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BGHS.AKTUELL
Veröffentlicht am
23. Juli 2026
Kategorie:
Allgemein
Zum 10. Mal die Linie 4!
Zum 10. Mal die Linie 4!
Im Mai und Juni 2026 fand zum zehnten Mal die Linie 4 statt, die öffentliche Vortragsreihe der BGHS in Kooperation mit der VHS Bielefeld. Ob es um Wikinger, Museen, eine Zeit aus den Fugen oder mittelalterliche Kriegsgeschichtsschreiber ging: Die vier tollen Vorträge fanden ihr mehr oder weniger großes, aber immer begeistertes und diskussionsfreudiges Publikum.
Und begeistert waren nicht nur die Zuschauerinnen und Zuschauer in der VHS, sondern auch die vortragenden Promovierenden der BGHS, die Gelegenheit hatten, Teile ihrer Forschungsarbeiten in allgemeinverständlicher Weise einem nicht wissenschaftlichen, aber trotzdem hochinteressierten Publikum zu präsentieren. Für Anastasia Serikova, deren Vortrag der Frage nachging, wie Museen laufende Kriege ausstellen, war die Linie 4 eine besonders positive Erfahrung, wie sie sagt.
„Ich hatte die Möglichkeit, über meine Forschung nicht nur auf akademische Weise zu berichten, sondern auch zu üben, meine Präsentation verständlicher, umgangssprachlicher und visuell ansprechender zu gestalten. Für mich war es auch gut, dass nicht so viele Besucher beim Vortrag anwesend waren. Das hat mich entspannt und weniger nervös gemacht.“ (Anastasia Serikova)
Marcus Wystub, der in seinem Vortrag die Frage stellte, ob unsere Zeit aus den Fugen ist, fand den ersten Versuch in der Wissenschaftskommunikation bereichernd.
„Sich selbst zu hinterfragen, was man da eigentlich treibt, ist eine Fähigkeit, die wohl generell im Wissenschaftssystem gefordert ist. Dies aber unter dem Anspruch einer Allgemeinverständlichkeit zu tun, ist im System der Wissenschaft ebenso möglich, aber nicht zwangsweise gefordert. Insofern glaube ich, dass die Linie 4 eine Erfahrung bietet, die ich auf andere Weise, meines Wissens, nicht hätte machen können. Und zugleich, dieser Eindruck hat sich bei mir nach dem Vortrag ergeben, gibt es eigentlich noch so viele Möglichkeiten, wie es hätte anders sein können. Mehr Witz, mehr Spiel, mehr Leichtigkeit. Auch ernste Forschung könnte möglicherweise so präsentiert werden. Das hätte ich mir gerne auch für meinen Vortrag gewünscht. Wie das tatsächlich gelingen kann, das bleibt mir noch ein Rätsel.“ (Marcus Wystub)
Tja, Marcus, das ist ein Rätsel, an dem wir alle zu knacken haben. Ole Bunte hat diesen Weg mit seinem Vortrag über Kriegserzählungen aus dem 15. Jahrhundert erfolgreich beschritten. Im hat der Vortrag dabei geholfen, sein Forschungsthema kurz auf den Punkt zu bringen, wie er sagt.
„Auch dass man mit einem völlig anderen Schreibstil als dem ‚normalen‘ wissenschaftlichen arbeiten konnte (und auch mal ein wenig Humor einbringen konnte) war sehr schön. Die Vorbereitung seitens der BGHS war sehr gut. Der Vortrag selbst verlief sehr angenehm, ebenso wie die Diskussion im Anschluss. Ich habe dort viel darüber mitgenommen, wie man außerhalb eines rein wissenschaftlichen Kontexts seine Ergebnisse vermitteln kann.“ (Ole Bunte)
Die Promovierenden haben der Bielefelder Stadtgesellschaft nicht nur sich selbst und ihre Forschung hervorragend präsentiert, sondern waren auch Repräsentant*innen der BGHS, wie man sie sich schöner nicht wünschen kann. Herzlichen Dank dafür! Und wir freuen uns schon auf’s nächste Jahr, wenn es wieder eine Linie 4 gibt.