NEOLAiA
„Ich würde allen Studierenden eine Kurzmobilität empfehlen“
Drei Wochen Schweden, neue Menschen, spannende Einblicke in die Robotik und ein Tagesausflug nach Stockholm: Für Tilman, Student der Universität Bielefeld, war die Teilnahme an einer internationalen Summer School eine besondere Studienerfahrung. Möglich wurde die Kurzmobilität im Rahmen des Hochschulallianz-Netzwerks NEOLAiA. Mit der Unterstützung des International Office der Universität Bielefeld konnten auch die zusätzlichen Bedarfe berücksichtigt werden, die mit seiner persönlichen Situation verbunden sind.
Tilman studiert im sechsten Semester an der Universität Bielefeld. Auf das Angebot zur Teilnahme an der Summer School wurde er durch eine Mail der Universität aufmerksam. „Nach Rücksprache mit meinem Freundeskreis und meiner Familie, die mich ermutigt haben, habe ich mich dann für die Teilnahme entschieden. Darüber freue ich mich rückblickend sehr“, erzählt er. Tilman lebt mit spinaler Muskelatrophie (SMA), einer seltenen neuromuskulären Erkrankung. Im Alltag und auch im Studium ist er auf die Unterstützung von Assistenzpersonen angewiesen. Seine Assistenten begleiteten ihn deshalb auch während seines Aufenthalts in Schweden.
Die Summer School fand an der Universität in Örebro statt und beschäftigte sich mit dem Thema Robotik. Für Tilman war das fachlich Neuland: „In meinem Studium hatte ich bisher wenig Berührungspunkte mit Robotik. Umso interessanter war daher die Summer School für mich, da wir Teilnehmenden eine niedrigschwellige und trotzdem ausführliche Einführung in das Thema erhielten.“ Im Mittelpunkt standen unter anderem Lokalisierung und Navigation. Das Ziel: Ein Roboter sollte sich autonom seinen Weg durch ein Labyrinth suchen.
Neben den fachlichen Inhalten war für Tilman die internationale Begegnung ein wichtiger Teil der Erfahrung. „Ich wollte selbstverständlich etwas über das Thema der Summer School lernen: Robotik. Gleichzeitig habe ich natürlich auch gehofft, Schweden kennenzulernen.“ Besonders in Erinnerung geblieben ist ihm ein gemeinsamer Ausflug mit den anderen internationalen Studierenden: „Die tägliche Arbeit mit den Robotern hat großen Spaß gemacht. Am schönsten war aber ein Tagesausflug nach Stockholm, zusammen mit einigen anderen Studierenden aus der Summer School.“
Internationale Mobilität braucht inklusive Strukturen
Damit eine solche Reise möglich wird, braucht es neben der persönlichen Motivation und der Bereitschaft zur Organisation auch verlässliche Unterstützungsstrukturen. Hier konnte das International Office der Universität Bielefeld wichtige Unterstützung leisten. Insbesondere beim Antrag auf Übernahme der sogenannten Realkosten für die Reise- und Wohnkosten seiner Assistenzpersonen wurde Tilman begleitet.
„Das International Office hat mich beim Erstellen des Realkostenantrags sehr unterstützt. Das Antragsformular wurde mir ausführlich erklärt und Fragen per Mail wurden schnell und hilfreich beantwortet“, berichtet er. Und auch vor Ort verlief vieles unkompliziert. „Die Geschirrspülmaschine in meinem Apartment in Örebro hat zu Beginn meines Aufenthalts nicht funktioniert. Ich habe eine kurze Mail an die Zuständigen geschrieben, das Problem wurde dann schnell behoben. Alles Weitere hat sehr gut funktioniert.“
Eine Erfahrung, die bleibt
Was bleibt, sind vor allem die Begegnungen, neue fachliche Impulse und die Erfahrung, für einige Wochen an einem anderen Ort zu studieren. Für Tilman ist deshalb klar, dass sich eine Kurzmobilität lohnt: „Ich würde allen Studierenden eine Kurzmobilität empfehlen. Es ist unglaublich bereichernd, Studierende aus anderen Ländern kennenzulernen. Und natürlich ist es auch toll, ins Ausland zu reisen und dabei finanziell unterstützt zu werden.“
Tilmans Aufenthalt in Schweden zeigt dabei, was internationale Hochschulbildung leisten kann: Sie eröffnet neue fachliche Perspektiven, bringt Menschen aus unterschiedlichen Ländern zusammen und schafft Erfahrungen, die über das Studium hinaus prägen. Die Unterstützung durch die Hochschulallianz und das International Office trägt dazu bei, internationale Mobilität inklusiv zu gestalten.
Tilman studiert im sechsten Semester an der Universität Bielefeld. Foto: Nienhaus