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Fachtagung zur Entwicklung von Kennzahlen für das Betriebliche Gesundheitsmanagement an der Universität Bielefeld (Nr. 145/2007)

Veröffentlicht am 19. September 2007, 00:00 Uhr

Was nicht gemessen wird, lässt sich nicht managen. Welche Kennzahlen sind geeignet, Nutzen und Kosten des Betrieblichen Gesundheitsmanagements abzubilden? Gesundheits- und Wirtschaftswissenschaftler, Personalverantwortliche und Controller diskutieren auf einer Fachtagung am 27. und 28. September an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld den aktuellen Stand der Forschung. Dabei geht es insbesondere um die Frage, mit welchen Kennzahlen das Sozialkapital eines Unternehmens gemessen werden kann und wie sich diese zur Unternehmenssteuerung einsetzen lassen.

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind Unternehmen vorsichtig mit der Auswahl ihrer Investitionen. Aber: Belegschaften altern, und es mangelt an geeignetem Nachwuchs. Folglich ist dringend Handlungsbedarf erforderlich, und Unternehmen stellen mit Berechtigung folgende Fragen: Welche Kosten verursacht ein betriebliches Gesundheitsmanagement? Hat das Unternehmen einen ökonomischen Nutzen von den getätigten Investitionen in die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?

Ein Forscherteam der Universität Bielefeld geht seit 2006 in dem Projekt "Produktivität von Sozialkapital in Unternehmen - ProSoB" der Frage nach, wie sich Unternehmenskultur, Betriebsklima und Qualität der Führung auf das Betriebsergebnis auswirken. "Unsere Ergebnisse belegen klar, dass eine mitarbeiterorientierte Unternehmenskultur sowohl die Gesundheit der Beschäftigten fördert als auch die Produktivität des Unternehmens steigert", erläutert Professor Dr. Bernhard Badura. Der Gesundheitswissenschaftler leitet mit seinem Kollegen Professor Dr. Wolfgang Greiner die Forschungsgruppe. Ziel des Bielefelder Forschungsprojekts ist die Entwicklung eines Modells mit aussagekräftigen Kennzahlen zur Steuerung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements. "Wir haben das Sozialkapital von Organisationen untersucht - eine Größe, mit deren Hilfe sich die Mitarbeiterorientierung erfassen und quantifizieren lässt", erläutert Badura den Forschungsansatz. Sozialkapital definiert er als "gegenseitiges Vertrauen und gemeinsame Überzeugungen, Werte und Regeln als Grundlagen menschlicher Kommunikation". Die Forschergruppe konnte anhand der ermittelten Daten erstmals die Zusammenhänge zwischen organisatorischen, gesundheitsbezogenen und betriebswirtschaftlichen Parametern überprüfen und abbilden.

Das Bielefelder Forscherteam hat im Rahmen des Projektes die Tagung zum Thema "Sozialkapital und Kennzahlen als Beiträge zur Unternehmenssteuerung" organisiert - gemeinsam mit dem Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft Ostwestfalen-Lippe (ZIG), der Landesanstalt für Arbeitsschutz NRW und dem Institut für Internationales Management der Universität Linz/Österreich. Wissenschaftler aus Deutschland und Österreich berichten über ihre Forschungen und empirischen Untersuchungen zur Bewertung von Sozial- und Humankapital. Experten der Unternehmen Bertelsmann, Deutsche Telekom, Thyssen Krupp Steel und des Beratungsunternehmens Management Innovation Dresden stellen ihre Modelle und Erfahrungen vor.

Kontakt:
Ansprechpartnerin für die Presse:
Kerstin Krämer, Zentrum für Innovation in der Gesundheitswirtschaft OWL,
Tel.: 0521/329860-15, E-Mail: kraemer@zig-owl.de

Ansprechpartnerin für fachliche Anfragen:
etra Rixgens, MPH, Fakultät für Gesundheitswissenschaften, Universität Bielefeld,
Tel.: 0521/106-4682, E-Mail: prosob@uni-bielefeld.de

Weitere Informationen unter: www.prosob-bielefeld.de

Link: http://www.prosob-bielefeld.de

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