Blog CRC1646
Behind the Science #1 mit Eleonore Laubenstein (A04)
In der ersten Folge unserer Reihe berichtet die Doktorandin Eleonore Laubenstein davon, warum sie sich für Konflikte in der Grammatik interessiert und was ihre Lösungen im Alltag über sprachliche Kreativität verraten. Besonders faszinieren sie Beispiele, in denen die Grammatik den Sprecher*innen verschiedene Möglichkeiten zulässt, um z. B. folgenden Satz korrekt zu beenden: „Du oder ich fahre/fährst/fahren morgen nach Bielefeld?“
Eleonores Forschungen sind Teil des Projekts A04, in welchem empirische Profile grammatischer Kreativität untersucht werden. Ausgehend von der Beobachtung, dass Sprecher*innen ihre sprachliche Kompetenz dazu nutzen, um eine neue oder modifizierte grammatische Einheit zu schaffen, kann dies unterschiedliche Funktionen einnehmen, wie z. B. eine grammatische Lücke füllen, einen grammatischen Konflikt lösen, den Anwendungsbereich einer bereits konventionalisierten Konstruktion erweitern oder einem bestimmten kommunikativen Zweck dienen. Anhand von Maßen wie Frequenz, Akzeptabilität, Lesezeiten usw. untersucht das Projektteam, ob diese vier Klassen grammatischer Kreativität eigene empirische Profile aufweisen, die sie sowohl voneinander als auch als Gruppe von als ungrammatisch empfundenen Konstruktionen unterscheiden. Auf diese Weise werden Eigenschaften und das Ausmaß der kreativen Möglichkeiten im Bereich der Morphosyntax bestimmt.
Zu unserer Videoserie: In Behind the Science geben verschiedene Mitglieder des SFB Einblicke darüber, warum sie sich für sprachliche Kreativität interessieren und welche Fragen sie dabei bewegen. Es kommen nicht nur Projektleiter*innen, sondern auch Doktorand*innen und wissenschaftlichen Hilfskräfte zu Wort.
Zur Episode 1# mit Eleonore Laubenstein: hier
Coverbild:
©Sascha Hermannski, SFB 1646