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Literaturwissenschaftler Norbert Hopster hält Abschiedsvorlesung (Nr. 97/2001)
Professor Norbert Hopster, Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft der Universität Bielefeld, wird im Kreise seiner Kollegen, Freunde und Familie am 11. Juli feierlich verabschiedet. Anlässlich seiner Emeritierung hält Norber Hopster am kommenden Mittwoch um 16.00 Uhr im Hörsaal 13 der Universität eine Abschiedsvorlesung zum Thema "Zur Frage der Begründung der Notwendigkeit oder der notwendigen Abschaffung des Literaturunterrichts in der heutigen Gesellschaft".
Norbert Hopster studierte Germanistik, Philosophie, Katholische Theologie und Pädagogik in Bonn. Als Stipendiat der Volkswagen-Stiftung wurde er 1969 mit einer Arbeit über das "Frühwerk Johannes R. Bechers" promoviert. Im Anschluss an eine Professur in Hamburg erhielt er im Wintersemester 1973/74 einen Ruf an die Pädagogische Hochschule (PH) in Bielefeld und war nach der Integration der PH in die Universität im Jahr 1980 dann Professor an der Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft. Die wissenschaftlichen Arbeiten von Hopster umfassen in den 70er Jahren Studien über den Expressionismus, sprachkritische Analysen, Untersuchungen zur literaturwissenschaftlichen Terminologie, zu epischen und lyrischen Gattungsformen und vor allem Versuche zur Neukonzeption der Literaturdidaktik. Mit seinen literaturdidaktischen Arbeiten bestimmte er die Diskussion jener Jahre maßgeblich. Dabei setzte er sich mit der bisherigen Literaturdidaktik ebenso energisch wie kritisch auseinander.
Norbert Hopsters Interesse am Zusammenhang von Literatur und Politik fand mit Beginn der 80er Jahre seinen Niederschlag in dem kontinuierlichen Aufbau eines Forschungsschwerpunktes "Literatur und Nationalsozialismus", der mit einer Reihe von Drittmittelprojekten von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem nordrhein-westfälischen Wissenschaftsministerium gefördert wurde. In enger Kooperation mit der Bibliothek der Universität Bielefeld entstand eine umfangreiche Sondersammlung von etwa 10.000 Büchern aus der NS-Zeit, die zu einem erheblichen Teil Kinder- und Jugendbücher enthält. Auf dieser Basis konnte das von der DFG über viele Jahre geförderte Forschungsprojekt "Handbuch Kinder- und Jugendliteratur 1933-1945" durchgeführt werden, dessen Ergebnisse in zwei Bänden publiziert wurden. Das Anschlussprojekt "Kinder- und Jugendliteratur 1900-1933" wurde ebenfalls von der DFG finanziert. Eine breite Öffentlichkeit erreichten die von Hopster initiierte Ausstellung "Träume und Trümmer" im Jahre 1984 sowie die Wanderausstellung "Märchen und Mühsal: Arbeit und Arbeitswelt in Kinder- und Jugendbüchern aus drei Jahrhunderten" im Jahre 1988.
Auch zukünftig will Norbert Hopster sich der Wissenschaft widmen. Für das seit letztem Jahr laufende Projekt zur Erforschung der "Rumäniendeutschen Kinder- und Jugendliteratur 1944-1989" wurde eine Weiterfinanzierung beim Beauftragten der Bundesregierung für Angelegenheiten der Kultur und der Medien im Bundeskanzleramt beantragt.