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Linie 4: Ist unsere Zeit aus den Fugen? Derrida, 1989 und die Gegenwart
Linie 4: Ist unsere Zeit aus den Fugen? Derrida, 1989 und die Gegenwart
(Foto: Marcus Wystub)
Klimakatastrophe, Demokratieverlust, Wirtschaftskrise: Derzeit erscheint das Bild einer schlecht gehenden Welt fast natürlich. Ist unsere Zeit also aus den Fugen geraten? In seinem Vortrag „Ist unsere Zeit aus den Fugen? Derrida, 1989 und die Gegenwart“ widmet sich Marcus Wystub der Frage, inwiefern die Rede von einem vermeintlich ‚richtigen‘ Weg der Geschichte solchen Krisenerzählungen Vorschub leistet. Dabei greift er in Anlehnung an den französischen Philosophen Jacques Derrida das Beispiel der These vom ‚Ende der Geschichte‘ und des Kommunismus nach 1989 auf. Und er zeigt, dass das Ideal des liberal-demokratischen Staates, das nur darauf wartet, verwirklicht zu werden, problematisch ist. Denn damit ist ein Scheitern ausgeschlossen. Eine Geschichtsschreibung dagegen, die diese Fortschrittserzählung kritisch untersucht, kann die Möglichkeit des Scheiterns sichtbar machen. Der Vortrag ist Teil der öffentlichen Vortragsreihe „Linie 4 – Neues aus der sozialwissenschaftlichen und historischen Forschung“, die die BGHS in Kooperation mit der VHS Bielefeld organisiert.
Marcus Wystub ist Stipendiat der Gerda-Henkel-Stiftung und promoviert in der BGHS seit 2023 zu Jacques Derridas Hantologie und deren Bedeutungsverschiebungen innerhalb geschichtstheoretischer und geschichtsphilosophischer Forschung.
Der Vortrag findet am Mittwoch, 10. Juni 2026 um 18.15 Uhr in Raum 240 in der vhs Bielefeld, Ravensberger Park 1, statt.