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Schüler als Forscher: No risk - more fun?!
Das Projekt „BWL in OWL II“ erklärt Schülern unternehmerische Entscheidungen im Risiko-Kontext
„Wie
risikofreudig sind Sie im Umgang mit Geld?“ Mit dieser Fragestellung
beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 von
fünf verschiedenen Schulen aus OWL in Kooperation mit der Universität
Bielefeld im Rahmen einer einwöchigen Sommerschule in Bad Wünnenberg.
Im Projekt „BWL in OWL II“, welches von der Robert-Bosch-Stiftung
gefördert wird, wurde mit Hilfe von Experimenten das finanzielle
Risikoverhalten der Teilnehmer bestimmt.
Während der
Sommerschule untersuchten die Schüler die oftmals unterstellte
Rationalität unternehmerischer Entscheidungen im Risiko-Kontext – eine
Fragestellung, die gerade vor dem Hintergrund der derzeitigen Probleme
auf dem Finanzmarkt eine Rolle spielt. In experimenteller Weise wurde
der Frage nachgegangen, ob theoretische Modelle das tatsächlich
beobachtete Verhalten hinreichend erklären können. Die Teilnehmer vor
Entscheidungssituationen gestellt, bei denen sie sich entweder für
einen sicheren Gewinn oder für die Teilnahme an einem Lotteriespiel mit
der Chance auf einen höheren Gewinn entschließen mussten.
Aus den
Ergebnissen wurde für jeden Schüler die individuelle Risikobereitschaft
ermittelt. Eine Schülerin zog folgendes Fazit: „Ich kann nur jedem
empfehlen sich in Zukunft bei Geldanlagen stärker über das Risiko zu
informieren und insgesamt vorsichtiger vorzugehen.“
Eine
interessante Abwechslung bildete die Unternehmensbesichtigung in
Paderborn bei Wincor Nixdorf. Neben einer umfangreichen Betriebsführung
wurde die Produktpalette vorgestellt und eine Übersicht über die
Ausbildungsmöglichkeiten gegeben.
Professor Decker betonte, das es
auch in diesem Jahr wieder gelungen sei, Schüler für
betriebswirtschaftliche Themen zu begeistern, mit denen sie im Alltag
kaum konfrontiert werden. Professor Jahnke hob hervor: „Alle Bereiche
von der Vorbereitung der Experimente über die Auswertung bis hin zur
Präsentation und Pressearbeit wurden durch die verschiedenen
Schülergruppen abgedeckt.“
Alle Forschungsergebnisse werden am 19.
November um 14 Uhr im VIP-Raum der Kampa-Halle in Minden der
Öffentlichkeit vorgestellt.
BWL in OWL II – „Deutung und Analyse betriebswirtschaftlicher Phänomene“ ist die Weiterführung des von der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Universität Bielefeld im September 2004 gestarteten und von der Robert Bosch Stiftung in umfassender Weise geförderten Schülerprojekts BWL in OWL. Das Projekt, dass von den Professoren Dr. Hermann Jahnke und Dr. Reinhold Decker koordiniert wird, gliederte sich in mehrere Phasen. Nach einer allgemeinen Auftaktveranstaltung im März dieses Jahres folgten bis September mehrere Vorbereitungsworkshops. Abgeschlossen wurde der diesjährige Zyklus nun mit einer einwöchigen Sommerschule. Mit dem Rudolf-Rempel-Berufskolleg in Bielefeld, dem Friedrich-List-Berufskolleg in Herford, dem Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg in Minden, dem Einstein-Gymnasium in Rheda-Wiedenbrück sowie dem Städtischen Gymnasium Gütersloh beteiligen sich Schüler und Lehrer aus fünf Schulen der Region an diesem Projekt.
Kontakt:
Projekt BWL in OWL, Universität Bielefeld
Prof. Dr. Hermann Jahnke, Projektleiter
Tel.: 0521 / 106-6896
E-Mail: bwlinowl@uni-bielefeld.de