die wissenschaftliche Fundierung, die Qualität der Datenerhebung und die Entwicklung tragfähiger methodi-scher Standards im Mittelpunkt stehen.