Abt. Geschichtswissenschaft
10.12.2026 | Round Table: New Materialism und Geschichtswissenschaft
Round Table zum Thema „New Materialism und Geschichtswissenschaft“, organisiert beim Profilbereich GWU, VW-Projekt „Towards a Material-Oriented Theory of History“ und dem Erkundungsbereich "Das Materielle als Grenzfläche zwischen Temporalität und Historizität“ Seit etwa zwei Jahrzehnten stellt der New Materialism zentrale ontologische und epistemologische Annahmen der Geistes- und Sozialwissenschaften infrage. Im Kern zielt dieser Ansatz darauf, die eigenlogische Wirkmächtigkeit nichtmenschlicher Entitäten – etwa von Organismen, Dingen und Stoffen – analytisch ernst zu nehmen. Dabei wird nicht selten argumentiert, dass solchen Entitäten eine Form von „agency“ zukomme – sie also die Kapazitäten hätten, ihre Umwelt einschließlich menschlicher Gesellschaften aktiv und zielgerichtet mitzugestalten. Für die Geschichtswissenschaft ergibt sich daraus eine grundlegende Herausforderung: Der New Materialism relativiert konstruktivistische Ansätze, die vor allem Diskurse, kulturelle Repräsentationen und die soziale Produktion von Bedeutung in den Blick nehmen. Auch dort, wo Materialität berücksichtigt wird – etwa in den Material Culture Studies, der Akteur-Netzwerk-Theorie oder den Science and Technology Studies –, bleibt die Analyse häufig an menschliche Bedeutungszuschreibungen und Handlungsperspektiven gebunden. Der New Materialism verschiebt demgegenüber den Fokus, indem er Materialität als eigenständige, nicht auf menschliche Intentionalitätreduzierte Wirkmächtigkeit fasst.Der geplante Roundtable zielt darauf, den Stellenwert und das Potential des New Materialism für die Geschichtswissenschaften auszuloten.
Moderation:
Lisa Regazzoni und Christian Zumbrägel
Mit Impulsvorträgen von:
Prof. Dr. Claudia Mareis
Prof. Dr. Viktoria Tkaczyk
Prof. Dr. Susanne Bauer
10.12.2026 | 16-18 Uhr | X-E0-002 | ZOOM