Soziologie
Wahrgenommene Gerechtigkeit der Arbeitsteilung und Zufriedenheit in der Beziehung
Wahrgenommene Gerechtigkeit der Arbeitsteilung und Zufriedenheit in der Beziehung: Zu hohe and zu geringe eigene Beiträge gehen mit geringerer Zufriedenheit einher
Diese Studie untersucht auf Basis der ersten Welle des Familienpanels FReDA (2021), wie die wahrgenommene Gerechtigkeit der Arbeitsteilung – in Bezug auf Hausarbeit und Erwerbstätigkeit – mit der Beziehungszufriedenheit zusammenhängt. Die Studie zeigt, dass wahrgenommene Ungerechtigkeit in der Arbeitsteilung mit geringerer Zufriedenheit in der Beziehung einhergeht. Dies gilt sowohl wenn Personen das Gefühl haben mehr als ihren gerechten Anteil beizutragen, aber auch dann, wenn Personen weniger beitragen, als sie für fair halten würden. Dieser Zusammenhang scheint allerdings auch von geschlechtsspezifischen Rollenerwartungen geprägt: Bei Frauen wirkt sich das Gefühl, zu wenig beizutragen, stärker negativ auf die Zufriedenheit in der Beziehung aus. Für Männer hingegen steht das Gefühl, zu viel beizutragen, in besonders engem Zusammenhang mit geringer Beziehungszufriedenheit.
Adriaans, J., Bohmeier, M., & Sauer, C. (2026). Perceived fairness of division of labor and relationship satisfaction. Journal of Family Research, 38, 348–362.