[Erziehungswissenschaft] Aktuell
Save The Date: Tagung "Warum Demokratie ohne Rassismuskritik keine Demokratie ist" (24.-25.09.2027, Bielefeld)
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Warum Demokratie ohne Rassismuskritik keine Demokratie ist. Gesellschaftsanalyse, Politische Theorie, Politische Bildung
Tagung an der Universität Bielefeld 24.-25. September 2027
Freitag, 24.09.2027, 14:00–19:00 Uhr
Samstag, 25.09.2027, 09:00–15:00 Uhr
Demokratie ist „die einzige politisch verfasste Gesellschaftsordnung, die gelernt werden muss“ (Oskar Negt 2019). Angesichts schwindenden Vertrauens in demokratische Institutionen und der Zunahme rassistischer, antisemitischer und auch manifest rechtsextremer Positionen und Perspektiven sowie der Normalisierung demokratiefeindlicher Positionen stellt sich die Frage, wie Demokratie immer wieder gelernt werden kann, gegenwärtig in besonderer Dringlichkeit. Rassismuskritik kommt bei Antworten auf diese Frage eine bedeutsame Rolle zu. Die nationalstaatlich realisierte Demokratie ist durch Demokratiedefizite gekennzeichnet, deren Dethematisierung und Bewahrung auch rassistische Schemata entweder in der Figur der politischen Rückständigkeit Anderer oder ihrer politischen Berechtigungslosigkeit mobilisiert und stärkt. Das demokratische Projekt ist nicht widerspruchsfrei, da Gleichheit behauptet, aber nicht eingelöst wird. Rassismuskritische Perspektiven auf die nationalstaatliche und kapitalistisch umfasste Realisierung von Demokratie verweisen hierbei auf grundlegende Demokratiedefizite, die es im Sinne einer „Demokratie im Kommen“ (Derrida) zu überwinden gilt. Rassismuskritische Forschung befasst sich nicht mit einem „Spezialthema“, sondern befragt das demokratische Projekt selbst – im Bestreben, es auszuweiten: Eine Demokratie ohne Rassismuskritik ist keine Demokratie.
Die Konferenz „Warum Demokratie ohne Rassismuskritik keine Demokratie ist“ thematisiert aus rassismuskritischer Perspektive insbesondere
- Angriffe gegen und Bedrohungen des demokratischen Projektes,
- Widersprüche und Verdeckungszusammenhänge des demokratischen Projektes
- Möglichkeiten der Sicherung und Weiterentwicklung des demokratischen Projektes
Zentrale Schwerpunkte der Konferenz bilden aktuelle Forschungsergebnisse sowie Fragen grundlagentheoretischer Arbeiten in den Bereichen Gesellschaftsanalyse, Politische Theorie und Politische Bildung, die vorgestellt und miteinander ins Gespräch gebracht werden. Die Konferenz wird als gemeinsame Abschlusskonferenz des Wissensnetzwerks Rassismusforschung (WinRa) und der Nachwuchsgruppen „Gelingensbedingungen rassismussensibler Lehrer:innenbildung. Eine rassismustheoretische Untersuchung von Studium, Referendariat und Berufseinstieg“ (GraL) und „Kontinuitäten und Neuformierungen von Institutionellem Rassismus in der Schule“ (KoNIR) begangen und von Magnus Frank, Daniel Krenz-Dewe, Paul Mecheril, Katharina Schitow, Saphira Shure und Anja Steinbach ausgerichtet. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung folgen.
Kontakt: daniel.krenz-dewe@uni-bielefeld.de