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Außerakademische Laufbahnen in Politik und Politischer Bildung
Außerakademische Laufbahnen in Politik und Politischer Bildung
Am 22. Januar führte die BGHS-Geschäftsstelle eine Online-Veranstaltung zu außerakademischen Laufbahnen in den Bereichen Politik und Politische Bildung durch. Drei BGHS-Alumni, die in diesen Bereichen berufstätig sind, erzählten aus ihrem spannenden Arbeitsalltag und ihrem Weg in diesen Berufsbereich. Dabei waren Franziska Wittau, Leiterin der Landeszentrale für Politische Bildung Thüringen, Christian Ulbricht, Leiter des Regionalzentrums für demokratische Kultur Vorpommern-Greifswald, und Simon Lange, Fraktionsgeschäftsführer der CDU im Stadtrat Bielefeld. Vor allem aber gaben sie wertvolle Tipps für Promovierende (und Studierende), die sich für diese Bereiche interessieren.
Die Ratschläge könnte man unter das Motto stellen: Die Wissenschaft ist nicht die (ganze) Welt – auch wenn es einem so scheinen kann, wenn man gerade intensiv mit der Promotion beschäftigt ist. Sie steht aber auch nicht außerhalb der Welt, aber ist es klug, da waren sich die drei Alumni einig, sich während der Promotion schon breit aufzustellen und sich in viele unterschiedliche Themen einzulesen. Denn dafür fehlt im späteren Berufsalltag möglicherweise die Zeit. Dann gilt es, auf ein stabiles Wissensfundament zurückgreifen zu können, um sich schnell einen Überblick über Themen zu verschaffen und Entscheidungen treffen zu können.
In Politik und Politischer Bildung geht es immer auch um Machtspiele. Die Alumni machten aber Mut, dass man das im Berufsalltag lernt. Von Vorteil ist es, sich Mentor*innen oder Vorbilder zu suchen, die dabei unterstützen. Auch Netzwerken kann helfen, sich zurecht zu finden und den Einstieg in diese Berufsbereiche zu finden. Sie empfehlen, die Nase auch mal aus der Blase der Uni und der BGHS rauszustrecken und sich schon während der Promotion außerhalb zu orientieren. Vorerfahrungen zu sammeln, etwa indem man einen Workshop im Bereich der Politischen Bildung organisiert oder sich ein Ehrenamt sucht, kann beim Berufseinstieg helfen. Denn die Konkurrenz insbesondere um die begehrten Stellen im Öffentlichen Dienst ist hart. Viele Stellen sind in Projekten bei freien Trägern angesiedelt und entsprechend befristet und häufig nicht gut bezahlt. Es kann sich aber lohnen, den Einstieg auf einer solchen Stelle zu wagen, um Berufserfahrung zu sammeln und bei der nächsten zu besetzenden Stelle ganz vorne im Rennen dabei zu sein.
Von diesen Herausforderungen, die durchaus an die Verhältnisse in der Wissenschaft erinnern, sollte man sich nicht abschrecken lassen. Denn die Erzählungen von Franziska, Christian und Simon zeigen, dass es sich um Berufsbereiche handelt, in denen es auf jeden Fall nicht langweilig wird und die große persönliche und gesellschaftspolitische Gestaltungsräume eröffnen.