IKG Blog
Zusammenhalt und politische Gewalt nach dem Anschlag von Solingen
Zwei Jahre nach dem Messeranschlag von Solingen spricht Prof. Dr. Andreas Zick, Direktor des Instituts für Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld, in der Evangelischen Zeitung über die Folgen des Attentats. Besonders hebt er den vergleichsweise starken gesellschaftlichen Zusammenhalt in Solingen hervor, der durch die Erfahrungen mit früheren Anschlägen gestärkt worden sei. Gleichzeitig hätten Vorurteile gegenüber Minderheiten zugenommen und das Vertrauen in politische Institutionen sei gesunken.
Kritisch betrachtet Zick die Verbindung des Anschlags mit der polarisierten Debatte über Migration und Asyl. Terroristische Gewalt könne Ängste verstärken und die Suche nach Sündenböcken begünstigen. Zugleich betont er, dass Islamismus und Rechtsextremismus unterschiedliche Phänomene seien, wobei der Rechtsextremismus weiterhin eine besonders große Gefahr für die Demokratie darstelle. Abschließend fordert er eine Gesamtstrategie gegen politische Gewalt, die neben Sicherheitsmaßnahmen auch Prävention, Deradikalisierung und eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Staat, Wissenschaft und Zivilgesellschaft umfasst.
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