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Linie 4: „Gefährliche Mythen: Wikinger zwischen Popkultur und Populismus“
Linie 4: „Gefährliche Mythen: Wikinger zwischen Popkultur und Populismus“
(Copyright: Sludge 9000)
Wer waren die Wikinger wirklich? Furchtlose Krieger, Entdecker fremder Welten oder gar die Begründer von Gleichberechtigung und Demokratie? Kaum eine historische Epoche ist so präsent in unserer Gegenwart und zugleich so schwer zu fassen wie die sogenannte Wikingerzeit. In ihrem Vortrag „Gefährliche Mythen: Wikinger zwischen Popkultur und Populismus“ widmet sich Hannah von Legat der Frage, was wir über die Wikinger tatsächlich wissen können, was wir vielleicht nur zu wissen glauben – und wann ein solch vermeintliches Wissen gefährlich wird.
Der Vortrag ist Teil der der öffentlichen Vortragsreihe Linie 4 – Neues aus der sozialwissenschaftlichen und historischen Forschung stattfindet, die die BGHS in Kooperation mit der VHS Bielefeld veranstaltet, und zeichnet nach, wie sich Bilder von den Wikingern im Laufe der Jahrhunderte verändert haben und wie stark sie jeweils von den Bedürfnissen und Erwartungen ihrer Zeit geprägt waren. Das gilt auch für die Gegenwart: In der Populärkultur sind Wikinger heute so beliebt wie lange nicht. Doch welches Bild vermitteln eigentlich die Serien, Musikvideos oder Spiele? Welche Geschichte von Männlichkeit, Herkunft und Ursprünglichkeit wird erzählt? In ihrem Vortrag lädt Hannah von Legat dazu ein, vertraute Vorstellungen zu hinterfragen. Sie zeigt, dass es bei der Auseinandersetzung mit den Wikingern nicht (nur) um Vergangenheit geht, sondern auch um unsere Gegenwart: um Wünsche, Ängste und Identitäten, die wir so gerne in die Geschichte hineinlesen.
Hannah von Legat ist Historikerin und Doktorandin in der BGHS. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem Forschungsprojekt, das sich mit dem Populismus in Europa beschäftigt, und bearbeitet in ihrer Promotion die Frage, wie Männlichkeit in der Rezeption der Wikingerzeit hergestellt und populistisch genutzt wird. Im Februar 2025 schloss sie ihr Studium der Interdisziplinären Mittelalterstudien an der Universität Münster ab. Während des Studiums verbrachte sie mehrere Semester an der Universität Stockholm.
Der Vortrag findet am Mittwoch, 20. Mai 2026 um 18.15 Uhr in Raum 240 in der vhs Bielefeld, Ravensberger Park 1, statt.