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Linie 4: Gegenwart als „Musealium“. Wie Museen laufende Kriege zeigen
Linie 4: Gegenwart als „Musealium“. Wie Museen laufende Kriege zeigen
(Foto: Anastasia Serikova)
Gegenstände, die mit Armeen und verschiedensten Arten militärischer Handlungen verbunden werden, wecken seit Jahrhunderten das Interesse von Sammler*innen und der Öffentlichkeit. In heutigen europäischen Museen sind aber nicht nur historische, sondern auch moderne Gegenstände zu finden – etwa Drohnen, Teile anderer Waffen oder Alltagsgegenstände von der Front. In diesem Vortrag, der in der öffentlichen Vortragsreihe Linie 4 – Neues aus der sozialwissenschaftlichen und historischen Forschung stattfindet, die die BGHS in Kooperation mit der VHS Bielefeld veranstaltet, geht es darum, wie sich im Laufe der Jahrhunderte die Vorstellungen darüber verändert haben, welche Dinge im Zusammenhang mit Kriegen in Museen aufbewahrt und der Öffentlichkeit gezeigt werden sollten.
Anastasia Serikova widmet sich in ihrem Vortrag mit dem Titel „Gegenwart als “Musealium”: Wie Museen laufende Kriege zeigen“ der Frage, wie heutige Museen Gegenstände aus laufenden Kriegen sammeln und ausstellen. Für ihre Doktorarbeit hat sie Fotos von mehr als 20 Ausstellungen über den laufenden Krieg in der Ukraine in verschiedenen Ländern analysiert. Aufgrund ihrer detaillierten Beobachtungen zeigt sie, welche Risiken für die Museen dabei entstehen können.
Anastasia Serikova ist Museologin und promoviert seit 2023 in der Geschichtswissenschaft an der BGHS, wobei sie durch ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) gefördert wird. In ihren wissenschaftlichen und journalistischen Veröffentlichungen beschäftigt sie sich mit russischen Museen im 20. und 21. Jahrhundert und konzentriert sich dabei besonders auf die Interpretation eines umstrittenen oder widersprüchlichen Erbes.
Der Vortrag findet am Mittwoch, 27. Mai 2026 um 18.15 Uhr in Raum 240 in der vhs Bielefeld, Ravensberger Park 1, statt.